Volvo Ocean Race: Irre Drohnen-Bilder aus dem Nord-Atlantik – Die Rekord-Fahrt von Brunel

Bilder für die Ewigkeit

Kurz bevor die Volvo Ocean Race-Flotte wieder zum Stillstand kommt, zeigt Brunel sein Video von den unglaublichen Extrem-Bedingungen im Atlantik. Nur ein 100 Fußer war als Einrumpfer schon mal schneller unterwegs.

Diese Bilder rauben einem den Atem. So schnell hat man diese Monohulls noch nie gesehen. Brunel hat im Nord-Atlantik den 24-Stunden-Rekord gejagt und schickt sich an, beim Rennen um den Gesamtsieg wieder eine Rolle zu spielen, aber was auch immer passiert, diese Bilder werden für die Ewigkeit bleiben.

Die Crew kämpft sich mit Helmen bestückt durch die brodelnde See und nutzt fast schon spielerisch jeden neuen Brecher als Abschussrampe für den nächsten Surf. Das Wellensystem passt optimal zum Steuerwinkel, die Wasserberge sind nicht zu hoch, und damit stoppt der Rumpf nicht so extrem ab, wenn er mit dem Bug in ein Tal knallt.

Dazu hilft der Golfstrom und das Wissen der Crew um die Limits ihrer Yachten. Denn eigentlich sind die Onedesign-Yachten sicher nicht die schnellsten Monohulls ihrer Art. Aber sie puschen die VO65 zu bisher nicht für möglich gehaltene Etmale. Bezogen auf die 24-Stunden-Leistung hat bisher nur der 100-Fußer “Comanche” mehr Meilen geschafft.

Volvo OCean Race, Brunel

Brunel schafft nicht ganz den 24h-Rekord der Landsleute von AkzoNobel, aber so richtig langsam sieht das auch nicht aus. © Sam Greenfield / Volvo Ocean Race

Bekking bestätigt: “Dieser Speed sagt etwas darüber aus wie viel die Crews darüber gelernt haben, Geschwindigkeit aus diesen Einheitsyachten zu quetschen. Die Lernkuve steigt immer weiter. Außerdem hat North Sails uns Segel gegeben, die noch besser zu diesen Bedingungen passen. Natürlich mögen wir den Speed, hassen aber diese starken Krängungswinkel. Man kann einfach nirgendwo richtig sitzen. Für die Grinder ist es eine nahezu unmögliche Position, weil die Wellen einen dort heftig treffen. Man stelle sich vor alle 15 Sekunden von einem harten Wasserstrahl mit 50 km/h getroffen zu werden. Das ist verrückt.” 

AkzoNobel ist es schließlich gelungen, den absoluten Bestwert auf 601.63 Meilen festzusetzen, und das entspricht einem Mittel von 25.08 Knoten.

Diese Phase des Rennens ist aber schon wieder Vergangenheit. Und nun zeigt sich wieder die andere Seite dieses Sports: Flauten-Treiberei. Möglicherweise müssen die Teams vor dem Ziel im Gegenstrom ankern. Denn der Fluss Severn fließt bei Cardiff ins Meer und sorgt zusammen mit der Strömung im zweitstärksten Tidengebiet der Erde für extreme Bedingungen. Bei Spring-Tide kann der Wasserfluss bis zu 8 Knoten betragen. Dann hilft nur Ankern, Warten auf das Kippen der Strömung oder auf stärkeren Wind.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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