Volvo Ocean Race In Port: Wieder Abu Dhabi vorne, Mapfre hinten – SCA Frauen stark

Dreikampf unter dem Tafelberg

Die Höhepunkte beim In Port Race:

Abu Dhabi hat beim Volvo Ocean Race nach starkem Start vor Kapstadt das zweite In-Port-Race gewonnen knapp vor Brunel und dem SCA Team.

Volvo Ocean Race Kapstadt

Vestas an der Leetonne. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

Eigentlich ging es ja um nichts. Die Skipper der Crews bemühten sich, vor dem Start zu betonen, dass man es beim In Port Race locker angehen wolle. Bloß nichts kaputt machen und ganz solide eine ordentliche Platzierung einfahren.

Die kann am Ende eine Bedeutung haben. Aber nur als Tiebreak bei einem möglichen Gleichstand in der Gesamtwertung. Damit ist es für die Crews äußerst schwierig, diese Show Rennen an den Etappen-Standorten ernst zu nehmen.

Subtiler Druck

Volvo Ocean Race Kapstadt

Dreikampf an der Spitze. SCA Tem gerefft aber mit großer Fock. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

Andererseits werden die Kurzrennen live übertragen. Die Fans erwarten von ihren Lieblingen eine ordentliche Leistung. Und auch die Sponsoren mögen es sicher lieber, wenn ihre Marke an der Spitze des Feldes in Erscheinung tritt als am Ende.

Da mag zu einem subtilen Druck führen, der die Teams durchaus dazu verleiten mag, in Wahrheit eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag zu legen. Aber vielleicht so wie ein Tour-de-France-Radfahrer, der einen Ausreißversuch unternimmt, um möglichst lange Fernsehzeit für seinen Sponsor zu generieren.

Andererseits hat das In-Port-Race aber auch eine psychologische Wirkung. Die Teams sind noch dabei, sich zu finden. Und das Selbstbewusstsein, das sie aus guten Platzierungen in den Kurzrennen schöpfen, kann wichtiger Treibstoff sfür die nächste Etappe sein.

Fehlende Fortune

Volvo Ocean Race Kapstadt

Vorwind-Start unter dem Tafelberg. Vestas (2.v.l.) geht am Startschiff der Wind aus. Abu Dahbi (r.) zieht auf dem anderen Bug davon. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

So zeigte das dänische Vestas Team wie schon beim ersten In-Port-Race in Alicante, dass es den Anspruch hat, ganz vorne zu segeln und kämpfte um den Top Spot an der Startlinie. In Spanien führte das noch etwas übereifrig zu einem Frühstart. In Kapstadt fehlte einfach etwas Fortune.

Der Wind blieb im Moment des Vorwind-Starts auf ihrer Seite der Linie einfach aus und drehte in die falsche Richtung. Abu Dhabi dagegen startete unter Gennaker auf entgegengesetztem Bug mit Wind von Backbord und rauschte fast auf direktem Kurs zum Leetor. Ein echtes Schweinerennen.

Große Druckunterschiede und Winddreher auf der Bahn entschieden das Rennen schon früh. Der Abstand zwischen der Spitze und dem letzten Boot war extrem. Die drei Teams Vestas, Mapfre und Alvimedica, die extrem auf die rechte Seite segelten hatten keine Chance mehr, aktiv in das Renngeschehen vorne einzugreifen.

Dreikampf an der Spitze

Volvo Ocean Race Kapstadt

Die Sieger-Crew über ihrem Neigekiel. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

Das Rennen schien schnell langweilig zu werden aber schließlich wurde es noch einmal eng zwischen den ersten drei Yachten. Auf allen Kursen zeigten die Teams unterschiedliche Segelkombinationen und unterschiedliche Winkeln zum Wind.

Abu Dhabi wollte seine Führung ganz sicher verteidigen, ohne die Gefahr, eines der limitierten Segel zu zerstören – Alvimedica zog sich tatsächlich einen Riss im Fock-Achterliek zu – , dabei verschenkte er fast den Sieg.

Denn die Frauen und Brunel kamen stark auf und schienen auf der finalen Kreuz schon fast vorbei. Aber Ian Walker setzte selbstbewusst oder glücklich voll auf die linke Seite und erwischte kurz vor dem Ziel eine extreme Links-Winddrehung, die fast sogar noch Dongfeng an dem über rechts angreifenden pinken Schiff vorbei führte.

