Volvo Ocean Race: Skipper Martinez geht bei Mapfre von Bord

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Beim spanischen Mapfre Team geht für die nächste Volvo Ocean Race Etappe der Skipper Iker Martinez von Bord. Er wird durch seinen Freund und ex 49er Vorschoter Xabi Fernandez ersetzt.

Iker Martinez (r.) übergibt das Skipper-Amt bei Mapfre an seinen 49er Vorschoter Xabi Fernandez. © Francisco Vignale/MAPFRE/Volvo Ocean Race

Iker Martinez (r.) übergibt das Skipper-Amt bei Mapfre an seinen 49er Vorschoter Xabi Fernandez. © Francisco Vignale/MAPFRE/Volvo Ocean Race

Die Nachricht hört sich dramatisch an nach dem bisher unerwartet schlechten Abschneiden des mit favorisierten Mapfre Teams. Der Skipper muss von Bord. Aber ein Rauswurf ist das Ausscheiden des bisherigen Skippers Iker Martinez auf der dritten Etappe nicht. Die Auszeit war lange geplant. Der Spanier trainiert und segelt beim Nacra 17 World Cup in Miami.

Martinez war mit seiner Vorschoterin Tara Pacheco, der 470er Weltmeister-Steuerfrau 2011, auf einem guten Weg in Richtung Olympia. Im Juli wurde das Duo in der neuen Katamaran Olympiaklasse Europameister. Aber bei der WM in Santander trennte sich die Crew. Martinez holte sich mit Marina Lopez eine neue Vorschoterin ins Boot.

Das erklärt umso mehr, warum der Spanier die Zeit nutzen muss, um sich mit Lopez einzuspielen. Sonst wäre seine Olympiaqualifikation ernsthaft gefährdet. Das Volvo Ocean Race Projekt kam dagegen für Martinez erst sehr spät. Die Spanier meldeten als zweitletztes Team.

Desjoyeaux sollte übernehmen

Es war wohl geplant, dass Vendee Globe Sieger Desjoyeaux in seiner Abwesenheit übernehmen würde. Aber das mit heißer Nadel gestrickte Team fiel nach dem letzten Platz bei der ersten Etappe auseinander. Desjoyeaux und Navigator Lunven mussten gehen.

Die zweite Etappe startete deutlich besser mit Ersatz-Navigator Jean Luc Nélias. Aber dann leistete er sich einen strategischen Fehler, der die Spanier vom ersten auf den vierten Platz zurückfallen ließ.

Nun hätte sich das Team fangen können. Aber wenn ausgerechnet Martinez das Boot in dieser kritischen Phase verlässt, ist das sicher alles andere als hilfreich. Er erklärt: “Wir haben auf der zweiten Etappe die Übergabe schon probiert. Ich bin sicher, dass Xabi es gut machen wird.” Ob dieses Abgeben von Verantwortung auch eine Erklärung für das erstaunliche Abspalten vom Feld sein kann, das ein Olympiasegler sonst eher zu vermeiden sucht?

Volvo Ocean Race als Job

Martinez hat seine Priorität deutlich gewählt. Er möchte sich  erneut für Olympia qualifizieren und in der jungen Nacra Klasse nicht den Anschluss verlieren. Das Volvo Ocean Race scheint er parallel mitnehmen zu wollen. Es ist eben sein Job.

Aber das Tanzen auf mehreren Hochzeiten hat für den Spanier zuletzt überhaupt nicht funktioniert. Beim vergangenen Volvo Ocean Race dominierte er mit Télefonica die Anfangsphase der Regatta. Aber dann brach er ein.

Die Spanier fielen auf Platz vier zurück. In den Etappenpausen trainierte Martinez mit Partner Fernandez auch für das olympische 49er Comback 2012. Nur knapp schafften die Olympia-Silber (2008) und Gold (2004) Gewinner noch die Qualifikation und schlossen die Spiele in Weymouth nur mit Rang 12 ab.

Knick in der Karriere

Danach kam es für das Duo noch zu einem Gastspiel bei Luna Rossa im America’s Cup aber Martinez trennte sich vorzeitig von den Italienern. Die Karriere bekam einen Knick nach unten. Ob er es diesmal schafft, beiden Projekten gerecht zu werden?

Für ihn kommt jedenfalls der spanische Finn Dinghy Spezialist Rafael Trujillo, Olympia-Silber Gewinner 2004, als Trimmer ins Boot. Große Erfahrung als Offshore-Profi besitzt er nicht. Aber er weiß, wie man Regatten gewinnt.

Der neue Skipper Fernandez sagt: “Normalerweise hat Iker bei den Entscheidungen an Bord das letzte Wort. Deshalb wird sich einiges ändern. Aber ich denke, dass wir ein Team zusammengestellt haben, das mir gut bei der neuen Rolle helfen kann.

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Skipper Martinez geht bei Mapfre von Bord“

  1. avatar john sagt:

    info am rande …iker und tara segeln nicht mehr gemeinsam am nacra17. das duo hat sich nach der wm in Santander getrennt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      thks für die info. das erklärt ja dann auch umso mehr, dass iker noch ein wenig nacra üben muss. edit

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