Vendée Globe: Rettungsplan für Paul Meilhat – Treffen irgendwo im Nirgendwo

Rendevouz geplant

Paul Meilhat dümpelt immer noch Richtung Norden mit seinem kaputten Kiel. Er ist extrem niedergeschlagen, aber sein Team hat nun eine Idee, wie es weitergeht.

Paul Meilhat

Paul Meilhat muss mit der ex “Macif”, dem letztmaligen Siegerboot, aufgeben. © SMA

Seit dem Start der Vendée Globe bestreiten die Freunde und Trainingspartner Jérémie Beyou und Paul Meilhat das Um-die-Welt-Rennen nahezu Bord an Bord. Sie waren nie weiter als 50 Meilen voneinander entfernt. Seit bei Beyou südlich von Afrika die Technik an Bord Probleme bereitet und er keine Wetterinformationen mehr empfangen kann, hat er sich noch enger an das ehemalige Siegerboot von Francois Gabart gekettet. Meilhat schleppt seinen Kumpel quasi durch das Südmeer.

Ob er dabei auch schon mal wartete, ist nicht klar. Der Speed scheint sehr gleich gewesen zu sein, obwohl Beyou seine “Maitre CoQ” mit Tragflächen nachgerüstet hat und eigentlich andere Winkel bevorzugen müsste. Jedenfalls dürften sich die beiden häufiger per Funk unterhalten haben. Und das wird die Strapazen und die Einsamkeit verringert haben.

2000 Meilen von Land entfernt

Aber nun hat sich die Zweisamkeit auseinander gelebt, seit Meilhat den Schaden an seinem Hydraulik-Zylinder erlitt. Er dümpelt mit fixiertem Kiel weiterhin nach Norden während sein Team fieberhaft eine Möglichkeit sucht, Schiff und Mann irgendwo an Land zu bringen. Immer noch gut 2000 Meilen vom nächsten Hafen in Neuseeland entfernt.

Es scheint nun eine Lösung gefunden zu sein, wie es weiter geht. Und da kommt wieder Kumpel Beyou ins Spiel. Das SMA Shore-Team suchte den notwendigen 90 Kilo schweren Ersatz-Zylinder in den Hallen der verschiedenen Rennställe in Port-la-Forêt und Lorient und wurde schließlich bei “Maitre CoQ” fündig.

Das Ersatzteil soll nahezu identisch sein, weil “Maitre CoQ” quasi das Schwesterschiff von “SMA” ist. Eigentlich wollte Meilhat seinen IMOCA wie Beyou mit Foils nachrüsten, ihm fehlte aber die Zeit nachdem er vor etwas mehr als einem Jahr bei den Azoren mit einem Beckenbruch von seinem Schiff gerettet worden war. Das treibende Schiff wurde erst spät wieder eingefangen. Danach fehlte dem im Krankenhaus liegenden Skipper und seinem Team die Zeit für die Umrüstung.

Der Zylinder soll dem Skipper entgegen gebracht werden. Er steuert jetzt französich Polynesien an, um sich dann irgendwo auf dem Wasser mit seinem Team zu treffen und die Reparatur auszuführen.

Es ist ein komplexes Unternehmen, bei dem noch nicht klar ist, ob es funktioniert. Aber sicher ist, dass Meilhat wegen der Hilfestellung von außen disqualifiziert wird. Er muss dann versuchen, sein Rennen außer Konkurrenz in Frankreich zu beenden. Beyou wird derweil versuchen, alleine zurecht zu kommen. Ohne Wetterinformationen ist er allerdings ziemlich gehandicapt.

 

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Vendée Globe: Rettungsplan für Paul Meilhat – Treffen irgendwo im Nirgendwo“

  1. avatar meerkater sagt:

    Gibt es eigentlich irgendwelche Infos, was aus Kito de Pavent Boot geworden ist? Ich das einfach abgetaucht, oder treibt es noch irgendwo? Von einer Bergung hätte man denke ich erfahren.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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