Volvo Ocean Race: Dongfeng verliert 80 Meilen – Rennen um Etappensieg wieder spannend

Wieder eingefangen

Die Straße von Malakka:

Beim Volvo Ocean Race hat Dongfeng seinen 106 Meilen Vorsprung wieder verloren. Die Verfolger sind in Schlagdistanz obwohl auch sie in der Gegenströmung zurücktrieben. Gibt es einen Neustart?

Charles Caudrelier wollte es von Anfang an nicht glauben. Ja, bisher laufe es ganz gut, aber in der Straße von Malakka bedeutet auch der größte Vorsprung gar nichts. Der knorrige Franzose wollte kein Fünkchen von Euphorie oder Selbstzufriedenheit zulassen. Er wusste, was vor ihm liegt.

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Ein Windhauch beschleunigt Alvimedica in der Bay of Bengal. © Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race

Die Straße von Malakka, berüchtigtes Nadelöhr, notorische Flautenfalle, müllübersähte Hindernisstrecke. Caudrelier ist am Eingang der Meerenge zwischen der Malaiischen Halbinsel und der Nordostküste von Sumatra auf 106 Meilen davon gezogen, aber dann verlor er innerhalb von 12 Stunden 80 Meilen.

Dann erwischte er wieder Wind, vergrößerte den Vorsprung von um sechs auf 31 Meilen als die Konkurrenz im Gegenstrom sogar zurück trieb. Aber drei Stunden später war die Hälfte des Vorteils wieder verbraucht und der Abstand betrug nur noch 16 Meilen. Ein Wechselbad der Gefühle.

Plötzlich ankern

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Erwischt. Liu Xue fallen während der Wache die Augen zu. © Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race

Einzelne Wolken machen den Unterschied aus. Unter ihnen fehlt der Wind, und man kann quasi stecken bleiben. “Es gibt so viele Zufälligkeiten”, sagt Alvimedicas Navigator Legende Will Oxley. Und er spricht aus Erfahrung. 2012  musste er mit Camper im starken Gegenstrom plötzlich ankern lassen während die Konkurrenz davon segelte. Ein frustrierendes Erlebnis.

Diesmal erwischte er bisher eine gute Malakka Passage mit seinem Team, das bisher noch keine Akzente setzen konnte. Aber ein Angriff beim Eintritt in die Straße führte das US-Boot zeitweilig auf Rang zwei. Brunel war bisher der große Verlierer im Katz- und Maus-Spiel der vier dicht beieinander liegenden Boote im Mittelfeld.

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Gerd-Jan Poortman ist auf Brunel nicht mehr ganz so frisch. © Stefan Coppers/Team Brunel/Volvo Ocean Race

Wer in den zehn Meilen Radius des Automatic Identification Systems (AIS) kommt, kann keine unbeobachtete Bewegung mehr machen. Sie erscheint auf dem Bildschirm der Gegner. Jeder Ausbruchsversuch kann gekontert werden. Die Speed-Daten der Schiffe sind genau zu sehen.

Glück und Pech

Das SCA Team kann dieses Spiel seit Tagen nicht mitspielen. Die Frauen kommen einfach nicht heran. Es fehlt auch das Glück, um endlich etwas aufschließen zu können. Bis auf 20 Meilen waren sie an Platz fünf mal wieder dran. Aber dann stecken sie doch wieder fest und kommen nicht ran. Vielleicht geht doch noch mal etwas. Es wäre ihnen zu wünschen.

An der Spitze dürfte jedenfalls in den nächsten Stunden eine wichtige Vorentscheidung  fallen. Kann sich Dongfeng erneut von den Verfolgern lösen oder gibt es einen Neustart. Glück und Pech spielen zurzeit eine große Rolle.

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Sonnenaufgang in der Flaute. Dongfeng muss zusehen, wie die Konkurrenz aufholt. © Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race

Sonnenaufgang in der Flaute. Dongfeng muss zusehen, wie die Konkurrenz aufholt. © Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race

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Will Oxley bereitet sich gewissenhaft auf die Straße von Malakka vor. © Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race

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Flaute für Abu Dhabi. Die Wolken geben den Weg vor. © Matt Knighton/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

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Wie beim Inshore Race. Gewicht auf der Kante von Alvimedica beim Eintritt in die straße von Malakka. © Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race

Wie AIS das Spiel verändert:

Flautenspiele:

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Volvo Ocean Race: Dongfeng verliert 80 Meilen – Rennen um Etappensieg wieder spannend“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Finish! Die Schiffe sind im Ziel. Bis auf SCA. DonFeng hat einen souveränen Sieg eingefahren. Fast ein Start – Ziel Sieg ersegelt. Bei der Etappe eine sehr respektable Leistung. Brunel hat mächtig Federn gelassen. Als 5. im Ziel. Endlich hat Mapfre mal ein solides Rennen geliefert ohne exzentrische Kurswahl.
    Sehr schade, SCA scheint wirklich nicht das Niveau zu haben wie der Rest der Flotte. Dong Feng war immer voraus. Dahinter gab es ein 4 Boote Matchrace und SCA folgte im sicheren Abstand. Konnte immer mal wieder aufholen aber nie mitmischen. Es gab immer einen Rückstand.
    Woran mag das liegen? Glaube nicht das das Geschlecht der Mannschaft der ausschlaggebende Faktor ist. Fehlt die Erfahrung, Routine und coolness bei solchen Langstreckenrennen immer voll konzentriert zu segeln? Sind es die kleinen Fehlerchen, die sich dann summieren?

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