Volvo Ocean Race: Erneutes Drama-Finish steht bevor – Gelingt Brunel diesmal der Triumph?

Erneutes Fingernagel-Abknabber-Finale

Auch auf den letzten 150 Meilen der neunten Volvo-Ocean-Race-Etappe setzt sich das Match Race der beiden holländischen Boote an der Spitze fort. Die aktuelle Konstellation birgt Hochspannung für die Gesamtwertung.

Antonio Cuervas-Mons and Guillermo Altadill versuchen, sich zu beschäftigen. Im Rennen ist der Zug wohl abgefahren. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Das in der Gesamtwertung führende Mapfre-Team hat am Wochenende nicht das erhoffte Comeback starten können. Die auf Rang fünf liegenden Spanier werden ihre Spitzenposition wohl erneut abgeben müssen. Sie können nur hoffen, dass Dongfeng keinen weiteren Platz gut macht, und dass AkzoNobel die Etappe gewinnt.

Bei der aktuellen Konstellation mit Mapfre auf fünf, Dongfeng auf drei und Brunel auf eins würde Xabier Fernandez die Führung um einen Punkt an Dongfeng verlieren und die Holländer mit nur noch zwei Punkten im Nacken haben.

Die aktuelle Situation 150 Meilen vor dem Ziel. Brunel hat eine knappe Führung übernommen. Dongfeng greift auf einem nördlichen Kurs an.

Mapfre war bei der Passage eines Hochdruck-Keils dem erneuten Comeback ganz nahe, hatte den 100 Meilen-Rückstand zur Spitze auf 22 reduziert und Vestas wie auch Dongfeng schon im Blick. Aber dann zog sich das Gummiband wieder auseinander. Beide Gegner sind wieder um 30 und 40 Meilen davon gesegelt.

Die Situation vor dem Hochdruck-Keil. Das Feld schob sich wieder zusammen…

…Mapfre (weiß) war in der Flaute vor den britischen Inseln schon wieder bis auf 4 Meilen an Vestas und 10 an Dongfeng dran, musste aber wieder abreißen lassen.

Dennoch mag man das Team von Xabi Fernandez nach der unglaublichen Dramatik vor Newport nicht abschreiben. Und so wird es auch der Konkurrenz gehen. Nebelschwaden zogen über das Seegebiet vor den britischen Inseln, und so manch einer auf den gegnerischen Booten mochte mit übermüdeten Augen die Umrisse des roten Bootes gesehen haben.

Wiederholung des Wunder-Comebacks?

Aber im Segelsport wiederholen sich solche Wunder-Combebacks nur selten, und so scheint diesmal ein solches Finish ausgeschlossen, auch wenn man bei erneut leichten Bedingungen vor Cardiff und den bisherigen verrückten Renn-Ausgängen niemals nie sagen sollte. Diesmal könnte allerdings Dongfeng der große Gewinner werden, wenn sich die beiden Holländer an der Spitze zu sehr beharken.

Blair Tuke auf Mapfre sucht die Konkurrenz, die am Horizont entschwindet. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Bouwe Bekking hat es zwar gerade wieder geschafft AkzoNobel knapp zu überholen, nachdem das blaue Boote den frischen Wind nach der Flaute ein wenig früher erwischt hatte. Aber nun geht es darum, den möglichen Big Point auch wirklich mal zu machen.

Die AkzoNobel Strategen diskutieren die Optionen beim Kampf um den Etappensieg.© Konrad Frost/Volvo Ocean Race

Die Chance ist vorhanden. Aber Bouwe Bekking äußert sich eher zurückhaltend über die große Möglichkeit, wieder eine Rolle beim Kampf um den Gesamtsieg spielen zu können. “Vielleicht war ich etwas pessimistisch bei meinen vergangenen Äußerungen in Bezug auf die möglichen Verluste in der Flaute. Aber auf diese Weise schmerzt es weniger :-)”

Zu Dongfeng sagt er: “Wir können sie nicht kontrollieren, weil sie in einem anderen Wetter-System segeln. Wir müssen die richtigen Entscheidungen für uns treffen. Und ich kann sagen, dass unser Navigator Capey wieder einen großartigen Job gemacht hat.” 

Annemieke Bes bastelt am Schothorn. Si kann sich Zeit lassen. Scallywag liegt wieder über 200 Meilen zurück. © Rich Edwards/Volvo Ocean Race

Das Finale mit einem Kreuzkurs auf den letzten 150 Meilen wird also erneut zum Fingernagel-Abknabberer! Dieses Volvo Ocean Race könnte danach wieder völlig offen sein.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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