Jörg Riechers nach seinem zweiten Platz beim Mini-Rennen zu den Azoren. © Breschi/les sables-les Açores

Jörg Riechers erklärt seine Strategie beim Atlantik-Einhand-Rennen

“Wie ein Flipperball zwischen zwei Systemen”

Jörg Riechers erklärt die Strategie auf seiner "Mare.de" © Breschi/les sables-les Açores

Jörg Riechers hat das Einhand-Rennen Les Sables – Azoren – Les Sables mit einem starken zweiten Gesamtplatz beendet. Nach dem Sieg bei der ersten Etappe hatte er beim zweiten Abschnitt auch in Führung gelegen, aber mit einem Südkurs viel Boden verloren. SegelReporter hat nach der Strategie gefragt, der Hamburger antwortet:

„Geschichte mit den ersten Kurs Richtung Norden ist easy zu erklären. Ich und alle anderen auch wussten, dass dort das Tief erste Tief gut zu treffen ist und man sich vor die Front setzten kann.

Mit dem Rest ist das etwas schwieriger zu erklären. Ich hatte mich ab dem dritten Tag dazu entschlossen, etwas den Fuß vom Gas zu nehmen, um das Boot zu schonen und nichts kaputt zu machen. Ich wollte auf diese Weise den zweiten Platz sichern.

Vor Finistere habe ich denn erfahren, dass sich Bertrand Delesne doch recht weit abgesetzt hatte. Da ich wusste, das er im Norden war. Also blieb nur der Süden, um anzugreifen.

Da am Sonntag morgen der Wind aus Südsüdwest zunahm und Regen einsetzte, bin ich von der Ankunft eines Tief ausgegangen. Und dann hätte ein starker Rechtsdreher einsetzten müssen. Der kam aber niemals bei mir an. Stattdessen fand ich mich wie ein Flipperball zwischen zwei Systemen wieder.

Na ja, und denn kam das Unvermeidliche. Der zweite Platz der Etappe war weg und wurde stattdessen ein sechster, nicht schön aber immerhin ist der zweite Gesamtrang geblieben. Das war ja von Anfang an unser Ziel.

Nun haben wir die Jahreswertung gewonnen und sind das erste Boot seit Corentin Douguet im Jahre 2005 das die Jahreswerung so stark dominiert hat.

Wir wissen jetzt, dass wir ein kleines Performance Loch bei 25 Knoten Vormwind haben und werden jetzt festlegen, was wir modifizieren – sicher die Cuts des A2 – A6 Vorsegels und des Code5. Vielleicht wechseln wir auch den Mast gegen einen mit verstellbaren Rake.

Und wir können das Boot noch um weitere 20kg erleichtern. Aber hier ist keine Eile geboten. Wir werden uns jetzt erstmal wieder weiter auf die Route du Rhum mit dem Class 40 konzentrieren!”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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