Virtuelles Segeln: eSailing wird olympisch – IOC verkündet Serie mit fünf Sportarten

"Beziehung zu jungen Menschen aufbauen"

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will mit fünf Sportverbänden und Spieleherstellern das erste lizenzierte Olympia-Event für virtuelle Sportarten starten. Segeln ist dabei.

Der Schlei Segel-Club im Halbfinale bei der eSailing Champions League. © Virtual Regatta/SCL

eSailing wird olympisch – eine Überschrift, die vor nicht allzulanger Zeit schnell als Aprilscherz enttarnt worden wäre. Aber so ist es nicht. Das IOC hat bekannt gegeben, im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokio 2020 die Olympic Virtual Series (OVS) stattfinden zu lassen. Sie soll über den Zeitraum vom 13. Mai und bis zum 23. Juni 2021 organisiert werden.

In der Pressemitteilung heißt es: “Die Olympic Virtual Series soll virtuelle Sport-, Esport- und Gaming-Enthusiasten auf der ganzen Welt mobilisieren, um ein neues olympisches Publikum zu erreichen.”

IOC-Präsident Thomas Bach sagt: “Die Olympic Virtual Series ist eine neue, einzigartige olympische digitale Erfahrung, die darauf abzielt, das direkte Engagement mit neuen Zielgruppen im Bereich der virtuellen Sportarten zu steigern. Ihre Konzeption steht im Einklang mit der Olympischen Agenda 2020+5 und der Digitalen Strategie des IOC. Es ermutigt zur Teilnahme am Sport und fördert die olympischen Werte, mit einem besonderen Fokus auf die Jugend.”

David Lappartient, Vorsitzender der Esports and Gaming Liaison Group (ELG) des IOC und Präsident der Union Cycliste Internationale (UCI), sagte: “Im Namen der ELG sowie der UCI freue ich mich, am Start der allerersten Olympischen Virtuellen Serie beteiligt zu sein. Eine Reihe von internationalen Sportfachverbänden haben gut etablierte virtuelle Sportinitiativen; und dank der Zusammenarbeit zwischen dem IOC, den internationalen Sportfachverbänden und den Verlagen ist die OVS ein aufregender Schritt vorwärts für die virtuelle Sportwelt und die olympische Bewegung”.

IOC will Sportsimulationen weiter fördern

Die folgenden internationalen Verbände und Spiele-Publisher werden Teil der Olympic Virtual Series sein:

  • Baseball: World Baseball Softball Confederation (WBSC) – eBaseball Powerful Pro Baseball 2020, Konami Digital Entertainment
  • Radfahren: Union Cycliste Internationale (UCI) – Zwift, Zwift inc.
  • Rudern: World Rowing – Offenes Format
  • Segeln: World Sailing – Virtual Regatta
  • Motorsport: Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) – Gran Turismo, Polyphony Digital

Die Olympic Virtual Series solle eine Bühne schaffen, um die physische Sportwelt mit der virtuellen und Simulations-Sport-Gaming-Community zu verbinden, heißt es weiter in der Meldung. Sie biete eine Möglichkeit, sich mit der Olympischen Bewegung zu beschäftigen.

Ziel sei es, dass jede beteiligte Sportart ein eigenes entsprechendes Event und Format anbietet, mit dem Online eine große Beteiligung erreicht werden kann. Es solle im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokio 2020 Spannung erzeugt werden.

“Alle fünf OVS-Events werden sich in Form und Konzept unterscheiden und über die jeweilige Publisher-Plattform der Sportart laufen, auf der die Teilnehmer mitmachen können.” Der Olympic Channel werde darüber berichten. Informationen zur Teilnahme sowie zu den Preisen, die bei ausgewählten Events enthalten sind, sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

Triebfeder der Initiative ist die Empfehlung 9 der Olympischen Agenda 2020+5. Sie besagt, dass “die Entwicklung virtueller Sportarten gefördert und die Zusammenarbeit mit Videospiel-Communities ausgebaut werden soll”.

“Die digitale Strategie des IOC zielt darauf ab, die wachsende Popularität des virtuellen Sports zu nutzen, um die Olympische Bewegung, die olympischen Werte und die Teilnahme am Sport zu fördern und direkte Beziehungen zu jungen Menschen aufzubauen.” Das IOC will virtuelle Sportsimulationen weiter fördern. Die großen Sportarten wie Fußball, Basketball und Tennis sind noch nicht dabei, aber die Verbände FIFA, FIBA und ITF wie auch der Taekwondo-Verband (WT) haben ihre Absicht bestätigt, bei zukünftigen Ausgaben der OVS dabei zu sein.

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Carsten Kemmling

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