Vendée Globe: Boris Herrmann meldet sich aus dem Atlantik – Soll er abbiegen?

Blinker rechts?

Boris Herrmann liefert weiterhin ein starkes Rennen bei der Vendée Globe ab. Nach 14 Tagen hat er sich auf Rang sechs vorgeschoben. Im Video zieht er Bilanz für die deutschen Fans und berichtet über eine schwierige Entscheidung.

Blinker rechts setzen oder nicht? Boris Herrmann berichtet von einer spannenden Entscheidung, die ansteht. Rechts um das zur Zeit zweigeteilte St. Helena Hoch herum oder mitten durch, so wie es die drei Führenden tun. Für seine Gruppe von sieben Booten, die 300 bis 400 Meilen achteraus liegen, könnte sich der schmale Korridor zwischen den beiden Systemen aber bald schließen. Dann ist möglicherweise der Umweg rechts am Hoch vorbei mit einem tiefen Abstecher in den Süden der schnellere Weg. “Mal sehen, ob jemand diesen Weg nimmt”, sagt Herrmann. Aber auch die direkte Route mittendurch könne ins “Verderben” führen – womit langsames Flautensegeln gemeint ist.

Boris Herrmann (grau) mittendrin in der Gruppe von sieben Booten hinter den drei Führenden.

Im Vergleich mit den umliegenden Booten im ähnlichen Windfeld hat Herrmann zuletzt eine starke Figur gemacht. Mit einem 20-Knoten-Schnitt in den letzten 24 Stunden war er viertschnellstes Boot der gesamten Flotte – schneller sogar als Alex Thomson. Nur Sébastien Simon (Arkea Paprec) mit seinem Neubau konnte von seinen direkten Konkurrenten zuletzt Boden auf ihn gut machen. Dafür hat sich Louis Burton (Bureau Vallée) mit zwei Halsen in eine westlichere Postition verholt und liegt im Ranking erst einmal hinter Herrmann.

Boris Herrmann (graue Linie) im Speedvergleich mit den sechs Gegnern, die im gleichen Windfeld segeln. Nur der neue Foiler Arkea Paprec war zuletzt deutlich schneller. Nicht-Foiler Le Cam (weiß) ist klar langsamer. Burton (gelb) hatte zuletzt offenbar ein Problem.

Der Deutsche schaffte am Samstag auch seinen persönlichen 24-Stunden-Rekord mit 464.5 Meilen. Damit liegt er auf Platz fünf im Ranking der ganzen Flotte. Ruyant schaffte am selben Tag den Rekord mit 515.3 Meilen.

Die möglichen Routenoptionen: Die Führenden entscheiden sich wohl für die schmale Passage zwischen den Hochs.

In seinem Bericht von Bord erklärt Herrmann auch, warum vermutlich der Mast von Corum gebrochen ist. Das Auslesen der Daten hätte ergeben, dass die Last auf den Wanten 24 Tonnen betragen hat. Bei Herrmann wird ab 17 Tonnen ein Alarm ausgelöst. Bei Troussel funktionierte dieses Warnsystem aber offenbar nicht.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

4 Kommentare zu „Vendée Globe: Boris Herrmann meldet sich aus dem Atlantik – Soll er abbiegen?“

  1. avatar Till sagt:

    Hugo Boss hat offensichtlich strukturelle Probleme, bin ja mal gespannt was da los ist.

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  2. avatar Stephan sagt:

    Danke für die tollen Eindrücke und Erklärungen und viel Glück mit dem Wind und den Kursentscheidungen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

  3. Boris, halte durch!

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  4. avatar Ludwig Michelsen sagt:

    War der CO2 Gehalt der Luft schon über 0,04 Prozent?

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