Vendée Globe: Thomson ist dran – Nun zeigt sich, ob “Hugo Boss” wirklich schneller ist

Fantastisches Finale

Alex Thomson hat bei der Vendée Globe nach der Doldrum-Passage einen Rückstand von unter 100 Meilen konsolidiert. In der Endphase kommt es auf die Feinheiten ah.

“Hugo Boss” hat es geschafft, in der Flauten-Passage am Äquator 240 Meilen auf “Banque Populaire” aufzuholen. Alex Thomson liegt nach der Nacht  99 Meilen hinter seinem französischen Widersacher und hat nun die gleichen Bedingungen.

Alex Thomson

Die Flaute im Kielwasser. Thomson freut sich über das Verlassen der Doldrums, die im wohlgesonnen waren. © Hugo Boss

Diese Situation nährt die Hoffnung vom ersten nicht französischen Sieg bei der Vendée Globe. Selbst Volvo-Ocean-Race-Sieger Ian Walker glaubt an Thomsons Chance, falls dieser die Doldrums mit einem Rückstand unter 100 Meilen verlässt, und das ist jetzt passiert. “Alex liegt nur einen halben Tag zurück, und der Weg ist noch lang.”

Sollte das Unfassbare wirklich noch eintreten? Es scheint nun tatsächlich möglich. Die Karten sind so gemischt, dass der Brite bis zum Ende mitspielen kann. Denn der Wind weht aus Osten von Steuerbord, und dabei kommt das intakte Foil zum Einsatz. Es besteht die Chance, dass “Hugo Boss” genau das Wetter bekommt, für das sie gemacht wurde: 14 bis 16 Knoten Wind von der Seite, moderater Seegang, Foiling-Bedingungen.

Speed-Vorteil für “Hugo Boss”?

Theoretisch ist das schwarze Boot dabei schneller als Le Cleac’h. Es hat im Verlauf des Rennens schon mehrfach gezeigt, dass die schmaleren, längeren Flügel in Verbindung mit dem weniger breiten leichteren Rumpf einen Speed-Vorteil generieren können.

Die beiden Spitzenreiter segeln im gleichen Windfenster mit Wind von Steuerbord.

Die beiden Spitzenreiter segeln im gleichen Windfenster mit Wind von Steuerbord.

Thomsons Team glaubt, dass er früher auf dem Foil segeln und bis zu zwei Knoten schneller sein kann als der Franzose. Dafür müsste er allerdings genau das Windfenster treffen, bei dem er diesen Vorteil hat. Ist er aber überhaupt noch in der Lage, 100 Prozent aus seinem Schiff herauszuholen?

Alles kommt darauf an, in welchem Zustand die Schiffe nach mehr als drei Monaten auf dem Wasser sind. Sind noch alle Segel intakt? Gibt es technische Probleme? Thomson berichtet offen über seine Regatta, Le Cleac’h dagegen hält sich wie gewohnt sehr bedeckt. Informationen können dem Konkurrenten helfen, seinen schwachen Punkt zu finden. Einmal erwähnte er im Southern Ocean kurz Schwierigkeiten mit dem Autopiloten. Aber sein bisher souverän geführtes Rennen lässt keine Schlüsse auf mögliche technische Probleme zu.

Schafft Alex Thomson den ersten nicht französischen Sieg?

Schafft Alex Thomson den ersten nicht französischen Sieg?

Die nächsten Tage werden extrem spannend. Denn der Wind ist auch nicht so stabil, dass der reine Speed zählt. Windlöcher und Böen werden das Duo bis zum Ziel in Frankreich begleiten.

Für den Briten wird sich in den nächsten Stunden zeigen, ob sein Speed ausreicht, um einfach stur im Kielwasser zu folgen und auf diese Weise seine Sieg-Chancen lebendig zu halten. Das wäre am einfachsten. Ansonsten muss er sich Gedanken machen, ob er noch einen letzten Angriff mit einer anderen Kurswahl versucht. Mit jeder Meile Richtung Ziel schwinden dafür aber die Optionen.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Vendée Globe: Thomson ist dran – Nun zeigt sich, ob “Hugo Boss” wirklich schneller ist“

  1. avatar dubblebubble sagt:

    Verdient haben den Sieg beide. Schwierig jetzt nur einem die Daumen zu drücken.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 21 Daumen runter 0

  2. avatar Borgfels sagt:

    Das stimmt. Und trotzdem druecke ich bei Alex etwas staerker die Daumen! 😉

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  3. avatar Luke sagt:

    “in welchem Zustand die Schiffe nach mehr als drei Monaten auf dem Wasser sind”… Zur Info: Im Greogorianischen Kalender sind 65 Tage nur etwas mehr als ZWEI Monate…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 2

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