Volvo Ocean Race Video: Abu Dhabi bolzt im Southern Ocean 30 Schrauben durch Rumpf

Außenbord-Kamerad

Skipper Ian Walker ist ebenso fassunglos wie der Betrachter des Videos, wenn er sieht, wie das Abu Dhabi Team seinen Schaden behebt. Es dreht bei, klappt den Kiel nach Lee für maximale Krängung und dann ran an die Bohrmaschine.

Abu Dhabi Vorschiffsmann Justin Slattery hängt außenbords, und steckt 30 Schrauben durch den Rumpf. © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

In fünf Stunden bohrte das Team 30 Löcher in den Rumpf, um von innen Schrauben hindurchzustecken. Vorschiffsmann Justin Slattery wurde über die Seite gehievt. Er musste die Schrauben durchstecken, die von innen mit Muttern befestigt wurden.

Damit zogen Wachführer Boat Capitain Wade Morgan und Wachführer Craig Satterthwaite von innen ein großflächiges Kohlefaserstück an die Außenwand, das sie aus abgeschnittenen Teilen des Schiffes geformt hatten.

Der Skipper ist zufrieden mit der Arbeit. “Im Moment ist es deutlich besser als vorher. Die Geräusche haben aufgehört und die Konstruktion scheint stark zu sein.” Das Team hatte in der Nacht festgestellt, dass die Backword-Bordwand delaminierte.

“Wir sind Okay”, sagt Walker. Die Crew ruhe sich unter Deck aus und das Schiff mache gute Fahrt Richtung Chile, weg von dem herannahenden schlechten Wetter.

Die Konstruktion unter Deck. Ein Kohlefaser-Stück unterstützt die delaminierte Außenhaut. © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Die Schraubenlöcher im Rumpf. © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Maximale Krängung durch den Neigekiel hilft bei der Reparatur mitten im Southern Ocean. © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

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27 Kommentare zu „Volvo Ocean Race Video: Abu Dhabi bolzt im Southern Ocean 30 Schrauben durch Rumpf“

  1. avatar stefan sagt:

    brechende Schotten, delaminierende Rümpfe. Das aktuelle VOR ist wahrlich kein Event in dem sich die Leute die die Regeln und die Konstrukteure mit Ruhm bekleckern.

    Wenn man Menschen mit Schiffen in diese Regionen der Welt segeln lässt, dann sollte man sich lieber 200% sicher sein, das so eine Schiff das auch aushält. Aber diese VOR70 sind sowas von überpowert das das nur noch lächerlich ist.

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    • avatar Bernie E. sagt:

      Sehe ich auch so. Noch desaströser als die Kielproblematik in der Vergangenheit. Offenbar haben die Organisatoren nichts dazugelernt. Wenn man bedenkt, dass die Boote ja nur gegeneinander segeln und nicht gegen eine vergleichbare “Absolutzeit”, wie bei anderen Sportarten oder bei einem Weltrekord, macht dieses unnötige Risiko erst recht keinen Sinn.

      VG

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      • avatar Backe sagt:

        Da hilft nur eins: Ein Mindestgewicht für die Rümpfe, am besten mit einer klar definierten Mindest-Laminatstärke.

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    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      Ein Auto hält es nicht aus, wenn man mit Vollgas über die Schlaglochpiste brettert.
      Auch Rennyachten sind nicht für unendlich grosse Belastungen konstruiert.
      Die Skipper, die auch bei extremen Bedingungen stets Vollgas geben und ihre Schiffe in die Wellentäler krachen lassen, misshandeln ihre Schiffe. Selbst in der Berufsschiffahrt wird die Geschwindigkeit bei schwerem Wetter reduziert.
      Im Fall der Delaminitionen sind evtl. auch die Werften schuld ?

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  2. avatar Stefan Z sagt:

    Oooh shit, ich möchte nicht auf so einem Kahn sitzen, der sich in the middle of nowhere in seine Einzelteile auflöst.

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  3. avatar dreas sagt:

    immerhin wussten sie sich zu helfen. wer schon mal bei tüfteleien im team, nach schwerem wetter, das ein oder andere repariert hat, weiss auch dass sowas für eine gute seemannschaft dazu gehört. das natürlich bei eher alltäglichen bedingungen quasi das basismaterial zerfällt, ist bei der professionalität des rennens trotzdem keine offenbarung.

