Was macht eigentlich… Anna Tunnicliffe? – Ehmals beste und sicher fitteste Seglerin der Welt

Die Stärkste

Die Amerikanerin Anna Tunnicliffe wird heute 36 Jahre alt. Die zweimalige Weltseglerin des Jahres und Olympiasiegerin 2008 ist von der Segel-Bildfläche verschwunden.

Anna Tunnicliffe nackt im Laser beim ESPN Foto Shooting. © Lippman/ESPN

Anna Tunnicliffe nackt im Laser beim ESPN Foto Shooting. © Lippman/ESPN

Fast zehn Jahre lang gehörte Anna Tunnicliffe zu den dominierenden Persönlichkeiten des Frauensegelns. Und sie wäre sicher eine der wenigen weiblichen Athleten, die auch körperlich den Männern Paroli bieten könnten. Gerade nach der aktuellen Regeländerung beim Volvo Ocean Race, die einen größeren Frauenanteil erzwingt, wäre sie bestens für ein lukratives Angebot aufgestellt.

Denn die gebürtige Engländerin, die im Alter von zwölf Jahren mit ihren Eltern in die USA zog, hat sich immer über ihre Athletik definiert. Ihr verdankte sie zum großen Teil die Dominanz im Laser Radial, die schließlich zum Olympiasieg 2008 führte.

Anna Tunnicliffe

Anna Tunnicliffe zeigt ihren Two Pack Bauch bei der CrossFit Klimmzug-Übung. © Cross Fit Regionals

Auch danach zeigte sie im olympischen Frauen-Match-Race, dass sie es seglerisch drauf hat. Sie lernte schnell, wurde 2011 Weltmeisterin mit ihrem Team und stand eineinhalb Jahre lang in der Weltrangliste ganz oben.

Als Top-Favoritin kam sie nach London. Aber mit dem verpassten Halbfinale und fünften Rang erlebte Tunnicliffe eine der größten Enttäuschungen ihrer Karriere. Das Match Race flog aus dem Programm und sie wechselte halbherzig und spät in den 49er FX. Aber das Feuer war irgendwie verflogen. 2014 verkündete sie den Abschied von Olympischen Segelsport.

Die Amerikanerinnen ließen ließen Lucy MacGregor beim Match Race WM-Finale keine Chance. © Richard Langdon

Die Amerikanerinnen ließen ließen Lucy MacGregor beim Match Race WM-Finale keine Chance. © Richard Langdon

Der Fokus hatte sich verändert. Das ging offenbar einher mit privaten Problemen. Die Ehe mit dem Laser-, Moth- und 49er-Segler Brad Funk, der gerade im Begriff ist, ein Extreme Sailing Team auf die Beine zu stellen, zerbrach.

Tunnicliffe stürzte sich voll auf den CrossFit-Sport, eine angesagte Fitnesstrainingsmethode, die verschiedene Disziplinen wie Gewichtheben oder Schwimmen in speziellen Übungen miteinander verbindet. Zuerst nutzte sie CrossFit nur, um sich auf die Olympischen Segelspiele in London vorzubereiten, aber schließlich zeigte sie so gute Leistungen, dass sie auch an Wettkämpfen teilnahm.

 Anna Tunnicliffe  (l.) wird als ISAF Rolex World Sailor of the Year 2011 ausgezeichnet. © Rolex

Anna Tunnicliffe (l.) wird als ISAF Rolex World Sailor of the Year 2011 ausgezeichnet. © Rolex

Auf Anhieb qualifizierte sie sich für die CrossFit-Games, das Saisonfinale der besten Athleten der Welt. Sie belegte 2013 bei den live übertragenen Wettkämpfen Rang neun, war seitdem bei allen Finals dabei und wurde 2016 zehnte.

Ende August heiratete sie ihren Coach Brad Tobias und hat der Welt des Segelns offenbar endgültig entsagt.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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