Vendée Globe: Rettungsversuch für Kevin Escoffier missglückt – Suche morgens fortgesetzt

Sichtkontakt verloren

Die Rettungsaktion von Kevin Escoffier (PRB) bei der Vendée Globe verläuft dramatisch. Jean Le Cam konnte ihn nicht aus der Rettungsinsel bergen. Auch Boris Herrmann hat ihn bisher nicht gefunden.

PRB im Kampf mit den Elementen. Ist sie jetzt gesunken? © Jean-Marie Liot/PRB

Um 23 Uhr deutscher Zeit hat die Rennleitung weitere Informationen zur Rettung des havarierten Kevin Escoffier preisgegeben. Demnach spielt sich etwa 840 Meilen südwestlich von Kapstadt ein echtes Drama um den 40-jährigen PRB-Skipper ab, der am Nachmittag des 22. Tages der Vendée Globe den Seenotsender ausgelöst und seine 60 Fuß Yacht der IMOCA-Klasse in die Rettungsinsel verlassen hatte. Das Schiff war leckgeschlagen und hatte laut Angaben des Teams “erhebliche Wassermengen” aufgenommen. Ein Grund für die Leckage wurde bisher nicht genannt.

Die Wettfahrtleitung hatte daraufhin den nur 20 Meilen im Kielwasser segelnden Jean Le Cam der Vendée Globe zur Unglücksstelle beordert, um Escoffier aufzunehmen. Der 61-jährige Franzose traf dreieinhalb Stunden später bei seinem Landsmann ein Geführt von der Rennleitung traf Le Cam gegen 1615 Uhr UTC in der Zone ein und stellte schnell Sicht- und Sprechkontakt her.

Um 21h UTC haben sich schon drei Boote um den letzten Standort von PRB versammelt. Seb Simon (blau) befand sich noch 20 Meilen in Luv.

Der befand sich schon in seiner Rettungsinsel. Offenbar scheint das Schiff tatsächlich gesunken zu sein. Le Cam schaffte es aber nicht, Escoffier bei 20 bis 25 Knoten Wind und fünf Meter hohen Wellen an Bord zu nehmen.

Insel aus den Augen verloren

Unter Maschine soll er sich der Rettungsinsel genähert haben, verlor diese dann aus den Augen. Es gelang ihm in der Folge weder einen Funkkontakt herzustellen noch das AIS-Signal zu orten. Dessen Reichweite soll durch die schwere See deutlich eingeschränkt sein.

Bei schwindendem Licht wurde es für Le Cam immer schwieriger die Insel zu finden. Er sucht aber weiter und berichtet regelmäßig der Rennleitung und den Rettungsorganisationen über seinen Status. Inzwischen befinden sich auch Boris Herrmann (Seaexplorer-Yacht Club de Monaco), Yannick Bestaven (Maître CoQ IV) und Sébastien Simon (ARKEA PAPREC) im Suchgebiet und unterstützen Jean Le Cam (Yes We Cam! )

Kevin Escoffiers EPIRB-Notsender sollte Hochfrequenz-Funkwellen ausstrahlen und von den Skippern im Seegebiet geortet werden können. Die vier Kapitäne sollen einem Protokoll folgen, das von der Rennleitung in Koordination mit Jean Le Cam festgelegt worden ist. Sie nähern sich mit drei Reffs im Großsegel und im Leerlauf des Motors. Ein Suchgebiet für die Zone wurde festgelegt und soll nun von den vier Schiffen abgearbeitet werden.

Bei Dunkelheit macht die Suche aber wenig Sinn. Sie soll bei Tagesanbruch um 0340 Uhr UTC fortgesetzt werden. Escoffier muss eine Nacht in der Insel aushalten. Hoffentlich geht danach alles gut!

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Vendée Globe: Rettungsversuch für Kevin Escoffier missglückt – Suche morgens fortgesetzt“

  1. avatar Breizh sagt:

    Wie bereits unter dem ersten Artikel von jemandem kommentiert Jean Le Cam hat ihn rausgeholt. Unglaublich!!! Wenn Jean in Les Sable ankommt, wird der Empfang umvergesslich. Wenn Alex etwas schneller wäre, dann könnte er Kevin gleich mitnehmen nach Kapstadt.
    Bin gespannt auf die Berichte, wie die Rettung gelaufen ist und was das Problem auf PRB war. Denn so schnell verlässt man sein Boot in den Gewässern nicht. Ich dachte auch immer, dass die IMOCAs durch Schotten nicht so schnell sinken. Es gibt ja auch explizit eine Notklappe im Heck die u.a. bei Kenterung als Ausstieg dient.

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  2. avatar Friedrich sagt:

    Er hat ihn!

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