Volvo Ocean Race: Telefonicas Niederlage nach Ruderschäden; 566 Meilen Rekord-Etmal für Camper

"Dann traf uns eine große Welle..."

“Es wird noch Tränen geben”, sagt Telefonica Navigator Andrew Cape im Video “Hoffentlich nicht bei uns”. Kurz danach passiert der Ruderbruch. Das Video zeigt, wie Brad Marsh bei Groupama in den Mast gezogen wird, um das verklemmte Großfall zu richten:

Telefonica hat alle Chancen verloren, das Volvo Ocean Race zu gewinnen. Das spanische Team mit dem 49er Olympiasieger-Duo Iker Martinez und Xabi Fernandez musste seine Geschwindigkeit nach zwei Ruderschäden drastisch reduzieren und ist vom ersten auf den fünften Platz zurückgefallen

Groupama im Vollwaschgang. Der Sieg scheint gesichert. © Yann Riou/Groupama Sailing Team/Volvo Ocean Race

Die insgesamt führende Groupama hat dagegen 100 Meilen vor dem Ziel der achten Etappe in Lorient eine beruhigende Führung von 25 Meilen. Bei nur noch einer Etappe und zwei In-Port Races kann sie in der Gesamtwertung von Telefonica nicht mehr überholt werden.

Die letzte Hiobsbotschaft kam am späten Donnerstag, als Telefonica die minimale Führung von einer Meile gegenüber Groupama behauptete und sich beide Crews auf ein dramatisches Finale vorbereiteten.

Die Spanier hatten gerade ein unglaubliches Comeback abgeliefert. Erst gelang ihnen mit 565 Meilen in 24 Stunden ein Rekord-Etmal und den Ausbau der Führung auf neun Meilen.

Camper holt den Etmal-Rekort mit 566 Meilen in 24 Stunden. © Hamish Hooper/CAMPER ETNZ/Volvo Ocean Race

Dann wendete sich das Glück,  als Camper den Rekord um eine Meile verbesserte und plötzlich das Steuerbord-Ruder brach. In einem haarigen Manöver bei 25 Knoten Wind gelang es das Ersatzruder zu montieren. Die Führung wandelte sich in ein vier Meilen Defizit und Platz drei.

Aber Telefonica raste wieder an die Front, halste zuerst auf die Anliegelinie Richtung Ziel und übernahm eine knappe Führung. Es war klar, dass nun das Backbord-Ruder bis zum Ziel benutzt werden würde und die Probleme behoben sein sollten.

Aber nach der Halse krachte das Schiff erneut von einer massiven Welle. Dabei widersprechen sich die Berichte, ob das Ersatzruder oder das Backbordruder brach. Jedenfalls kann Telefonica seitdem den Speed der Konkurrenz nicht mehr halten.

Sanya hält sich wacker aber chancenlos am Ende des Feldes mit 140 Meilen Rückstand. © Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race

“Die Stimmung an Bord ist wie sie unter diesen Umständen nur sein kann. Wir haben alle Chancen verloren, dieses Um-die-Welt-Rennen zu gewinnen. Mehr als zwei Jahre Arbeit sind in wenigen Minuten dahingegangen. Jetzt geht es nur noch um das Ankommen ohne weitere Probleme.”

Telefonica Wachführer Pepe Rebes beschreibt die entscheidenden Momente in einem live Interview von Bord: “Wir segelten bei einem Wind zwischen 28 und 32 Knoten. Wir kamen dem Zentum des Tiefs immer näher und puschten das Boot so hart wie alle anderen Teams. Dabei liefen wir in einer Welle aus dem Ruder, unterschnitten heftig und das Steuerbord-Ruder brach.

Es war eine große Überraschung. Aber dann installierten wir in 45 Minuten ein neues Ruder und wir waren zurück im Rennen. Wir puschten den ganzen Nachmittag sehr hart und am Abend lagen wir wieder Seite an Seite mit Groupama.

Als wir halsten wehte es mit 40 bis 45 Knoten und die Wellen waren extrem hoch. Wir hatten den kleinen Spi oben und es war sehr schwierig. Als wir die Segel wechselten traf uns eine große Welle. Sie warf uns in eine Patenthalse und dabei brach das Steuerbord-Ruder erneut.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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