Volvo Ocean Race: Dongfeng in Itajai angekommen, der Mast auch – Die Hatz geht weiter

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Das arg gebeutelte Dongfeng Team scheint beim Volvo Ocean Race wieder in der Spur zu sein, um Rang zwei zu verteidigen. Das Boot und der neue Mast können für das Wochenende vorbereitet werden.

Das chinesische Dongfeng Team hat das Rennen um die Tabellenspitze beim Volvo Ocean Race vorerst verloren, aber das logistische Wettrennen zum Start der sechsten Etappe von Itajai nach Newport (USA) am Sonntag  scheint  es gewinnen zu können.

Am Montag kam der rote VO65 nach zehn Tagen Überführung von Ushuaia mit seinem Notrigg und unter Motor im brasilianischen Hafen an. Und fast gleichzeitig traf der Truck mit dem Ersatzmast von Sao Paolo aus ein.

Posted by Dongfeng Race Team on Sonntag, 12. April 2015

 

Damit scheint das Konzept zu greifen, möglichst viele Schiffe auch trotz eines Rigg-Schadens im Rennen behalten zu können. Drei der 28,4 Meter langen Ersatzmasten von Southern Spars waren vor dem Rennen an strategisch wichtigen Orten gelagert worden, um sie im Falle eines Falles zum Havaristen transportieren zu können.

Rülpsende Überführungscrew

Dongfeng Mast

Zuerst wurde der Mast in Dubai Richtung Amsterdam verladen. © Dongfeng

Der neue Mast für Dongfeng wurde von Dubai nach Amsterdam geflogen und von dort nach Sao Paolo gebracht. Von dort nahm er seinen Weg über 600 Kilometer per Truck zum Hafen in Itajai. Größtes Problem schien die Möglichkeit zu sein, dass die Trucker am Wochenende nicht fahren würden. Aber die Sorge schien offenbar unbegründet.

Auch die Überführung des Schiffes, auf dem nur die beiden Chinesen vom Rennteam zusammen mit der rülpsenden Überführungscrew Dienst tun mussten, verzögerte sich mangels Wind. Das Notrigg schien zuerst nicht genügend Vortrieb zu entwickeln, um den engen Zeitplan einzuhalten. Die Maschine musste gequält werden, und es drohte, der Sprit auszugehen. Aber schließlich hat sich die Ankunftszeit doch noch so erträglich gestaltet, dass eine seriöse Vorbereitung auf die nächste Etappe möglich scheint.

Dongfeng Mast

Die Lagerung im Frachtraum. © KLM Cargo

Dabei hatte Dongfeng Glück im Unglück, dass immer noch der zweite Platz winkt. Der härteste Konkurrent Brunel schwächelte mit Rang vier und liegt in der Gesamtwertung immer noch zwei Punkte zurück auf Rang drei. Aber dort lauert nun auch das immer stärker werdende Mapfre Team und selbst Alvimedica liegt nur einen weiteren Punkt zurück.  Der Kampf um Rang zwei wird noch ein heißer Tanz.

Kann Abu Dhabi nur ein Schaden stoppen?

An der Spitze dagegen liegt Abu Dhabi deutlich mit sieben Punkten vorne. Ian Walker kann jetzt schon auf eine konservative Sicherung-Strategie umschalten. Es müsste schon ein Wunder passieren, wenn die Favoriten noch scheitern sollten. Ein Schaden vielleicht?

Dongfeng Mast

Per Kran wird mit dem 28,4 Meter Rohr hantiert. © KLM Cargo

Der ist nach dem Mastbruch von Dongfeng nicht von der Hand zu weisen. Dabei ist nach wie vor die Frage nicht geklärt, wie so etwas passieren konnte. Wenn ein Team sein Boot selber vorbereitet, ist es alleine dafür verantwortlich, dass alles hält. Bei gestelltem Material kann es allerdings kaum sorgfältig prüfen und Risiken ausschalten. Bei manchen Regatten mit zur Verfügung gestelltem Material gibt es sogar eine Wiedergutmachung im Falle eines Schadens.

Das ist beim Volvo Ocean Race schwer möglich, weil die Schuld des Verursachers schwer überprüfbar ist. Hat Dongfeng tatsächlich zu hart gepuscht. Skipper Caudrelier betonte, im Moment des Schadens deutlich vom Gas gegangen sein, um das Boot zu schonen.

Zu harter Segelstil?

Dongfeng Mast

Der Monster-Transport auf der brasilianischen Straße. © Sam Greenfield / Volvo Ocean Race

Aber möglicherweise nahm er das Material zuvor zu hart ran. Die Konkurrenz mutmaßte schon, dass die Franzosen so schnell sind, weil mehr ans Limit gehen. Könnte der Mastbruch ein Folgeschaden aus diesem Segelstil sein?

Zweimal berichtete das Team schon über Probleme mit der sich ablösenden Mastspur. Kann das Karbonrohr dabei etwas abbekommen haben? Auch die Vorsegel Leitösen lösten sich aus dem Deck und Oturigger brachen. War das nun die Quittung?

Sicher ist, dass alle Teams auf die Schaden-Analyse des neuseeländischen Masten-Herstellers Southern Spars mehr als gespannt sind. Das Rohr muss einer eingehenden Untersuchung unterzogen werden. Handelte es sich bei Dongfeng um einen Montags-Mast, oder droht der Konkurrenz das gleiche Schicksal?

Dongfeng Mast

Der Dongfeng Mast wird in Amsterdam einer KLM Frachtmaschine in den Rachen geschoben. © KLM Cargo

Dongfeng Mast

Der Ankerplatz in Ushuaia. © Henry Woodhouse / Dongfeng Race Team

Dongfeng Mast

Mini Groß am mini Mast für die Überführung. © Henry Woodhouse / Dongfeng Race Team

Dongfeng Mast

Ankunft der Überführungscrew nach zehn Tagen auf See. © Dongfeng

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Carsten Kemmling

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