Vendée Globe: Alex Thomson singt am Kap Hoorn – “Hugo Boss” ist wieder in Schlagdistanz

Geht da noch was?

Alex Thomson hat bei der Vendée Globe ein fulminantes Comeback gestartet. In vier Tagen ließ er den Rückstand von 820 auf 280 Meilen schrumpfen.

Man muss diesen Briten einfach lieb haben. Wie der Mann am Heiligabend rund Kap Hoorn ballert, dabei “Jingle Bells” in der Hugo-Boss-Fan-Version trällert und seine Zahnlücke strahlend in die Kamera hält, ist wahrlich herzerwärmend.

Dabei scheint ihm jetzt auch wieder das zuletzt fehlende Glück hold zu sein. Die Pazifik-Passage entlang der Eisgrenze beinhaltete für Alex Thomson kaum taktische Optionen, den sich vergrößernden Rückstand zu verringern, zumal er mit Wind von Backbord auf seinem Bug ohne Foil segeln musste.

Beyou ist am Kap Hoorn. Thomson ist wieder in Schlagdistanz zu Le Clac'h.

Beyou ist am Kap Hoorn. Thomson ist wieder in Schlagdistanz zu Le Clac’h.

Aber das Hoorn durfte er im 30 Knoten-Wind im Foiler-Modus passieren, und diese Tatsache hat offenbar sehr zu seiner guten Laune beigetragen. Tatsächlich ist in kürzester Zeit wieder in Schlagdistanz zu ArmelLeCleac’h gekommen, der bisher beim Aufstieg im Atlantik mit leichtem drehenden Wind zu kämpfen hatte.

Alex Thomson

Alex Thomson aus der Luft © Cleo Barnham/Hugo Boss

“Es wird interessant, wie Armel durch diese Leichtwind-Zone kommt”, sagt Thomson. “Wenn er sie schnell passiert, ist er weg. Aber die Phase bis vor Rio kann zur bisher härtesten dieses Rennens werden. Alles ist möglich von Starkwind bis Flaute. Leider wird es aber erst ab Rio Wind von Steuerbord geben. Das ist wirklich schade. Aber ich habe diese letzten Foiler-Tage sehr genossen.”

Thomson war zuletzt deutlich schneller als Le Clac'h unterwegs.

Thomson war zuletzt deutlich schneller als Le Clac’h unterwegs.

Sollte da wirklich noch etwas gehen? Es würde diesem extrem spannenden Rennen eine weitere neue Facette geben. Wenn Thomson vor Rio immer noch in Schlagweite sein sollte, könnte er wieder seinen Turbo-Boost einschalten und den Franzosen mit seiner intakten Tragfläche nieder ringen. Aber bis es wirklich so weit kommt, muss er noch einige Tage segeln.

Inzwischen hat auch Jérémie Beyou  mit seiner “Maître CoQ” Kap Hoorn auf Platz drei gerundet. Auch er liegt mit 51 Tagen und noch unter der Zeit des Siegers von 2012 Francois Gabart. Beyou hat damit erstmals in seiner Karriere das Kap gesehen. Er segelt mit dem ehemaligen Boot von Armel Le Cleac’h, mit dem er Zweiter wurde. “Maître CoQ” wurde nachträglich mit Foils ausgrüstet.

Beyou weist einen Rückstand von 800 Meilen zu Thomson auf und hat den Vospung auf seinen Verfolger Jean-Pierre Dick wieder auf gut 800 Meilen ausgebaut.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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