Vendée Globe Flash: Boris Herrmann ohne Großsegel – Reparatur notwendig

"Das tut weh"

Boris Herrmann kann sich nicht so richtig über die Kap-Hoorn-Passage bei  seiner ersten Vendée Globe-freuen. Bei einem Reffmanöver erlitt das Großsegel einen Schaden.

Es passierte nach zwei kurze Halsen-Manövern, wie Boris Herrmann in seinem aktuellen Video von Bord erklärt. Er wollte der Südspitze von Amerika nicht so nahe kommen, um brechenden Wellen zu entgehen, baute deshalb noch einen Schlenker ein, musste dabei Maxime Sorel und Giancarlo Pedote ziehen lassen und ist auf Platz zehn zurückgefallen.

Schlimmer noch: Als er nach den beiden Halsen das dritte Reff einbinden wollte, geriet das Achterliek des Großsegels mit seinen Segellatten unter das Leewant und wurde beschädigt. “Ein neuer Schlag in mein Gesicht aber es stärkt meinen Kampfgeist. Ich werde niemals aufgeben.” Er habe nun viele Meilen verloren. “Es schmerzt.”

Nun müsse er das Segel mit einem Flicken reparieren und das Liek nähen. “So ein Mist.” Er sei zwar nun am Kap Hoorn, werde es aber nicht sehen. Es sei zu gefährlich gewesen, dem Land bei diesen Bedingungen auf See zu nahe zu kommen. Insbesondere, wenn er nun ohne Großsegel unterpowert sei. “Puh, ich warte jetzt mal auf etwas Erleichterung.”

Dabei hatte sich Herrmann so sehr auf seine Kap-Hoorn-Rundung als erster Deutscher im Rahmen der Vendée Globe gefreut. Nach 57 Tagen, 13 Stunden und 7 Minuten war es für seine „Seaexplorer – Yacht Club den Monaco“ so weit. Vier Boote passierten das Kap binnen weniger als vier Stunden. Herrmann erreichte den Längengrad des Kaps auf der chilenischen Felseninsel Isla Hornos eine Stunde und 15 Minuten nach Giancarlo Pedote (“Prysmanian Group“) und eine Stunde und 34 Minuten vor der Deutsch-Französin Isabelle Joschke („MACSF“).

Für den 39-jährigen Skipper aus Hamburg war es bereits die fünfte Kap-Hoorn-Passage seiner Segelkarriere. Nur der 61-jährige Rekordteilnehmer Jean Le Cam („Yes We Cam!“), der den Längengrad von Kap Hoorn als Siebter gekreuzt hatte, war mit sieben Kap-Hoorn-Passagen noch öfter in dem so häufig ungestümen Revier. Für Le Cam markierte seine fünfte Vendée-Globe-Teilnahme die zweite in Folge mit demselben Boot, das er für diese Solo-Weltumseglung optimiert hatte.

Die Zeiten der ersten Kap-Hoorn-Passagen der 9. Vendée Globe 2020/2021

SAMSTAG, 2. Januar 2021

Yannick Bestaven („Maître Coq IV”) um 14.42 Uhr (CET) nach 55 Tagen, 0 Stunden, 22 Minuten
SONNTAG, 3. Januar 2021

Charlie Dalin („Apivia“) um 5.39 Uhr (CET) nach 55 Tagen, 15 Stunden, 19 Minuten

MONTAG, 4. Januar 2021

Thomas Ruyant („LinkedOut“) um 1.40 Uhr (CET) nach 56 Tagen, 11 Stunden, 20 Minuten
Damien Seguin („Groupe Apicil“) um 3.40 Uhr (CET) nach 56 Tagen, 13 Stunden, 20 Minuten
Benjamin Dutreux („OMIA – Water Family“) um 15.52 (CET) nach 57 Tagen, 1 Stunde, 32 Minuten
Louis Burton („Bureau Vallée 2”) um 18.14 Uhr (CET) nach 57 Tagen, 3 Stunden, 54 Minuten
Jean Le Cam („Yes We Cam!”) um 21.18 Uhr (CET) nach 57 Tagen, 6 Stunden und 58 Minuten

DIENSTAG, 5. Januar 2021

Maxime Sorel („V and B – Mayenne”) um 1.16 Uhr (CET) nach 57 Tagen, 10 Stunden, 56 Minuten
Giancarlo Pedote („Prysmanian Group“) um 2.12 Uhr (CET) nach 57 Tagen, 11 Stunden, 52 Minuten
Boris Herrmann („Seaexplorer – Yacht Club de Monaco“) um 3.27 Uhr (CET) nach 57 Tagen, 13 Stunden, 7 Minuten
Isabelle Joschke („MACSF“) um 5.01 Uhr (CET) nach 57 Tagen, 14 Stunden und 41 Minuten

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Carsten Kemmling

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