Volvo Ocean Race SR Interview: Camper Skipper Chris Nicholson

Vom Olympia- zum Offshore-Helden

Chris Nicholson könnte genervt sein. Der deutsche Journalist schleppt ihn zum Volvo Ocean Race Cafe von Alicante, baut dort umständlich seine Kamera auf und muss dann abbrechen, als ein spanischer Volvo Race Animateur ohrenbetäubend seine Tonproben durch die Race Village Lautsprecher jagt. In einer Ecke des Cafés wird es ruhiger. Nicholson bleibt höflich und konzentriert.

Chris Nicholson war einer der wichtigsten Bestandteile des Puma Teams beim vergangenen Volvo Ocean Race. Nun skippert er bei der Konkurrenz Camper. © Puma Racing Team

Der 41-Jährige australische Camper Skipper steht bei diesem Volvo Ocean Race besonders im Fokus des Interesses. Dreimal war er Wachführer bei den vergangenen Events (2001-02 “Amer Sports”, 2005-06 “Movistar”, 2008-09 “Puma”), diesmal trägt er erstmals selber die Verantwortung.

Es scheint ein genialer Coup vom Team New Zealand Teamchef Grant Dalton zu sein, dem Australier die Verantwortung zu übertragen. Nicholson ist heiß, weist eine interessante Mischung aus Olympia- und Offshore-Erfahrung auf und hat mit dem Team New Zealand und dessen Designer Botin das nötige Konstruktionspotenzial im Hintergrund.

Mit dem spanischen Schuhhersteller Camper kommt das nötige Geld in die Kasse, und mit dem neuseeländischen Match Race Weltmeister Adam Minoprio hat er sich einen der Topstars der aktuellen Segelprofi-Szene an Bord geholt. So gehört das Camper Team trotz relativ kurzer Vorbereitungsphase zu den Favoriten dieses Volvo Ocean Races.

Nicholson war der 49er Star der ersten Stunde. Er gehörte mit den Deutschen Marcus Baur und Pillip Barth zu den Pionieren, die versuchten das neuartige Skiff zu beherrschen noch bevor es olympisch wurde. Chris Nicholson gewann drei WM Titel und ging als absoluter Favorit in die olympischen Heimspiele nach Sydney.

Sein sechster Platz kam einem Desaster gleich. Und der siebte Olympia-Rang vier Jahre später in Athen entsprach auch nicht seinen Erwartungen. Nicholson wechselte zum Offshore-Fach und gehört nun zu den Top-Stars der Szene.

Zwischendurch segelte er auch noch 505er und wurde 2002 vor Perth mit seinem Bruder Darren zum dritten Mal nach 1993 und 94 Weltmeister in dieser Klasse. Eine Woche nach dem Volvo Ocean Race beginnt die 505er WM in La Rochelle. Und Nicholson plant, dort seinen vierten WM Titel zu holen. Quasi als Entspannung.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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10 Kommentare zu „Volvo Ocean Race SR Interview: Camper Skipper Chris Nicholson“

  1. avatar stefan sagt:

    ….der heutige Start war atemberaubend!

    Irre, diese Yachten mit über 20 kn boatspeed am Wind segeln zu sehen.

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    • avatar Kurt sagt:

      sie fuhren keine 20kts am wind mein freund

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 12

      • avatar stefan sagt:

        …”true” nicht, “apparent” schon 😉

        …aber dein Freund bin ich trotzdem nicht!

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        • avatar der 2. Kurt sagt:

          Das ist hoffentlich nicht dein ernst.
          Es geht um BS und du kommst mit app und true…
          Das gibt es beim Wind aber nicht beim BS.
          Und die fahren AM WIND keine 20kn, downwind schon.
          Mein Freund 😛

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          • avatar Olli sagt:

            Er meint wohl auch 20 kn Boatspeed bei scheinbaren Winden vorlicher als halb. Das ist dann tatsächlich app. Nur ein etwas witzloses Erstaunen. Klar fahren die Boote 20 Knoten und mehr. Dafür sind das ja Vo70. Aber dazu sollte man merken, daß sie so gut wie immer scheinbare Windwinkel vorlicher als halb haben und damit überspitzt ausgedrückt immer am Wind fahren.

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          • avatar stefan sagt:

            ….mach mal deinen A-Schein, da wird dir dann geholfen!

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  2. avatar Henrik sagt:

    Ja, so ist das…

    Dem regelmäßigen Leser wird aufgefallen sein, dass Stefan nicht der einzige ist, der “gekurtet” wurde

    😉

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  3. avatar stefan sagt:

    …tja, und jetzt sind schon 2 Boote aus dem Rennen.

    …da hat man es anscheinend über Nacht sehr übertrieben mit dem “puschen”

    Abu Dhabi: Mastbruch
    Team Sanya: Rumpf delaminiert

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  4. avatar Holger sagt:

    CAMPER sicher Favorit beim VOR weil Nico wohl der bester Driver ist
    und nach dem Sieg von NTL bei Rugby WM sein NZL Team bester Dinge.
    Schön das Nico dann im Juli 2012 wieder bei 505er WM dabei ist in LaRochelle
    Wir nehmen ihm dann startklar getuntes Boot von uns mit hin
    Hauptsache der ist dann nicht so gut das es ein Eigentor für uns wird……
    und wenn das muss man es sportlich fair sehen

    @Carsten du hast vergessen das Nico neben 3x 505er WM und 3x 49er WM
    auch noch 2x 18Footer Weltmeister war

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  5. avatar Lyr sagt:

    Klasse Type! 🙂

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