Vendée Globe: Boris Herrmann hoffnungsvoll – Routing entwickelt sich positiv

Guter Dinge

Boris Herrmann glaubt daran, dass sich der spannende, gefährliche Split bei der Vendée Globe für ihn besser entwickeln kann, als zuerst befürchtet. Im jüngsten Video von Bord erklärt er das Szenario.

Die aktuell spannende Wetterentwicklung im Southern Ocean hält die Fans in Atem. Wird sich Boris Herrmann in der Gruppe um Yannick Bestaven (Maitre Coq) und Kevin Escoffier (PRB) aus der nördlichen Position lösen können und es noch um das Hoch herum schaffen? Zuletzt sahen die Routing-Optionen düster aus. Aber die Situation verbessert sich zunehmend.

Boris Herrmann ist wieder guter Dinge. © BHR

Herrmann selbst äußert sich in seinem aktuellen Video zur Lage. Er habe zwar entsprechend des Routenprogramms 17 Meilen verloren, weil der Wind für ihn spitzer einfällt als erhofft – das Hoch zieht etwas langsamer nach Osten – aber zur Position der im Süden segelnden Sam Davies und Louis Burton sehe es gut aus. Wenn sich ihre Wege kreuzen – und man die Tracker-Platzierung wieder ernst nehmen kann – sage ein Modell auf Höhe des Kaps der Guten Hoffnung zwei Stunden Rückstand vorher das andere eine Stunde Vorsprung.

“Seaexplorer Yacht Club de Monaco” liegt also nach wie vor bestens im Rennen. Der geringe Abstand zum Zentrum des Hochs sei allerdings beängstigend, sagt Herrmann. Es drohen ungeplante Flauten.

Ein wenig komisch finde er auch, dass Yannick Bestaven zum Zeitpunkt der Video-Aufnahme etwas schneller sei. Ob dessen kleineres Vorsegel den Unterschied ausmache?

Die Nord-Gruppe mit Boris Herrmann versucht den großen Querabstand zu Davies und Burton zu verringern (rot/gelb) und kommt ordentlich voran.

Wie sich die Routen der beiden Gruppen (rote Kurslinien) entwickeln. Maitre Coq (steht für die Gruppe Herrmanns) und Bureau Vallée nähern sich in den nächsten Stunden an.

Herrmann liegt damit auch am 19. Tag dieser Vendée Globe so stark positioniert, dass er nun auch nach dieser schwierigen Umfahrung des St. Helena Hochs ernsthaft um das Podium mitkämpft. Viel entwickelt sich für ihn.

So steckt der zweitplatzierte Thomas Ruyant (LinkedOut) mächtig in der Flaute und muss irgendwann bei Steuerbord-Foiling Bedingungen, die bald drohen, erst einmal zeigen, wie schnell er sich auch ohne Backbord-Flügel vorwärts beweget. Jean Le Cam hängt auch im Norden auf seinem Extremkurs ziemlich fest.

Und achteraus berichtet nun Sébastien Simon (Arkea Paprec), der schon zum Überholen angesetzt hatte und zuletzt im Flugmodus mit seinem neuen Juan K.-Design klar schneller war als Herrmann und die anderen Verfolger, auch über Probleme.

360 Grad-Kreis für Arkea Paprec

Er hatte schon vor 14 Tagen den Windschutz der Azoren-Insel São Miguel gesucht, um dort in den Mast zu klettern und das Windinstrument zu ersetzen, dabei den Anschluss an die Spitze verpasst, und danach wieder stark aufgeholt.

Seb Simon (Arkea Paprec) hat Probleme mit seine Autopiloten. © Sebastien Simon / Arkea Paprec

Aber die Schwierigkeit ist offenbar immer noch nicht behoben. Er gibt heute preis, dass er seinen Autopiloten nur im Kopmassmodus betreiben kann, und das Schiff nicht automatisch mit dem optimalen Windwinkel steuert. Das ist besonders bei dem leichten, drehenden Wind der vergangenen Tage überaus erschöpfend.

Simon muss ständig den neuen Kurs händisch anpassen. In der Nacht habe das Problem sogar zu einem ungewollten 360-Kreis geführt. Ein Reserve-Instrument arbeitet wohl weiter unten auf Deckshöhe. Aber besonders beim Amwindkurs liefere es dem Autopiloten keine Informationen.

“Ich ärgere mich über den Schaden, der mir einen Nachteil bringt”, sagt Simon, aber der Rest des Bootes sei in Ordnung. “Ich konnte das St. Helena-Hoch ohne das Windinstrument erreichen und weiß, dass ich trotzdem schnell segeln kann.”

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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