Volvo Ocean Race: Zwei Verletzte auf Puma; Dalton klagt über Designer Botin

Schulter ausgekugelt

Die fünfte Etappe des Volvo Ocean Race fordert nach der frühen Rückkehr von Abu Dhabi weitere Opfer. Puma hat inzwischen zwei Verletzte an Bord. Zuerst wurde der Finne Thomas Johanson von einer Welle durch das Cockpit geschleudert und kugelte sich die Schulter aus.

Der Laser-Weltmeister (1993) und 49er Olympiasieger (2000) ist neu zu dem Puma Team gestoßen, nachdem der Neuseeländer Kelvin Harrap über mit Problemen an der Handwurzel und einer Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen vorerst ausgeschieden war.

Kurz nach dem Vorfall erlitt Vorschiffsmann Casey Smith eine Rückenverletzung bei einem Vorsegel-Wechsel und liegt seitdem in der Koje. “An einem Punkt waren wir so weit, dass wir die nahen Chatham Inseln ansteuern wollten, um sie beide von Bord zu bringen”, sagt Skipper Ken Read.

Telefonica hat eine knappe Führung übernommen.

Aber dann kugelten der Medizinmann an Bord Johansons Schulter wieder ein und Smith entschied, dass er durchhalten könnte bis Kap Horn. “Wenn bis dahin keine Besserung in Sicht ist, werden wir sehen, wie wir ihn von Bord bekommen.”

Auch auf den anderen Booten wird gestöhnt. Die Franzosen auf Groupama berichten, dass sie erneut ein ein kleines Leck im Rumpf haben, das ihr “Leben kompliziert macht”. Und Xabi Fernández hat auf Telefonica seine Koje zerstört, als er bei einem Sprung über die Welle auf das Gerüst krachte.

Camper Skipper Chris Nicholson spricht von den heftigsten 24 Stunden, die er je bei einem seiner vier Volvo Ocean Races erlebt hat. Immerhin kann er noch einigermaßen mithalten. Der Rückstand auf Platz vier zur führenden Telefonica beträgt nur 15 Meilen.

Das Feld nähert sich der Eiszone und muss bald wieder nach Norden abdrehen. Abu Dhabi hetzt hinterher.

Wenn es nach seinem Boss Grant Dalton geht, ist es geradezu ein Wunder, dass Nicholson mit seiner lahmen Kiste in der Spitze mitsegelt. Dalton hatte gegenüber der neuseeländischen Sunday Star-Times gepoltert, dass der Designer Botin die Schuld an der  geringen Wettbewerbsfähigkeit habe.

“Ich mache zu 100 Prozent den Designer für das Leistungs-Defizit bei verschiedenen Windwinkeln verantwortlich. Daran besteht kein Zweifel.” Telefonica, Groupama und Puma gezeichnet von Juan Kouyoumadjian seien schneller.

Die Schelte ist erstaunlich, da das Team New Zealand sechs Jahre lang sehr intensiv mit Botin zusammengearbeitet hat. Die neue TP52 dominierte den Medcup und der America’s Cupper gewann immerhin den Louis Vuitton Cup. Aber Dalton sagt: “Ich denke, wir werden keine Boote mehr zusammen bauen.”

Den aktuellen America’s Cup betrifft das nicht. Für den Bau des AC72 vertrauen die Neuseeländer Multihull Spezialisten.

24 Stunden erlebten die Volvo Ocean Race Crews die härtesten Bedingungen. Puma hat zwei Verletzte. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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