Volvo Ocean Race: Kämpfen mit dem Gegenstrom – SCA mit drei Anläufen am Raz de Sein

Husarenstück knapp verpasst

Bei der letzten Etappe des Volvo Ocean Races hat das Frauenteam knapp ein Husarenstück verpasst. SCA versuchte, das berüchtigte Strömungs-Gebiet Raz de Sein auf direktem Weg zu queren, trieb aber dreimal zurück.

Team SCA

Das Team SCA versucht gegen die Strömung im Raz de Sein anzukommen. © Rick Tomlinson/Team SCA

Die Frauen scheinen viel Selbstbewusstsein aus dem Sieg der vergangenen Etappe mit in das Finale genommen zu haben. Als die gesamte Flotte weit auf See hält, um der starken Gegenströmung zu entgehen, befiehlt Sam Davies einen Kurs direkt in das Wirbelwasser.

Das ist deutlich kürzer als der westliche Umweg. Es muss nur genügend Wind vorhanden sein, um die sechs Knoten Gegenströmung zu bezwingen. Unter Land im deutlich geringeren Strom schleichen sie sich jeweils nahe an die Raz de Sein-Enge heran. Aber sobald der Bug auf das aufgewirbelte Wasser trifft, schiebt es sie wieder weit zurück.

Team SCA

Dreimal versuchen die Frauen, hier vorbeizukommen und treiben immer wieder zurück. © Rick Tomlinson/Team SCA

Das Manöver scheint schließlich völlig daneben zu gehen. Der Anker liegt parat, um allzu großes Abtreiben zu verhindern. Die Konkurrenz im Westen schiebt sich vorbei. Aber dann klappt es doch noch mit der Passage, als die Tide zu kippen beginnt.

Team SCA

Von der Strömung aufgewirbeltes Wasser. © Rick Tomlinson/Team SCA

Es hätte ein großer Coup werden können. Am Ende kommt das magentafarbene Boot gerade noch mit einem blauen Auge davon. Aber was haben sie auch zu verlieren? Immerhin hält das Selbstvertrauen der Frauen nach dem Etappensieg noch vor. Vielleicht gelingt der nächste Ausbruchsversuch.

Team SCA

Eng unter Land erhofft sich das SCA Team eine geringere Strömung. © Rick Tomlinson/Team SCA

Möglichkeiten gibt es genug. Der nächste große Split ist gerade im englischen Kanal erfolgt. Die Flotte darf sich nur nördlich oder südlich der Hauptverkerhrszone bewegen. Bei Verletzung dieser Regel spaßt die Jury nicht, wie sie zuletzt gezeigt hat. Und nun segeln drei Yachten links und vier rechts vorbei.

Die spannenden Kämpfe finden allerdings in der Nordgruppe statt. Dort kontrolliert das in der Gesamtwertung zweitplatzierte Brunel Team die Konkurrenten Dongfeng und Mapfre, die noch um eine Chance auf Rang Zwei kämpfen. Beide Kontrahenten müssten drei Punkte gut machen. Da kommt Bouwe Bekking der Split sehr gelegen. Die Separierung bedeutet, dass sich nicht zu viele Schiffe zwischen ihn und die direkten Gegner schieben können.

Dongfeng

Horace kämpft auf Dongfeng bis zum Sonnenuntergang. © Yann Riou / Dongfeng Race Team / Volvo Ocean Race

Highlights Etappenstart:

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Inport Race Lissabon Live Replay:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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