Vendée Globe: Alex Thomson schwächelt – nächste Extrembelastung für das Führungsduo

Kurs in den Sturm

Nach der Ausfall-Serie bei der Vendée Globe ist die Regatta zur Halbzeit etwas zur Ruhe gekommen. Alex Thomson lässt es ruhig angehen. Und er fällt immer weiter zurück.

Das Führungsduo ist im Sturm gefangen.

Das Führungsduo ist im Sturm gefangen.

Der britische Hugo-Boss-Skipper Alex Thomson klingt sehr defensiv bei der Beurteilung der aktuellen Lage. Die beiden führenden Boote werden zur Abwechslung einmal nicht von einem von hintern heran rauschenden Tief erwischt, diesmal rasen direkt hinein. Südlich von Neuseeland müssen sie mit mehr als 45 Knoten Wind klarkommen. Bis Samstag soll der Sturm dauern.

Le Cleac'h (blau) hat an den vergangenen beiden Tagen härter gepuscht.

Le Cleac’h (blau) hat an den vergangenen beiden Tagen härter gepuscht.

Thomson könnte mal wieder angreifen. Denn er segelt mit Wind von Steuerbord und könnte sein intaktes Foil einsetzen. Aber bei solchen Extrembedingungen sind die Flügel nicht einsatzfähig. Sie werden eingezogen.

Und so sagt der Brite: “Es ist Zeit, vorsichtig zu sein. Ich versuche, mein Boot in einem Stück zu behalten.” Es sei schwierig, den nötigen “Schönheitsschlaf” zu bekommen, weil die ruckartigen Beschleunigungen und Abstopp-Phasen das Ausruhen schwierig machen.

Armel Le Cleac’h wird es ähnlich gehen. Er hat allerdings an den vergangenen beiden Tagen etwas mehr gepuscht als sein Kontrahent und ist ihm auf zuletzt stattliche 153 Meilen davon gefahren. Der Franzose scheint das Geschehen nach Belieben kontrollieren zu können.

Dabei bleibt ihnen taktisch keine Möglichkeit, einen Angriff zu starten. Die Eisgrenze ist im Vergleich zur früheren Auflage der Vendée Globe so weit nach Norden gerutscht, dass nur ein schmaler Korridor übrig bleibt, in dem der Weg nach Osten erlaubt ist. Francois Gabart durfte vor vier Jahren noch deutlich weiter nach Süden abtauchen.

Sieben Ausfälle

Hinter den beiden hat sich das Feld ausgedünnt. Insgesamt sieben Ausfälle gab es bisher, 22 Boote sind noch im Rennen. Darunter auch der Thomas Ruyant, der mit einem Leck zu kämpfen hatte, den Schaden inzwischen aber wieder repariert hat. Nach seinem Schlenker in ruhigeres Wetter gelang es ihm den abgerissenen Wassertank-Stutzen wieder zu fixieren und das Loch zu stopfen. Er verlor viele Meilen liegt aber nach dem Ausfall von Sébastien Josse sogar auf Platz acht.

Auch Eric Bellion, der zweite Patient mit einem schweren Schaden auf Rang 15, ist wieder auf Kurs. Er hat es geschafft, in ruhigerem Wetter sein Ersatz-Ruderblatt einzubauen.

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Carsten Kemmling

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