Volvo Ocean Race: Brutalo Bilder aus der Nacht – Brunel auf dem Vormarsch, Dongfeng verliert

Blinker links

Nach der atemberaubenden per Helikopter aufgenommenen Hebriden-Passage sind die Volvo Ocean Race-Segler in der Nacht bei 40 Knoten Wind noch einmal richtig ans Limit gegangen. Dabei gibt es erstaunliche Positionsverschiebungen.

AkzoNobel ist an Dongfeng vorbei gezogen auf Rang drei. © Ainhoa Sanchez /VOR

Nach dem taktischen geprägten Flauten-Geplänkel der vergangenen Tage bei der 10. und vorletzten Volvo Ocean-Race-Etappe von Cardiff nach Göteborg hat sich das Rennen in der Schlussphase zu einem brutalen Test für Mensch und Material entwickelt. Bei 40 Knoten Wind geben besonders die Spitzenteams noch einmal alles, denn es geht auch um alles. Drei Boote liegen im Kampf um den Gesamtsieg vorne. Nach einer aktuellen Kalkulation können die ersten drei Boote nach dem heute Abend gegen 22 Uhr erwarteten Zieleinlauf punktgleich sein.

Das liegt besonders an der nicht für möglich gehaltenen Leistung von Brunel. Bouwe Bekking und seine Crew schienen schon die Verlierer der Etappe zu sein, da sie den Hochdruck-Rücken nur auf Rang fünf passiert hatten. Der 10 Meilen-Rückstand nach vorne schien bei dem angesagten stabilen Starkwind nicht aufholbar. Zumal Mapfre und Dongfeng vorne lagen, die vermeintlich schnellsten Boote bei harten Bedingungen sind.

Brunel (gelb) schien vor etwas mehr als einem Tag noch schwer geschlagen nach der Flautenpassage…

…Inzwischen hat sich das Bild verändert. 280 Meilen vor dem Ziel schickt sich Bekking an Mapfre zu überholen

Gegen 22 Uhr am Abend wird der Zieleinlauf erwartet

Aber das Team mit dem gelben Boot hat auf direktem Kurs allein durch einen höheren Speed die acht Meilen auf Mapfre gut gemacht und nun den Blinker links gesetzt. Sei es durch Trimm, oder Steuerkunst, bei den extremen Bedingungen ist Brunel einfach schneller.

Dagegen fällt Dongfeng immer weiter zurück, das Team, das sonst im Sturm dominierte. AkzoNobel ist vorbei gezogen und selbst Turn The Tide kommt immer näher. Diese Konstellation könnte sich als sehr kostspielig in der Gesamtwertung erweisen. Wenn Caudrelier noch Platz drei sichern kann, und Brunel gewinnt, wären vor der letzten Etappe tatsächlich die ersten drei Boote punktgleich. Aktuell allerdings würde der Franzose einen Punkt Rückstand haben vor dem Finale. Mit dem am Ende verteilten Bonuspunkt für die schnellste Gesamtzeit lägen aber wieder alle drei Boote gleichauf.

Die Gesamtwertung, wenn Brunel, die Etappe vor Mapfre gewinnen würde und Dongfeng auf Rang drei läge.

Aber kurz vor dem Ziel ist noch alles möglich. Die ersten fünf Boote liegen nur 7 Meilen auseinander. Was für eine Dramatik! Das Volvo Ocean Race kann in der schwierigen Situation nach der Bekanntgabe von Volvo, die Eigentümerschaft abzugeben, noch einmal mit unglaublicher Spannung und starken Bilden mächtig für sich werben.

Segelwechsel bei Brunel:

AkzoNobel Segelwechsel von J1 auf J2:

Volvo Ocean Race Tracker live

Mapfre dominiert bisher die Etappe, gerät aber unter Druck von Brunel. © Ainhoa Sanchez /VOR

Brunel ist bei 40 Knoten Wind der Chef im Ring. © Ainhoa Sanchez /VOR

Bekking drückt mächtig aufs Gaspedal. © Ainhoa Sanchez /VOR

Vestas segelt die vorletzte Etappe enttäuschend. © Ainhoa Sanchez /VOR

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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