Vendée Globe aktuell: Ruyant fast an Thomson vorbei – Herrmann verteidigt solide

In der Außenkurve

Alex Thomson hat mit seiner “Hugo Boss” die Führung bei der Vendée Globe fast verloren, auch weil Thomas Ruyant (LinkedOut) auf der Innenkurve abkürzt. Schnellster ist ein anderer.

20.11. 9 Uhr: Thomson beschleunigt in der Außenkurve, Ruyant (blau) versucht die Abkürzung, Dalin steuert einen Mittelkurs.

Die Vendée Globe ist mit dem Eintritt in die südliche Hemisphäre in die Highspeed-Phase eingetreten. Dabei müssen die neuen Foiler zeigen, was sie können. Beim Dreikampf an der Spitze lassen die Skipper ihre Muskeln spielen und testen, wie ihre Maschinen im Vergleich bei verschiedenen Windwinkeln funktionieren.

Die Daten am 20.11. 9 Uhr. Arkea Paprec (10.) ist am Schnellsten.

Dabei hat Alex Thomson nominell zuletzt viele Meilen durch einen westlicheren Kurs verloren und Thomas Ruyant (LinkedOut) schien ihn auf der kürzeren Innenkurve vorbei am St. Helena-Hoch überholen zu können.

Bei der 9 Uhr-Aktualisierung der Positionen war “Hugo Boss” bezogen auf die vergangenen vier Stunden aber wieder schnellstes Schiff im Feld. Seine Investition in den Westen scheint sich auszahlen zu können. Zumal Charlie Dalin (Apivia) auf Rang drei nun auch einen tieferen Kurs in den stärkeren Wind steuert.

Der war über 24 Stunden mit knapp 500 Meilen Schnellster des Führungstrios, der Abstand von knapp 50 Meilen zu Thomson blieb zuletzt aber stabil. Die strategische Situation erklärt Will Harris ganz gut, der Co-Pilot im Team von Boris Herrmann. Die Wettersituation voraus ist komplizierte und es gibt verschiedenen Routen-Optionen:

Es geht darum, auf dem Kurs südlich am St. Helena Hoch herum möglichst ein kleines Tief zu erwischen. Ob sich wirklich jemand für die extreme Westroute nahe der Küste von Brasilien entscheidet? Vielleicht wäre das eine Angriffsoption für die hinteren Boote.

Zum Beispiel für Sébastien Simon (Arkea Paprec), der auf Platz zehn zeigt, wozu sein Neubau aus der Feder von Juan K. in der Lage ist. Er war in den vergangenen 24 Stunden mit 507 Meilen zuletzt schnellstes Schiff der Flotte. Er berichtet über eine Höchstgeschwindigkeit von 26 Knoten.

Auch Arkea-Paprec zeigt, was sie kann. © arkea paprec

Damit liegt er nur noch 30 Meilen hinter der Neuntplazierten Samantha Davies (Initiatives Coeur), die auch zu Boris Herrmann verloren hat. Probleme mit den Windinstrumenten sollen eine Rolle spielen. Der deutsche Skipper legt zwar einen stabilen Speed vor, verlor aber zuletzt im Vergleich zu Maitre Coq und Bureau Vallée, die erstaunlich schnell sind, obwohl sie nicht mit Tragflächen der neuesten Generation ausgerüstet sind – anders als die fünftplazierte PRB.

Kevin Escoffier war eigentlich zugetraut worden mit seinem nachgerüsteten Foiler den Neubauten Paroli bieten zu können. Zuletzt musste er aber abreißen lassen und segelt nun seit Tagen neben Louis Burton (Bureau Vallée 2), dem Cousin seiner Frau. Jean Le Cam hält sich mit seinem Nicht-Foiler immer noch sensationell auf Rang vier, schaffte aber zuletzt 30 Meilen weniger als Boris Herrmann.

Der zeigt mit seinen Videos, wie die Segelei im Südost-Passat aussieht:

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Vendée Globe aktuell: Ruyant fast an Thomson vorbei – Herrmann verteidigt solide“

  1. avatar PL_jouninikolai sagt:

    Jep

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