Vendée Globe: Alex Thomson puscht im Sturm – Josse mit Schaden ausgebremst

Brutale Bedingungen

Die Roaring Fourties machen ihrem Namen im Moment alle Ehre. Der drittplatzierte Sébastien Josse hat mit seiner “Edmond de Rothschild” die Urgewalt zu spüren bekommen als er vom Wellenkamm tief in ein Tal auf sein Backbord-Foil stürzte.

Vendée Globe Gitana Josse

Ein solche hübsche Brise würde sich Sébastien im Moment wünschen. © Zedda/Gitana

Seitdem ist er weiter der vollen Wucht des Sturms mit mehr als 40 Knoten Wind und über acht Meter hohen brechenden Wellen ausgesetzt und versucht mit deutlich reduziertem Speed die brutalen Bedingungen abzuwettern.

Vendée Globe Gitana Josse

Josse hat deutlich Speed rausgenommen. Thomson puscht im Sturm.

Seit dem Vorfall hat er gut 270 Meilen auf die beiden Spitzenreiter verloren. Für Josse geht es jetzt darum, überhaupt noch im Spiel zu bleiben und Rang drei zu sichern. Sein nächster Verfolger Paul Meilhat liegt aber noch 450 Meilen zurück.

Le Cleac’h nimmt Dampf raus

Die beiden Spitzenreiter erleben ähnlich harte Bedingungen und Armel Le Cleac’h hat im Vergleich zu Thomson deutlich Dampf rausgenommen. Nachdem er zuerst seine Stärke ausgespielt und dem Briten auf Steuerbord-Bug über 100 Meilen abgenommen hatte drückte er spürbar auf die Bremse und verlor zuletzt 30 Meilen. Er kann sich diesen Sicherheitsmodus leisten.

Aber nun ist auch Thomson aus dem schlimmsten Bereich der extremen Nordwest Windströmung weggehalst und hat einen südlichen Kurs aufgenommen.

Schnellster Mann auf dem Parcours ist zurzeit Jean-Pierre Dick, der bei etwas gemäßigteren Bedingungen mit seinem Foiler von Platz sieben aus Gas geben kann. Er segelte mit 481 Meilen die größte 24 Stunden-Strecke ab und holte 50 Meilen auf den vor ihm liegenden Yann Eliès auf.

Am Ende des Feldes gibt es Probleme für Sébastien Destremau, der seine Maschine für die Stromversorgung nicht mehr starten konnte.  Der Starter ist defekt. Der Franzose hat sich aber eine ähnliche Vorrichtung gebaut, wie Michel Desjoyeaux 2000, als er die Vendée Globe gewann. Er nutzt die Kraft seines Segels (Genua) um über eine Taljenkonstruktion den Anlasser zu betätigen. Bisher scheint es zu funktionieren.

Josee steck mitten im Sturm. Thomson ist jetzt weggehalst.

Josee steck mitten im Sturm. Thomson ist jetzt weggehalst.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Vendée Globe: Alex Thomson puscht im Sturm – Josse mit Schaden ausgebremst“

  1. avatar jan freest sagt:

    Der Dick liegt aber 1800sm hinten. Angenommen wir haben noch verbleibende 45 Tage (derzeit ist Tag #30) dann muss er jeden Tag 40sm aufholen. Daher denke ich, dass er nur noch gewinnen kann, wenn Thomson und Cleach beide sich noch vertun oder noch einen Schaden haben.

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