Volvo Ocean Race Kapstadt

Gute Leistung von den Frauen bei anspruchsvollen Bedingungen. © Ainhoa Sanchez/Volvo Ocean Race

Alles in allem gute Unterhaltung beim In Port Race. Vielleicht ist es dann doch etwas schade, dass es um nahezu nichts geht. Die beiden letzten Teams Alvimedica und Mapfre traten sogar mit einem Mann weniger in Kapstadt an. So war bei den Spanieren Skipper Martinez nicht an Bord.

 

Ergebnisse Kapstadt In-Port-Race

1. Abu Dhabi Ocean Racing – 15:06:57 -1pt
2. Team Brunel (NED) 15:08:00 – 2pts
3. Team SCA (SWE) 15:09:04 – 3pts
4. Dongfeng Race Team (CHN) 15:09:22 – 4pts
5. Team Vestas Wind (DEN) 15:11:25 – 5pts
6. Team Alvimedica (USA/TUR) 15:16:14 – 6pts
7. MAPFRE (ESP) 15:18:32 – 7pts

Ergebnisse In Port Kapstadt

Gesamtstand nach zwei In-Port-Races

 

Live Übertragung In Port Race:

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Volvo Ocean Race In Port: Wieder Abu Dhabi vorne, Mapfre hinten – SCA Frauen stark“

  1. avatar Felix sagt:

    11 Minuten zwischen dem ersten und dem letzten. Das war eines der langweiligsten VOR Rennen die es bisher gab.

    Es ist gut wenn die Rennen für Medien und Zuschauer ausgerichtet werden, aber einen vernünftigen Kurs sollte man evtl. trotzdem auslegen…

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  2. avatar T.K. sagt:

    Was soll immer dieses “die Frauen” oder “Gute Leistung von den Frauen bei anspruchsvollen Bedingungen” Geschwafel?

    Das ist das Team SCA! Punkt!

    Das da zufällig Frauen an Bord sind wissen hier inzwischen alle!

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    • avatar MapfreLiker sagt:

      Die ganze Republik quält sich damit ab, sich nicht erwischen zu lassen, Frauen falls irgendwo beteiligt nur ja nicht zu nennen und er möchte, daß man die Frauen hier nicht als Frauen bezeichnet. Bullshit.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 2

  3. avatar Alex sagt:

    “Die Frauen und Brunel”

    Ist es so schwierig “SCA und Brunel” zu schreiben.

    SCA hat gezeigt, ihre Messer zwischen den Zähnen sind nicht kürzer oder stumpfer als die der anderen Teans.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 18 Daumen runter 19

    • avatar Tango sagt:

      Was soll denn diese Gleichmacherei ?

      Vielleicht ist der Hinweis auf die Damen-Crew seitens des Sponsors sogar erwünscht.

      Wenn die rechte Seite nicht stark benachteiligt gewesen wäre, hätte es für die links segelnden Damen im übrigen nur für einen der hinteren Plätze gereicht.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 6

      • avatar Alex sagt:

        Dann schreibt man die Frauen und Männer.

        Ich bin im Mannschaftssport groß geworden und kenne es nicht anders, als dass man zuerst die Mannschaft benennt, egal aus wem sie besteht. Erst im zweiten Satz wird differenziert ob sie aus Männer, Frauen, Kinder, Anfänger, alte Hasen, Behinderte oder sonst was besteht.

        Bei unserne Cat-Assen Gaebler spricht ja auch keiner vom Team mit dem Frauenvorschoter.
        Das ist einfach das Team Gaebler.

        Übrigens, der Sponsor ist SCA. der sieht sicher lieber auch sein Kürzel in den Medien und wie erfreut wird er wohl sein, wenn die Konkurrenten immer schön brav mit ihrem Hauptsponsor benannt werden, und er nur „die Frauen“ ist?

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        • avatar Carsten Kemmling sagt:

          meine güte 🙂 es gab ja schon einige amüsante diskussionen hier auf SR. aber diese schafft es definitiv unter die top drei.

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          • avatar Alex sagt:

            Bissl Schiesdreckschwätze ist doch keine Diskussion. 😉

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          • avatar Digger sagt:

            Liebe Seglerinnen und Segler, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Segelreporterinnen und Segelreporter, liebe Leserinnen und Leser, liebe Haarspalterinnen und Haarspalter.

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  4. avatar Christopher sagt:

    Hallo,

    ich hab da mal 2 Fragen.

    1. Warum gibt es bei diesem Volvo Ocean Race keine on-bord Bilder bei den Inport races? Das war beim letzten Renne besser, oder nicht?
    2. Wo haben die denn bitte diese Komntator gefunden? Moderiert der sonst Darts bei sport1? Das kann sich doch keiner anhören.

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