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  4. avatar Seven sagt:

    …und als er gerade grade war ,da brach er ab , was schade war ! 🙂

    ….wo haben sie die Carbon teile ausgebaut…bzw. raus geschnitten? Scheint ja fast so als ob man woanders hätte Carbon weglassen können um es gleich in der Aussenhaut zu verbauen.

    Wahnsinn !!!!…..aber was soll man machen? ich finde die Jungs cool , langweilig kann jeder !

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    • avatar Bernie E. sagt:

      Wie man es nimmt. Von einer Regatta, in der es auf Navigationsgeschick, Taktik, Bootshandling, … ankommt zu einem Survivaltraining bei dem sie Richtung Ziel humpeln.

      VG

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  5. avatar T.K. sagt:

    Da sieht man mal das ein Neigekiel auch der Sicherheit dienen kann. Ohne den Kiel wäre das wohl nicht so abgelaufen.

    Ausserdem höchsten Respekt vor der Mannschaft, mal soeben das Schiff “in the middle of nowhere” zu durchbohren und zu zersägen!

    R E S P E K T!

    Hoffentlich hält das Ganze

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    • avatar stefan sagt:

      …naja, mit wasserballast (auf der falschen Seite) bekommst du das genauso hin.

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  6. avatar Ben sagt:

    Alter wie krass.

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  7. avatar Stumpf sagt:

    Eine beeindruckende Bestätigung, dass Multihulls die überlegenen Boote sind. Die fahren mit doppelter Geschwindigkeit durch den Southern Ocean und halten auch noch.

    Und man muss es auch Larry lassen: Mit seiner Entscheidung den AC mit Kats zu segeln, bringt er den Segelsport in die richtige Richtung.

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    • avatar Marc sagt:

      mit 2 Rümpfen ist die Chance Treibgut zu treffen aber auch doppelt so groß 😉

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    • avatar AC 90 sagt:

      War es nicht kurz vor Weihnachten, als einer dieser “überlegenen” Supermultis sich bei einem Transatlantikrokordversuch auf Kopf legte.

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      • avatar Stumpf sagt:

        Kurz vor Weihnachten segelte der “überlegene Supermulti” BP5 mit bis zu 40 Knoten um die Welt. Am Ende hat er dafür 45 Tage benötigt. Non Stop, keine Reparaturstops, abartig schnell…

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        • avatar AC 90 sagt:

          Sorry, es war nicht im Dezember, sondern schon im August, als sich der 30m Tri umgedreht hat.

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    • avatar Stumpf sagt:

      Ich möchte ja eigentlich wirklich nicht darauf herumreiten, aber Einrumpf und Multihull ist wie Propeller- und Düsenflugzeug. Beide haben nach wie vor eine Daseinsberechtigung, aber Letztere sind irgendwie moderner…

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  8. avatar Manfred sagt:

    Unfassbar dieses Demolution Derby.

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  9. avatar Ketzer sagt:

    Und nu passt mal auf, die Schraubenköpfe verwandeln den Rumpf in eine Haifischhaut. Die machen jetzt den ganz großen Sprung und hoppeln an allen vorbei!

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  10. avatar Klaus sagt:

    Kein Wunder, dass die so langsam sind: wer auch noch Flex und Bohrmaschine mitschleppt, dessen Wasserlinie liegt definitiv zu tief. 🙂

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  11. avatar Erklärbär sagt:

    Und mit zu tief meinst du zu hoch?!

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  12. avatar LaserRecke sagt:

    Volvo als Hauptsponsor wird’s vermutlich überhaupt nicht freuen- der Abstrahleffekt auf ihre Autos von den Bildern und Videos etc. die Schiffen zeigen die es im Southern Ocean in Einzelteile zerlegt dürfte maximal schlecht sein!

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    • avatar John sagt:

      Der Kunde, der die Regatta verfolgt, weiß, dass die Boote mit dem Auto nur den Namen gemeinsam haben.

      Der Kunde, der die Regatta nicht verfolgt, wird auch nicht mitkriegen, dass da so viele Ausfälle passieren. Der kriegt schöne, spektakuläre Bilder und gut ist.

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    • avatar uli_s sagt:

      Weg vom sperrigen Lehrerauto-Image dürfte die Absicht hinter dem VOR sein.

      Wenn man die aktuellen Volvo- Modelle und dieses Extrem-Race gegenüberstellt, darf man schon konstatieren, daß es schiefere Partnerschaften im Sponsoring gibt oder gegeben hat.

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