Vendée Globe: Pumpe ausgefallen – Ruyant versucht, Schiff zu retten – Leck bei Beyou

Gelingt die Rettung?

Thomas Ruyant rettet sich mit seinem Wrack in den Schutz der Küste, aber die Gefahr ist noch nicht vorbei. Auch Jérémie Beyou hat Probleme mit einem Wassereinbruch.

Thomas Ruyant schafft es so gerade noch, sich vor dem nächsten Sturm in Sicherheit zu bringen.

Thomas Ruyant schafft es so gerade noch, sich vor dem nächsten Sturm in Sicherheit zu bringen.

Es war ein harter Kampf für Thomas Ruyant, die rettende Küst zu erreichen. Er hat eine schreckliche Nacht hinter sich. Bis zu 58 Knoten Wind rauschten über ihn hinweg und mit jeder Welle lockert sich die vom Bug zum Heck gespannte Life-Line zum Einpicken. Ein Zeichen daür, dass der Riss im Vorschiff jeden Moment größer wird. Es besteht die Gefahr, dass der Bug abreißt. Die Situation des Havaristen ist äußerst fragil.

Mit 8 bis 12 Knoten Speed hält er auf Bluff zu an der Südspitze von Neuseeland. Er hat noch 80 Meilen vor dem Bug. Die Küstenwache ist auf dem Weg zu ihm. Zwei erfahrene Segler sind an Bord, die das Schiff und seinen Skipper retten wollen.

Ruyant hat den Schutz der Küste erreicht und muss noch 80 Meilen nach Bluff motoren.

Ruyant hat den Schutz der Küste erreicht und muss noch 80 Meilen nach Bluff motoren.

Sie müssen sich beeilen, denn der Riss im Vorschiff wird immer größer, und es strömt mehr Wasser in das Schiff.  Ruyant hat der Rennleitung berichtet, dass eine der beiden Pumpen nicht mehr arbeitet, so dass er nicht genug Wasser aus dem Schiff bekommt. Er habe das Schott zum Vorschiff nun endgültig schließen müssen.

Theoretisch könne das Schiff so über Wasser gehalten werden, aber der Bug sinkt immer weiter ab und dabei hebt sich das Heck so weit, dass über das Deck einsteigende Brecher nicht mehr aus dem Cockpit abfließen. Deshalb sei die Situation sehr angespannt bis die Retter mit den Pumpen eintreffen.

Wassereinbruch bei MaitreCoQ

Eine intensive Nacht erlebte auch Jérémie Beyou, der sich mit seinem Foiler “Maître CoQ” anschickte, Rang zwei anzugreifen. Aber nun ist er auf Platz vier zurückgefallen, auch weil er mit einem Wassereinbruch zu kämpfen hatte.

Jeremie Beyou, Vendée Globe, Maitre Coq

“Maitre Coq” und Jeremie Beyou © maitre coq

Bei Wind knapp über 30 Knoten stellte er nach einem kurzen Schlaf einen extremen Leistungseinbruch seiner Yacht fest. Es stellte sich heraus, dass Wasser in die Vorschiff-Segelkammer eingetreten ist. Offenbar war der Ballast-Tank nach einer Inspektion vor ein paar Tagen nicht richtig verschlossen. Der Deckel ging schließlich verloren, Wasser floss aus dem Tank in das Vorschiff wie auch durch den Schwertkasten.

Le Cleac’h nähert sich Kap Hoorn. Dick, Elies und Le Cam kommen mit einem Tief von hinten angerauscht.

Beyou berichtet, dass er den Tank nun mit Unterwäsche verstopft habe, aber das Leck sei noch nicht völlig verschlossen. Für die Reparatur müsse der Speed auf 15 Knoten sinken. Im Moment laufen die Pumpen mit voller Kraft.

Le Cleac’h 500 Meilen vorne

Da ist die Situation für Stéphane Le Diraison nach seinem Mastbruch stabiler. Er erreicht mit seinem Notrigg einen Speed von vier bis fünf Knoten Richtung Melbourne. Für die knapp 600 Meilen benötigt er auf diese Weise allerdings noch gut eine Woche.

Jean-Pierre Dick (hell orange) ist seit Tagen der Schnellste im Feld.

Jean-Pierre Dick (hell orange) ist seit Tagen der Schnellste im Feld, auch im Vergleich zu den direkten Gegnern.

Spitzenreiter Armel Le Cleac’h nähert sich inzwischen Kap Hoorn. Der Abstand beträgt knapp über 1000 Meilen. Sein Vorsprung auf Alex Thomson ist zuletzt stabil geblieben mit knapp über 500 Meilen.

Seit einigen Tagen ist Jean-Pierre Dick der Schnellste im Feld, der Mann mit dem abenteuerlichen Schlenker nach Tasmanien. Sein Rückstand auf das um Rang drei kämpfende Duo Jérémie Beyou und Paul Meilhat war dadurch auf über 1000 Meilen gewachsen, und er schien aus dem Rennen um einen Podiumsplatz.

Aber er hat seinen Rückstand in nur fünf Tagen auf knapp die Hälfte reduziert. Sein neuer Foiler “StMichel – Virbac” funktioniert prächtig und er holt immer weiter auf. Jean Le Cam und Yann Eliès hat er im direkten Duell entlang der Eiskante längst im Kielwasser gelassen, und nun kommt bald das Podium in Sicht. Die beiden Boote voraus haben jedenfalls mit leichteren Winden zu kämpfen.

Vendée Globe Tracker

 

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Vendée Globe: Pumpe ausgefallen – Ruyant versucht, Schiff zu retten – Leck bei Beyou“

  1. avatar Martin sagt:

    An Dramatik kaum zu überbieten. Vielen Dank für die Berichterstattung!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar jan dicks sagt:

    Ruyant ist sicher im Hafen ein wahnsinniger Erfolg, viele haben ihr Schiff in viel besserem Zustand aufgegeben, Hut ab!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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