Volvo Ocean Race Vestas: Untersuchung startet – Däne erzählt

Hoffnung auf das Comeback

Das Volvo Ocean Race Hauptquartier hat angekündigt, bis zum 31. Januar einen Untersuchungsbericht vom Vestas-Unglück zu veröffentlichen. Die Chancen, dass die Dänen wieder ins Rennen zurückkehren, stehen 50:50.

Vestas Wrack

Das zerstörte Heck. Die Ruder sind herausgerissen. © Brian Carlin/Team Vestas Wind/Volvo Ocean Race

Rear Admiral Chris Oxenbould, ehemaliger Stellvertreter des australischen Marine Chefs und Vorsitzender des Yachting Australia National Safety Committee, wird an der Spitze einer Untersuchungskommission stehen, die sich mit dem Unglück der Vestas befasst.

Dabei soll mithilfe zahlreicher Experten geklärt werden, wie genau es zu der Kollision mit dem Riff kam. Die Rennleitung betont, dass die Ausführungen öffentlich zugängig sein werden.  Es sollen nicht nur Lehren für das Volvo Ocean Race gezogen werden, sondern auch für die gesamte Segelwelt.

Düstere Aussichten

Derweil sind nach wie vor die Planungen im vollen Gange, wie Vestas wieder in das Rennen zurückkehren kann. Renndirektor Knut Frostad hat inzwischen festgestellt, dass er die Chance nur noch mit 50 Prozent beziffert. Die Aussicht sei düster.

Die logistischen Probleme für den ins Auge gefassten Neubau könnten sich als zu groß herausstellen. Es gebe viele Menschen aus der Branche, die helfen wollen,”aber wir müssen schon auch etwas Glück haben”.

Die Crew habe schon viel Ausrüstung vom Boot geborgen, aber man müsse noch mehr retten. Möglicherweise kann das Schiff aus geretteten Teilen des Havaristen erstellt werden. Sicher ist, dass die Gerüchte von einem halbfertigen achtes Schiff in der Form, nicht stimmen. Sieben Schiffe seien gebaut worden und nicht mehr, sagt Frostad.

Allerdings gebe es noch Ersatzteile und Ausrüstung, die von der Konstruktion der anderen Boote übrig geblieben ist. Der Status von Vestas hänge also davon ab, wie viel Schiff noch von dem Atoll geborgen werden kann. Das ist wohl insbesondere vom Wetter abhängig.

Training für das nächste Volvo Ocean Race?

Sportlich macht der Wiedereinstieg von Vestas kaum Sinn. Denn da das Team von Chris Nicholson sicher die dritte von neun Etappen verpasst, ist ein vorderer Platz schon nicht mehr realistisch. Es sei denn, Vestas plant als Sponsor, das Team auch für das nächste Volvo Ocean Race an den Start zu bringen.

Volvo Ocean Race

Chris Nicholson und Peter Wibroe holen sich ein wenig Ganzkörperbräune. © Brian Carlin/Team Vestas Wind

Besonders für die beiden relativ Hochsee unerfahrenen Dänen Peter Wibroe und Nicolas Sehested wäre es eine hervorragende Trainingsmöglichkeit. Wibroe ist noch längst nicht abgeschreckt von der Erfahrung. In einem Interview mit dem dänischen TV2 Sender lässt er den Moment des Aufpralls für sich noch einmal Revue passieren.

“Ich habe unter Deck geschlafen. Dann schreckte ich durch einen Knall auf. Es war so laut wie ich es noch nie auf einem Boot gehört habe. Es war sofort klar, dass irgendetwas verdammt schief gelaufen sein musste.”

Gefahr der Kenterung

Trotzdem hätten alle am Anfang gedacht, dass das Boot zwar einen Schaden erlitten habe, dass man aber weiter machen könnte. Dann sei er an Deck gestürzt und schnell wurde ihm klar, dass man auf ein Riff gelaufen ist. Erst habe die Crew noch versucht, das Schiff vom Felsen zu bekommen, aber dann ging es nur noch darum, alles in Sicherheit zu überstehen.

“Wir haben uns entschieden, in dem Schiff zu bleiben. Aber dann wurde der Wellengang in der Nacht stärker und es bestand die Gefahr, dass sich das Boot mit dem Deck auf den Felsen drehen würde.” Da habe Skipper Chris Nicholson die Evakuierung eingeleitet.

Skurril sie die Situation auf der kleinen Insel gewesen, wo sie nach der Havarie einige Tage verbracht haben. “Es gab dort acht Fischer und fünf Hühner. Und wir kamen da an mit unserer schicken Ausrüstung und besetzten die Insel. Aber sie haben uns sehr geholfen und sie freuten sich über ein paar Segelstiefel und High Tech Angel-Gerät als Dankeschön.”

Wibroe gibt sich jedenfalls kämpferisch. “Wir sind noch nicht fertig. Wir tun alles, um zurückzukommen. Es sind noch einige Schritte nötig aber hoffentlich haben wir bald wieder ein Schiff, mit dem man segeln kann.”

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Volvo Ocean Race Vestas: Untersuchung startet – Däne erzählt“

  1. avatar Jollenfutzi sagt:

    Nico hat ja ja alternative Optionen statt VOR
    505er WM in Port Elisabeth RSA ab 23. März
    noch gibts alle Optionen….
    der Container dorthin mit Booten fährt erst am 18.2. ab
    1994 hat Nico die 505 WM in Durban RSA gewonnen
    und danach dann ab 1997 seine 3 49er WM Titel

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