Vendée Globe: Topfavorit Jérémy Beyou dreht mit seiner “Charal” ab nach Les Sables

Ab nachhause

Jérémy Beyous Traum vom Sieg bei der Vendée Globe ist geplatzt. Der in der Nacht vermeldete Schaden an einem seiner Ruder ist größer als zuvor gedacht. Er segelt zurück zum Starthafen.

“Charal” mit den neuen Flügeln. Weniger Flughöhe, aber mehr Stabilität. © Charal

Was für eine Ernüchterung, was für eine Enttäuschung. Der Vendée Globe-Topfavorit “Charal” ist raus. Jérémy Beyous Teem meldet, dass die nächtliche Kollision mit einem nicht bekannten Gegenstand im Wasser einen größeren Schaden am Ruder verursacht hat, als zuvor angenommen. Aus der Überprüfung beim ersten Morgenlicht ergab sich die Entscheidung, nach Les Sables d’Olonne zurück segeln zu müssen.

Beyou (44) schickte sich an, den höchsten Gipfel des Hochseesegelns zu erklimmen. Denn bei dieser Vendée Globe war er im Begriff, aus der zweiten Reihe in die erste vorzutreten. Noch bei der vergangenen Vendée stand er als Drittplazierter mit dem kaum siegfähigen Boot “Maitre Coq” nicht im Fokus. Und selbst als er 2016 mit Dongfeng das Volvo Ocean Race gewann, blieb die Leistung des zweimaligen Solitaire du Figaro Siegers eher unbemerkt.

Dann aber enthüllte Beyou als erster einen neuen Hochsee-Boliden der neuen IMOCA-Generation. Einen schmalen Rumpf, der erstmals radikal für die Bedürfnisse des Foilens ausgelegt worden ist – der ohne Flügel nicht mehr funktioniert und besonders aerodynamisch verbessert wurde.

Neue Foils für Jeremie Beyou und seine Charal © Zedda, Charal

Folgerichtig gewann Beyou die ersten großen IMOCA-Regatten und schien seinen Vorsprung auch gegenüber den Neubauten halten zu können. Bei der Transat Jacques Vabre 2019 dominierte er schon und parkte unglücklich in den Doldrums ein. Die anderen vier IMOCA-Vergleiche der vergangenen zwei Jahre gewann er.

Die Corona-Pause sollte “Charal” noch mehr helfen, weil der Konkurrenz wichtige Testmeilen fehlten, die Beyou längst gesammelt hatte. Er hatte deutlich intensiver an der Verlässlickeit des Materials arbeiten können.

Aber nun ist der Traum geplatzt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Vendée Globe: Topfavorit Jérémy Beyou dreht mit seiner “Charal” ab nach Les Sables“

  1. avatar breizh sagt:

    Mist! Sehr schade für ihn und das Team.
    Es werden wir wohl nicht erfahren, wie der Bug noch nach einer Weltumsegleung glänzt oder ob er ihn für die Einfahrt in Sable noch einmal vorher poliert hätte :).

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