Vendée Globe: Mastbruch bei Geheimfavorit Nicolas Troussel auf CORUM L’Épargne

Jüngstes Boot der Flotte

Der siebtplazierte Vendée-Globe-Skipper Nicolas Troussel hat etwa 260 Seemeilen nordwestlich der Kapverden-Inseln sein Rigg verloren. Er hatte das Feld an den ersten Tagen angeführt.

Der jüngste Neubau CORUM L’Épargne beeindruckt an den ersten beiden Tagen. © Yvan Zedda / Alea / VG 2020

Der französische Skipper Nicolas Troussel hatte nach der Sturm-Passage auch schon den Nordost-Passat erreicht und war einer der Schnellsten im Feld mit 433 Meilen in 24 Stunden. Er soll nicht verletzt worden sein und das Boot gesichert haben, bevor er die Situation nach Sonnenaufgang weiter beurteilen kann.

UPDATE: Troussel hat die Situation im Griff, das Boot gesichert, und befindet sich unter Motor auf dem Weg nach Mindelo auf den Kap Verden. Er hat ausreichend Sprit an Bord.

Der Moment, als Alex Thomson im Live-Interview vom Unglück des Konkurrenten hört:

Nicolas Troussel (46) – zweimaliger Figaro-Sieger. © VG 2020

Der 46-Jährige Vendée-Globe-Novize hatte zu Beginn des Rennens beeindruckt, als er die Flotte anführte, aber die Position zugunsten eines späten Schlenkers auf die Südroute abgab. Er wollte den harten Bedingungen des ersten Sturmes aus dem Weg gehen und “bloß nichts Dummes tun.”

Hydrogenerator kaputt

Danach vereinte er sich immer noch bestens platziert wieder mit dem Spitzenfeld kaum 25 Meilen hinter Alex Thomson, verlor aber bei der Theta-Annäherung mit einem West-Schlenker.

Kurz vor dem Unglück um 5 Uhr Morgens hatte er sich noch von Bord gemeldet:

“Es ist ein Speed-Kurs in Richtung der Doldrums. Ohne Manöver zwar, aber nicht sehr komfortabel. Es knallt, aber er ist OK. Der Seegang ist nicht sehr hoch. Wir foilen, es ist schnell, aber man muss aufpassen. Es ist nicht leicht, sich an Bord zu bewegen, schwer zu schlafen. Ich habe ein Energieproblem, seit ein Hydrogenator kaputt ist. Wir haben im Moment keine Lösung. Ich segele mit einem Reff im Groß und dem kleinen Gennaker.”

Troussel im Flugmodus. © corum

Troussel segelt das jüngste Boot der Flotte, konstruiert von dem Argentinier Juan Kouyoumdjian. CORUM L’Épargne lief erst im Mai 2020 nach einem Jahr Bauzeit vom Stapel. Und in der Szene glaubte niemand so richtig, dass das noch passieren würde. Aber die unter Michel Desjoyeaus Regie entstandene IMOCA sorgte schließlich mit vielen innovativen Elementen und einem einem von Kennern als spektakulär bezeichneten 3DI-Segelsatz von North Sails für Aufsehen.

Der jüngste Neubau der Flotte von forne. ©Eloi Stichelbaut / polaRYSE / CORUM l’épargne

Es schien auch so dass der zweimalige Figaro-Sieger nun im Passat wirklich zeigen könnte, was sein Neubau in der Lage ist zu leisten.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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