Vendée Globe Video: Was mit diesem (verbotenen) Design möglich wäre – Louis Burton hebt ab

Fliegen - aber richtig

Der Vendée-Globe-Dritte Louis Burton zeigt, wie schnell ein IMOCA sein könnte. Seine neue Bureau Vallée wird allerdings durch eine illegales Design-Feature aus dem Wasser gehoben.

Über den Sommer haben Louis Burton und sein Team an einem verrückten Projekt gearbeitet. Sie wollten den neu erworbenen Plattbug-IMOCA vollständig zum Fliegen bringen. Dafür haben sie dem sieben Tonnen schweren Boot eine zusätzliche Tragfläche am Ruder verpasst – so wie ihn alle aktuellen Foiler aufweisen.

Das Problem: Die IMOCA-Klasse hat diese Konstruktion verboten. Im Bemühen, auch die alten Boote noch einigermaßen konkurrenzfähig zu halten, drücken die Regelwächter immer wieder auf die Bremse, wenn es um technische Fortschritte geht. Und insbesondere die vergangene Vendée Globe zeigt, wie erfolgreich diese Strategie ist. Yachten der älteren Generation dominierten das Rennen. Louis Burton war mit seinem Foiler der alten Generation als Dritter einer der Nutznießer dieser Politik.

Louis Burton mit seinem T-Foil-Ruder. © Bureau Vallée

So ist es bemerkenswert, dass nun ausgerechnet er zeigt, was technisch möglich wäre. Viele Kritiker sehen im Verbot des Ruder-Foils eine zu drastische Einschränkung in den Möglichkeiten. Die zusätzliche Tragfläche würde wie ein Flugzeug-Höhenleitwerk den Flug eines IMOCA stabilisieren und das Leben für die Skipper erträglicher machen, wenn sie nicht ständig in die nächste Welle knallen.

Dieser Vorstoß von Burton kann wohl als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden, endlich den nächsten Entwicklungsschritt einzuleiten. Das T-Foil am Ruder könnte sogar bestens zur Klassenpolitik passen. Wenn es gelingt, das gesamte Boot aus dem Wasser zu heben, mögen auch ältere Rumpfdesigns wieder konkurrenzfähiger werden.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

3 Kommentare zu „Vendée Globe Video: Was mit diesem (verbotenen) Design möglich wäre – Louis Burton hebt ab“

  1. avatar yo sagt:

    Moin, gibts auch nen link zum erwähnten Video?

  2. avatar Hartmut Wellmann sagt:

    Die Grenzen des Möglichen sollten weiter gesteckt werden, um die Entwicklung voran zu treiben. Der Veranstalter muss dabei aber die Sicherheitsrisiken sorgfältig berücksichtigen. Das Rennen darf keins auf Leben und Tod werden.

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