Volvo Ocean Race: Mapfre in Führung – War es der entscheidende Dongfeng-Fehler?

"Sorgt euch nicht"

Das harte Duell an der Spitze der Flotte setzt sich fort. Haben die Dongfeng-Strategen nun die Nerven verloren? Die Verletzung von Annie Lush bei Brunel ist schlimmer als gedacht.

“Es ist gut, vorne zu sein, aber der Druck ist groß. Man kann nur verlieren.” So äußert sich Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier gut fünf Tage vor dem Etappenziel beim Volvo Ocean Race. Kurz danach ist Mapfre vorbei.

Volvo Ocean Race

Auch Vestas Navigator Simon Fisher gibt sich dem Eiswasser-Strom hin. © Sam Greenfield/Volvo Ocean Race

Die Spanier haben in fünf Stunden ein Defizit von sechs Meilen in einen Vorsprung von fast zwei Meilen umgewandelt. Sie segeln auf einem südlicheren Kurs an der Eisgrenze entlang (Onboard-Video) seitdem Dongfeng einen Nordschlenker ausgeführt und die enge Deckung aufgegeben hat.

Navigator Bidegorry und Skipper Caurdrelier müssen etwas auf dem Wetterbild etwas gesehen haben, was bisher noch nicht eingetreten ist. Sie segeln nun auf parallelem Kurs elf Meilen weiter nördlich mit Wind von achtern und können den Gegner nicht halten, der mit einem etwa 1 Knoten stärkeren Wind segelt.

Dongfeng hat einen Split nach Norden generiert und 6 Meilen voraus den Gegner nicht mehr gedeckt…

Fünf Stunden später segelt Mapfre auf dem südlicheren Kurs 1,7 Meilen voraus.

Caudrelier äußerte sich schon frustriert, dass Mapfre gerade auf dem Vorwind-Kurs schneller ist. Auf einem Reach sehe die Sache deutlich anders aus. Möglicherweise hofft er auf den weiter links drehenden Wind, der ihm einen spitzeren und damit schnelleren Kurswinkel verschafft.

Ankunft Heiligabend? Beim jetzigen Schnitt von 500 Meilen kann es klappen.

Der Abstand des Duos zum hinteren Feld hat sich weiter vergrößert. Vestas auf Platz drei liegt gut 100 Meilen achteraus und hält seit Tagen den Abstand auf Brunel konstant bei rund 30 Meilen.

Brunel Volvo, Ocean Race

Wasser marsch! © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Brunel-Skipper Bouwe Bekking hat auch zusätzliche Sorgen. Die Verletzung von Annie Lush hat sich als schwerer herausgestellt als erwartet. Sie liegt in ihrer Koje und kann sich kaum bewegen. “Da liegt ein Mädchen, das alles für sein Team gegeben hat,” sagt Bekking. Nun müsse sie zusehen, wie ihre Freunde arbeiten, sie Versorgen und beim Toilettengang helfen. “Was wird durch ihren Kopf gehen? Sie wird sich als Last und unnötigen Ballast für das Team fühlen.”

Brunel Volvo, Ocean Race

Annie Lush in ihrer Koje. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Aber Bekking ist ein netter Skipper. Er wendet sich mit einer Botschaft von Bord an Lushs Eltern: “Sorgt euch nicht zu sehr, wenn ihr das lest. Wir sind eine zusammengeschweißte Einheit. Wir haben vorher darüber gesprochen, dass so etwas jedem passieren kann. Aber wir werden zusammenhalten und damit zurecht kommen. Anni ist in sehr guten Händen, und wir kümmern uns alle um sie.”

Brunel Volvo, Ocean Race

Oracles AC-Wingtrimmer Kyle Langford am Brunel-Steuer. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Volvo Ocean Race Tracker

Die Magie der Albarosse:

Womit sich die Dongfeng-Crew die Zeit vertreibt:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Spenden

Ein Kommentar „Volvo Ocean Race: Mapfre in Führung – War es der entscheidende Dongfeng-Fehler?“

  1. avatar Alexander sagt:

    Zähle ich aktuell bei Mapfre 16 Halsen in 6-9 Stunden?

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *