Vendée Globe: Der Führende Charlie Dalin (Apivia) meldet einen Schaden am Backbord-Foil

Dalin schwer getroffen

Charlie Dalin, der seit dem 23 November die Vendée Globe anführt und scheinbar nach Belieben mit der Konkurrenz spielt, wird durch ein Problem an der Tragfläche eingebremst.

Charlie Dalin im Flugmodus. Ob er auf Bckbordbug in Zukunft immer noch so Gas geben kann? © Jean-Marie Liot/Alea/Disobey/Apivia

Vendée Globe Topfavorit Charlie Dalin hat etwa 900 Meilen südwestlich von Tasmanien seinem Team einen Schaden am Backbord-Foil vermeldet. Mit Apivia führte er das Rennen mit einem Vorsprung von 65 Meilen als er ein lautes Geräusch vernahm.

Sofort bremste er das Boot, um den möglichen Schaden beurteilen zu können und nahm Kontakt mit seinem Technik-Team an Land auf. Bei der ersten Inspektion stellte Dalin fest, dass die Tragfläche auf der Backbordseite beschädigt ist. Ob es sich um einen Struktur- oder Kollisionsschaden handelt ist bisher nicht bekannt. Ein Leck sei nicht entstanden. Zurzeit prüft der Skipper das Ausmaß des Schadens und die Reparaturmöglichkeiten.

Dalin war vor dem Rennen nach seinem Sieg bei der Transat Jacques Vabre und Platz zwei beim jüngsten Test VALSO zu den größten Sieg-Favoriten dieser Vendée Globe gezählt worden und hatte diese Rolle insbesondere nach den Ausfällen von Jérémie Beyou und Alex Thomson meisterlich ausgefüllt.

Volvo Ocean Race-Sieger Charles Caudrelier äußerte sich schon bewundernd über Dalins Fähigkeit, die Spitze mit einem nachhaltigen Tempo zu behaupten. Er erkenne darin nicht allein Dalins eigenes strategisches Verständnis, sondern insbesondere auch den Einfluss von Vendée-Globe-Sieger François Gabart und dessen MerConcept-Team, das die Apivia-Kampagne managt. Es habe den Skipper perfekt für die Aufgabe vorbereitet.

Er müsse bei Sturm wirklich vorsichtig segeln, weil sein Boot viel zu schnell werden kann. Aber er wisse, dass Geduld nötig ist. Wenn die Bedingungen besser sind, kann er puschen und schneller sein als die Konkurrenten.

Denn insbesondere Thomas Ruyant ist gehandicapt, seit er sein beschädigtes Backbord-Foil zum Teil absägen musste. Muss Dalin nun das Gleiche tun? Es wäre eine erstaunliche Wendung des Schicksals. Schließlich ist Ruyant sein Trainingspartner. Und LinkedOut stammt ebenfalls wie Apivia aus der Feder von Konstrukteur Guillaume Verdier.

Schon am Wochenende war gemutmaßt worden, dass Dalin ein Problem haben könnte. Aber der Mann aus Le Havre hatte nach dem überstandenen jüngsten Sturm eindrucksvoll gezeigt, dass er bei den entsprechenden Bedingungen mit annähernd 30 Knoten wieder mächtig Gas geben konnte. Als er wieder härter wurde schien er den “Motor” wieder zu drosseln. Fortan erzielte Yannick Bestaven (Maitre Coq) mit seinem erprobten älteren Foiler die besten Etmale.

Aber nun hat sich möglicherweise die Situation dramatisch verändert. Dass das Rennen aber noch nicht vorbei sein muss zeigt sein Kollege Thomas Ruyant. Der ist auch mit halbem Foil noch schnell unterwegs.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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