Vendée Globe: Noch sind erst neun Boote angemeldet – 10000 Euro Startgeld

Vorstartphase hat begonnen

34 Einhandsegler wollen bei der Vendée Globe 2020 teilnehmen. Noch nie gab es so viele Kandidaten. Erst neun sind qualifiziert. Wie die Qualifikation abläuft.

Kein Zweifel – die Vendée Globe ist die wichtigste Hochseeregatta im Jahr 2020 (Start: 8.11.2020). Die mittlerweile legendäre und fast schon mythische Einhand-Nonstop-Weltumseglung auf IMOCA-60-Fuß-Geschossen (die meisten sind mit Foils ausgestattet) zieht alle vier Jahre Millionen Fans auch durch faszinierende Onboard-Live-Berichterstattungen in ihren Bann. Eine Teilnahme bei der Vendée Globe kann ohne Übertreibung als das Nirvana aller Hochseeregattasegler bezeichnet werden. 

Nachdem der Belgier Denis Van Weynberg seine Kandidatur aus monetären Gründen zurückziehen musste – Denis wollte auf dem IMOCA-Eigenbau des Ungarn Nandor Fa der erste Belgier sein, der an der Vendée Globe teilnimmt – sind noch 34 Kandidaten nun gewissermaßen in der Vorstartphase.  

Kandidaten werden zu Teilnehmern

Wohlgemerkt: Kandidaten. Denn die VG-Organisatoren und die IMOCA-Klasse verlangen von allen Interessierten, die sich bis spätestens ein Jahr vor dem Start der Regatta für einen Startplatz bei der Vendée Globe beworben haben, die Bewältigung strenger Qualifikationskriterien (siehe Video unten). Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, können sich die potentiellen Vendée-Globe-Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei der Vendée Globe verbindlich einschreiben.

Erste Yacht der neuen IMOCA-Generation. “Charal” hebt ab. © Yvan Zedda

Wie eng es zeitlich in diesem Teilnehmer-Rekordjahr zugeht (noch nie haben so viele Skipper und Skipperinnen ernsthaft  für eine Teilnahme kandidiert), zeigt die eher niedrige Zahl bisher fest eingeschriebener Teilnehmer: Nur sechs Segler und drei Seglerinnen haben ihren Beitrag (10.000 Euro Teilnahmegebühr, 20.000 Euro rückzahlbare Kaution) bezahlt, haben persönlich alle medizinischen Tests bestanden, von der IMOCA-Klasse für ihre Boote die technische Absolution erhalten und zum größten Teil die Qualifikationskriterien gemeistert. 

Anmeldeschluss: 1. Juli 2020

In den anderen Teams kam es aus unterschiedlichen Gründen noch nicht zu einem Eintrag ohne „wenn und aber“ in die Teilnahmeliste: Die einen haben ihre Kampagne noch nicht voll finanziert, andere haben grade erst ihre Neubauten gewassert und kämpfen noch mit Kleinkinderkrankheiten an den Booten.

Samantha Davies

Sam Davies mit ihrem schnellen IMOCA nach der Foil-Aufrüstung. © Vincent Curutchet / Initiatives-Coeur

Dritte haben noch nicht alle Qualifikationsmeilen und -regatten absolviert und hoffen auf ihre letzten Chancen bei den Regatten The Transat 2020 und deren Rückregatta New York-Vendée (beide Regatten sind Einhandrennen).  Bis zum 1. Juli 2020 muss übrigens der Eintrag erfolgt sein – der Start zur letzten Qualifikationsregatta New-York-Vendée erfolgt am 16.6.2020. 

Die bisher fest eingeschriebenen Vendée Globe 2020-Teilnehmer: 

  • Arnaud Boissières. Der Liebling der Fans aus dem VG-Startort Les Sables d’Olonne und dem Departement Vendée war bereits vorqualifiziert durch seine letzte Teilnahme bei der Vendée Globe. Er hat die Route Du Rhum auf seinem (neuen) Boot erfolgreich beendet, alle medizinischen Tests bestanden und war somit der Erste, der sich offiziell auf der Teilnahmeliste eintrug. 
  • Fabricio Amedo war bei den VG 2016 ein Konkurrent von Arnaud Boissieres und hat sich ebenfalls bei der Route Du Rhum qualifiziert. 
  • Jeremie Beyou hat sich auf seiner spektakulären Charal während der Zweihand Regatta Transat Jacques Vabre qualifiziert und absolvierte anschließend 2.000 Solo-Meilen.
  • Samantha Davies schrieb sich als erste Frau ein, nachdem sie das Bermuda Mille Race einhand und die Transat Jacques Vabre zweihand absolviert hatte.
  • Jean Le Cam wird sicher an seiner vierten Vendée Globe teilnehmen: „Yes, we cam“ wird wieder aus allen Ecken zu hören sein. Medizinische Tests und Qualimeilen sind erledigt – alles längst Routine für den Publikumsliebling.
  • Miranda Merron hat neben Samantha Davies schon mal als zweite Britin ihre Teilnahme mit einem festen Eintrag gesichert. 
  • Romain Attanasio geht mit seinem offiziellen Teilnahmeantrag einen etwas ungewöhnlichen Weg: Sein Boot ist fit, die Qualifikationen und medizinischen Tests sind geschafft, aber es fehlt  noch ein Drittel des Budgets. Mit dem Eintrag in die Teilnahmeliste will er potentiellen weiteren Sponsoren seinen festen Willen zeigen, das Rennen zu starten… und zu beenden! 
  • Clarisse Cremer hat sich durch die Teilnahme an der Transat Jacques Vabre gemeinsam mit Armel Le Cleac’h und durch einen 2.000 Seemeilen-Solo-Parcours qualifiziert, wird aber noch The Transat und New York Les Sables segeln. 
  • Benjamin Dutreux hat seinen Qualifikations-Parcours erledigt, ist tadellos durch den medizinischen Check gekommen, sein Boot hat die technischen Auflagen erfüllt. Nun müssen aber beide – Skipper und Boot – noch an The Transat teilnehmen. 

Teilnahme bei der Vendée Globe 

Kandidatur: Interessierte kandidieren bis 1 Jahr vor dem Start (diesmal zum 1.11.2019)

Qualifikationen: Hat der Skipper oder die Skipperin an mindestens einem dieser Rennen teilgenommen? Vendée Globe 2016, Route du Rhum 2018, Transat Jacques Vabre 2019 (zweihand), The Transat 2020, New York Vendée 2020. 

Falls dieses Qualifikationsrennen ein Zweihand-Rennen war, falls eine Vor-Qualifikation durch die Teilnahme bei der Vendée Globe 2016 möglich wurde oder auf einem anderen Boot stattfand, als auf dem Boot, das in 2020 gesegelt werden soll, müssen 2.000 Solomeilen auf dem VG 2020-Boot absolviert werden! 

Beschreibung im Video (auf Englisch)

https://www.facebook.com/VendeeGlobe/videos/449968932298008/?v=449968932298008

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