Vendée Globe Flash: Louis Burton legt Reparaturstopp ein

Skipper in Nöten

Lois Burton, Skipper des Siegerschiffes der vergangenen Vendée Globe und zuletzt einer der größten Konkurrenten von Boris Herrmann, will seine Probleme bei einem Halt nahe der Macquarieinsel lösen.

Louis Burton vertraut bei seiner Bureau Vallée (ex Bnque Popularie) auf die alte Flügel-Generation. © Stephane MAILLARD

Der achtplatzierten Vendée-Globe-Skipper Louis Burton will mit seiner Bureau Vallée 2 am Wochenende der abgelegenen Macquarieinsel einen Besuch abstatten, um einen Reparaturstopp einzulegen. Die 128 Quadratkilometer kleine Insel, die zum 1500 km nordwestlich liegenden australischen Bundesstaat Tasmanien gehört, soll dem Franzosen ausreichend Schutz gewähren, damit er in den Mast klettern kann.

Die zum Weltnaturerbe zählende Insel liegt aktuell knapp 700 Meilen voraus und soll Burton als Wellenbrecher dienen, wenn er Reparaturen am oberen Teil der Mastschiene vornimmt. Aktuell kann er sein Großsegel nicht ausreffen.

Burton ist der Überraschungsmann der Vendée Globe. © Louis Burton / Bureau Vallee 2

Der 35-Jährige, hatte mit seinem nicht modifizierten Foiler der ersten Generation vor elf Tagen noch sensationell auf dem zweiten Platz gelegen. Aber dann war er durch Probleme mit dem Autopiloten zurückgefallen in die Gruppe um Boris Herrmann. Er gab zuletzt bekannt, dass er nicht mehr mit 100 Prozent unterwegs ist, seitdem er nach einigen durch den Autopiloten ausgelösten Patenthalsen Schäden an der Mastspur erlitten hat.

Zwingend mit zwei Reffs unterwegs

Er ist seitdem gezwungen, auch bei leichterem Wind mit zwei Reffs im Großsegel zu segeln. Außerdem ist ein Fallenschloss beschädigt sowie sein J2 Vorsegel. Es ist ein Wunder, dass er es zuletzt überhaupt geschafft hat, den Speed in der ihn umgebenden Fünfergruppe einigermaßen zu halten. Aber auf Dauer funktioniert das nicht.

Burton (gelb, l.) auf dem Weg zur Macquarieinsel etwa 900 Meilen voraus.

Deshalb sieht er eine Chance, die Arbeiten im Schutz der auf dem Weg liegenden Insel zu erledigen. Dabei dürfte er sogar anlegen, wenn er einen Steg finden würde, aber Hilfe darf er dabei nicht annehmen.
Die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Insel ist aus ökologischer Sicht äußerst sensibel, auch weil hier eine große Population von Königspinguinen beheimatet ist, die dort jährlich nisten. Zwischen 20 und 40 Menschen arbeiten in vier permanent besetzte Forschungsstationen.

Mehrfach am Kopf getroffen

Burton erzählt, dass er in den vergangenen Tagen schon mehrfach versucht hat, bei geborgenem Großsegel zur Mastspitze zu klettern. Aber im Schwell des Southern Ocean sei er mehrfach gefährlich am Kopf getroffen worden. Deshalb wolle er in Lee der bis zu 300 Meter hohen Insel Schutz suchen und bei der langsamen Passage nur unter der J3 noch einmal in den Mast steigen.

Er müsse einen Teil der beschädigten Mastschiene wegschneiden und ersetzen und dann eine Alternative für das gebrochene Fallenschloss anbringen. Dafür muss er Befestigungspunkte anbauen, um ein klassisches Fall riggen zu können, an dem er das Großsegel wieder maximal hochziehen kann.

Seine Berechnung hat ergeben, dass ihm in Lee der 34 Kilometer langen Insel etwa drei Stunden Zeit für die Arbeiten bleiben, bis er sie passiert hat. Am liebsten würde er es vermeiden, in der Bucht zu ankern. Im schlimmsten Fall verliere er bei der Aktion 4-5 Stunden, aber das sei besser, als den Rest der Strecke mit minimierter Geschwindigkeit segeln zu müssen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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