Vendée Globe Flash: Alex Thomson mit nächstem Schaden – Probleme mit dem Ruder

Es soll nicht sein

Alex Thomson hat am Freitag Abend deutscher Zeit sein Team über Schäden am Steuerbord-Ruder von Hugo Boss informiert. Es will bei dieser Vendée Globe einfach nicht für ihn laufen.

Hugo Boss in wilder Fahrt. © Alex Thomson / Hugo Boss

Es ist so traurig. Es soll einfach nicht sein. Gerade hatte Alex Thomson seine dreitägigen Reparaturarbeiten abgeschlossen, konnte wieder lachen und verkünden “The Boss is back”, da passiert ihm das nächste Missgeschick. Das Steuerbord-Ruder soll beschädigt sein, vermeldet sein Team.

Die Techniker hätten dem Skipper geraten, das Ruder vom System abzukoppeln, um wieder Kontrolle über das Schiff zu erhalten. Er steuert nun offenbar mit dem Luvruder, befindet sich aber immer noch auf einem Kurs mit Wind von Backbord. Bei gut 20 Knoten Wind steuert er höher als gewollt, wohl um nicht zu sehr zu krängen. Bei Krängung ist normalerweise das Luvruder nicht oder nur wenig im Wasser.

Hugo Boss

Die Ruder-Konfiguration von Hugo Boss. © Lloyd Images

Das Luv-Ruder kann hochgeklappt werden. © Hugo Boss

In einem Statement vom Team heißt es, man arbeite daran, das Ausmaß des Schadens abzuschätzen. Ein weiteres Update solle am nächsten Morgen veröffentlicht werden.

Hugo Boss (schwarz) ist von seinem direkten Kurs abgewichen.

Alex Thomson war zugetraut worden, nach der Behebung des schweren Strukturschadens in seinem Boot nun eine Aufholjagd starten zu können. Aber er war schon nach der Meldung, wieder bei 100 Prozent zu sein überaus schwer in Fahrt gekommen. Im Vergleich zur direkten Konkurrenz segelte er überraschend mühsam durch die Flaute.

Die Entwicklung des Abstandes zum Führenden von Alex Thomson (schwarze Linie)

Auf den Führenden Charlie Dalin fehlten zuletzt schon 640 Meilen und er fiel weiter zurück auf Rang zwölf. Es war schwer zu erkennen, woran das lag. Ob Thomson die Übermüdung nach der anstrengenden Arbeit zu schaffen machte. Oder hatte er einfach Pech mit dem Windsystem?

Zuletzt schien er wenigstens einigermaßen wieder zu seinem Speed gefunden zu haben. Er war auch mal wieder mit über 20 Knoten unterwegs. Auf die Konkurrenz konnte er aber noch keinen Eindruck machen. Die segelte ihm eher weiter davon.

Dieser aktuelle Ruderschaden hilft dem Briten sicher nicht dabei, wieder in Fahrt zu kommen. Aber bei ihm weiß man nie…

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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