Vendée Globe: Thomson überlegen schnell – Verfolger mit Problemen, Anschluss zu halten

"Wie stark die Boote wirklich sind..."

 

Hugo Boss, Thomson

Alex Thomson rast vorneweg. © Hugo Boss

Alex Thomson hat in den vergangenen Stunden bestätigt, dass seinem Design ein perfekter Wurf gelungen ist. “Hugo Boss” hat jetzt einen stabilen Speed-Vorsprung konsolidiert.

Das Taktieren und Abwarten ist vorbei. Die Vendée-Globe-Skipper haben die Leistungsfähigkeit ihrer Konstruktionen bei verschiedenen Kurswinkeln zum Wind ausgetestet und geben Vollgas. Dabei sieht es so aus, als wäre es dem französischen Designbüro VPLP tatsächlich gelungen, “Hugo Boss” einen Speed-Vorteil eingebaut zu haben.

Thomson hat an der Spitze einen deutlichen Vorsprung konsolidiert.

Thomson hat an der Spitze einen deutlichen Vorsprung konsolidiert.

Das erstaunt, weil alle Top-Foiler von VPLP konstruiert wurde. Aber den Spezialisten der Teams gelingt es dann doch immer noch individuelle Unterschiede hinzubekommen. Thomson jedenfalls hat in den vergangenen Stunden gezeigt, dass er bei den aktuellen Bedingungen einen Vorteil hat, der vorher nicht für möglich gehalten wurde.

Problem bei Le Cleac’h?

Er äußert sich selber erstaunt, dass er bei 16 Knoten Wind einen Durchschnitt-Speed von 22 Knoten erreicht. Dabei nahm er Armel Le Cleac’h in 24 Stunden gut 40 Meilen ab. Das ist eine große Überraschung, da der Franzose zuvor absolut auf Augenhöhe segelte.

Die Flotte rast auf das rot gefärbte Starkwind-Gebiet zu.

Die Flotte rast auf das rot gefärbte Starkwind-Gebiet zu.

Ob er ein Problem hat? Jedenfalls hat ihm Sebastien Josse auf der Innenkurve auch viele Meilen abgenommen und wurde zwischenzeitlich im Ranking sogar auf Rang zwei geführt. Aber auch zu ihm hat der Brite an der Spitze den Vorsprung an einem Tag auf über 100 Meilen fast verdoppelt.

Das sieht für die Konkurrenz nicht gut aus. Aber Thomson drückt auf die Euphorie-Bremse. “Wir werden jetzt sehen, wie stark diese Boote wirklich sind”, sagt er und bezieht sich damit auf das Tiefdruckgebiet, das von Brasilien heranrauscht. “Das wird der erste echte Test für diese Boote bei bis zu 26 Knoten Wind.” Erst einmal habe er das Groß gerefft, nun werden alle Skipper die Last auf ihrem Material verringern müssen.

Über 30 Knoten Speed

Der stärkere Wind bedeute nicht zwingend einen höheren Speed. Es komme auf die Welle an, wie stark man puschen kann. Bei Flachwasser erreichen die Foiler-IMOCAS über 30 Knoten Speed, aber eben nicht bei starkem Wellengang.

Allerdings werden die Foiler nun ihren maximalen Windwinkel zwischen 110 und 140 Grad erreichen und weiter mit Rekordgewschwindigkeit segeln. Francois Gabart, der Sieger vor vier Jahren hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal den Äquator hinter sich gelassen.

Auch Paul Meilhat mit dessen altem Boot (SMA) liegt deutlich vor der ehemaligen Bestzeit und berichtet, dass die Bedingungen aber alles andere als stabil sind. Die Windstärke bewege sich zwischen 13 und 23 Knoten.  Er liegt auf Rang sechs und musste nun erstmals seit den Doldrums “Safran” auf seinen Foils ziehen lassen.

Morgan Lagravière, der den ersten IMOCA-Foiler zu Wasser ließ, erreichte mit einem 450 Meilen-Etmal den zweithöchsten Wert der Flotte nach den 274 Meilen von Thomson. Bald mögen die Skipper auch in den Bereich des absoluten Rekords gelangen, den Gabart 2012 auf 545 Meilen gepuscht hat.

Vendée Globe Tracker

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Vendée Globe: Thomson überlegen schnell – Verfolger mit Problemen, Anschluss zu halten“

  1. avatar Markus sagt:

    Guter Zwischenbericht, im letzten Absatz ist dir aber leider ein Zahlensturz passiert, oder?
    Müsste doch 474 Meilen bei Thomson heißen anstatt 274 Meilen…

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  2. avatar Jörg sagt:

    Alex hat ne Kollision mit Foilschaden gehabt…

    Ohne Worte….

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  3. avatar Jule sagt:

    Was sind das bloss für Analysen ?

    Erst heisst es, Armel sei schneller als Alex,
    dann lesen wir, Alex habe aggressiver gesegelt
    und nun soll sein Boot schneller sein.

    Die Wahrheit ist, dass Alex* Schiff nicht schneller ist, denn sein Vorsprung beruht darauf, dass er einen westlicheren Kurs als die Franzosen segelte.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

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