VO65 bei The Ocean Race: Mirupiri gibt Etappe vor dem Ziel auf – Österreich auf dem Podium

Mitten durch die verbotene Zone

Die Kurslinie des in der VO65-Klasse mitfavorisierten Mirpuri Teams hat Fragen aufgeworfen. Warum kreuzten sie in der Straße von Gibraltar im Verkehrstrennungsgebiet?

Mirpuri segelt offenbar sehr bewusst durch das verbotene Verkehrstrennungsgebiet. Die Gründe sind unklar. Eine Strafe der Jury dürfte folgen.

“Während wir am Montag, den 16. Januar, durch die Straße von Gibraltar segelten, führten technische Probleme an Bord dazu, dass wir die Verbotszone Süd-Gibraltar nicht wie in den Segelanweisungen vorgesehen verlassen konnten”, so heißt es in einem Statement des Teams nach dem Zieldurchgang. “Wir geben das Rennen auf.” Denn es ging nicht nur darum, das Sperrgebiet zu vermeiden, der Kurs sah zwingend vor, es auf der linken Seite zu passieren.

Mächtige Bedingungen bei Gibraltar. © Austrian Ocean Racing powered by Team Genova.

Welche “technischen Probleme” genau zu diesem Fauxpas geführt haben, erklärt das Team nicht. Offenbar gab es keinen Zugriff auf die Navigationsanlagen. Ist die Crew tatsächlich blind durch die am dichtesten befahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt gesegelt? Anders ist die Kurslinie kaum zu erklären. 300 Frachter passieren die Meerenge am Tag. Da will man mit 50 Knoten auf der Nase ohne AIS und Plotter nur ungern in den Verkehr geraten.

Aber das Team ist schließlich unbeschadet durch das Nadelöhr gekommen. Der portugiesische Skipper António Fontes kann danach nur sagen: “Wir sind sehr enttäuscht.”

Rede und Antwort stehen

Kein Wunder, denn Fontes, der 2017-18 mit  Scallywag beim Volvo Ocean Race um die Welt gesegelt ist, musste in Mindelo Paulo Mirpuri dem Gründer der Mirpuri Foundation und Teameigentümer Rede und Antwort stehen.

Das Mirpuri Team muss in Mindelo Paulo Mirpuri, dem Gründer der Mirpuri Foundation und Geldgeber für das Segelprojekt, Rede und Antwort stehen. © Mirpuri

Er hatte schon beim vergangenen Rennen mit „Turn the Tide on Plastic“ ein Team um die Welt geschickt und diesmal eigentlich groß einsteigen wollen – zeitweilig mit zwei Schiffen. 2016 hatte der wohlhabende Unternehmer aus der Flugzeugbranche die Mirpuri-Stiftung gründete, um nach eigenen Angaben, die Welt zu einem besseren Ort für zukünftige Generationen zu machen.

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Carsten Kemmling

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