Volvo Ocean Race: Dongfeng von Null auf 100 am gesamten Feld vorbei

Sahne-Schlag

Unglaublich, was da gerade beim Volvo Ocean Race passiert. Dongfeng hangelt sich am gesamten Feld vorbei in die Führungsposition.

Volvo Ocean Race, Mapfre

Nach Mapfres Extremschlag gen Süden taucht plötzlich wieder die führende Brunel vor dem Bug auf. © Francisco Vignale / MAPFRE / Volvo Ocean Race

So ein Sahne-Schlag gelingt nicht alle Tage. Da arbeitet sich das Führungsquartett in den vergangenen Stunden mit intensiven Bord an Bord Kämpfen aneinander ab, und dann macht das vermeintlich abgeschlagene Dongfeng Team innerhalb von sechs Stunden 24 Meilen gut. Es hat jetzt die Führung übernommen.

Solche Szenarien sind auf kleinsten Binnenrevieren denkbar, aber nicht im Southern Ocean, wo die Crews eben noch bei brutalen Bedingungen eine Patenthalse nach der anderen fuhren.

Unglaublich. Dongfeng (rot)  zieht auf direktem Kurs am gesamten Feld vorbei.

Unglaublich. Dongfeng (rot) zieht auf direktem Kurs am gesamten Feld vorbei.

Dieses Rennen hält wahrlich große Überraschungen bereit. So stellte schon der Zusammenschluss des Feldes kurz vor dem Erreichen der nördlichen Eis-Barriere eine bizarre Wendung der Ereignisse dar. Ausgerechnet am Point Nemo, dem Punkt im Meer, der auf der Weltkugel am weitesten von Land entfernt ist, trafen sich die vier Schiffe an der Spitze.

Sie waren nicht nur im zehn Meilen AIS Radius zu sehen, sondern konnten sich sogar per Funk unterhalten. Mapfres Südkurs vom Feld weg brachte die Spanier exakt wieder mit den Booten auf der Nordroute zusammen.

Glück gehabt

Und nun auch noch Dongfeng. Charles Caudrelier, der zunehmend Druck von seinem Team nehmen möchte, indem er die Unerfahrenheit seiner Chinesen ins Spiel bringt, rauscht plötzlich an die Spitze.

Dabei hatte sein Navigator Pascal Bidegorry, der nach seiner selbst gewählten Pause bei der vergangenen Etappe wieder in Fahrt kommt, keine großen strategischen Optionen. Denn die künstliche Eis-Grenze, die die Flotte an den größten Eisbergen vorbei führen soll, schränkt die Bewegungsfreiheit stark ein.

Aber für Dongfeng öffnete sich bei leichtem Wind plötzlich ein Pfad, der den voraus segelnden Booten nicht bestimmt war. Die Chinesen segelten einfach geradeaus parallel zur Barriere, während die Konkurrenz mühsam einen langsamen Schlenker nach Norden ausführen musste. So etwas nennt man Glück. Die Etappe ist wieder völlig offen.

Volvo OCean Race

Alle wieder beisammen. Zum Sonnenuntergang sind Brunel und Abu Dhabi. für Alvimedica wieder in Sichtweite. © Amory Ross / Team Alvimedica / Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Dongfeng von Null auf 100 am gesamten Feld vorbei“

  1. avatar Arwed sagt:

    Alte Regatta-Weisheit: Wer hinten liegt, muss anders segeln als die Anderen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

  2. avatar christian1968 sagt:

    Dongfeng rules 🙂

    Aber die Brunel Fans tun mir schon etwas leid. Jedes Mal, wenn Brunel mit großem Vorsprung in Führung liegt, schaffen sie es, das in einen beachtlichen Rückstand zu verwandeln…

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  3. avatar Lyr sagt:

    und wieder mal so gewonnen so zerronnen… schon krass dieses Rennen 8-|

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