BWR: Herrmann sechster. Thompson ist Vater und fit für den Wechsel

“Wir puschen 110 Prozent”

Das Führungsduo erreicht am neunten Tag des Barcelona World Races Höchstgeschwindigkeiten. Bei 18 bis 30 Knoten Wind segelt „Foncia“, laut François Gabart Höchstgeschwindigkeiten bis zu 24.2 Knoten. Aber Jean Pierre Dick und Loick Peyron sind noch schneller. Der Durchschnitt-Speed in den vergangenen 24 Stunden betrug 16,6 Knoten im Vergleich zu den 14,2 von „Foncia“. So konnte „Virbac“ den Vorsprung auf 41 Meilen ausbauen.

Diese Entwicklung sah zu Beginn des Wochenendes noch anders aus. „Foncia“ hatte „Virbac“ auf der Ergebnisliste eingeholt und lag sogar bis zu 19 Meilen in Front. Aber diese Führung bestand nur virtuell. Denn der Race-Tracker bezieht in die Positionsmeldung die Windrichtung nicht mit ein, wie es das Virtual Eye beim America´s oder Audi Med-Cup tut. Er misst allein die Entfernung zum nächsten Wegepunkt.

Der Südkurs mit Wind von Backbord brachte mehr Weg Richtung Ziel als der Weg auf dem anderen Bug. Aber „Virbac“ „investierte“ mehr in die Westposition und ist schließlich dadurch in den Genuss des stärkeren Windes gekommen, der jetzt die solide Führung beschert.

So besteht auch der sechste Platz von Boris Herrmann vorerst nur virtuell, weil „Neutrogena“ als erstes Boot des Mittelfeldes mit einer Halse Richtung Süden abdrehte. Dagegen investierte „Mapfre“ mit den 49er Olympioniken hartnäckig in eine westlichere Position und profitiert mit hohen  Geschwindigkeiten.

Ryan Breymaier schreibt von Bord der „Neutrogena“: “ Wir haben in der Nacht extrem hart gepuscht. Wir versuchen die ganze Zeit 110 Prozent zu geben. Dabei haben wir die größten Segel oben, und es immer jemand an Deck, der puscht. Wir bleiben so lange wach, bis wir richtig müde werden, und wecken dann den anderen auf.

Das passiert etwa nach drei Stunden in der Nacht. Am Tag sind wir beide an Deck. Einer steuert und der andere trimmt am Grinder, damit wir immer 100 Prozent erreichen. Bei Raumschots-Bedingungen kann man etwas entspannen. Aber wenn sich ein Gegner in direkter Nähe befindet ist es unmöglich, nicht zu puschen.“

Derweil bereitet sich Alex Thompson darauf vor nach gut fortgeschrittener Genesung wieder das Ruder von „Hugo Boss“ zu übernehmen. Er hat die offiziellen Untersuchungen der Rennärzte bestanden und wird wohl seinen Ersatz-Skipper Wouter Verbraak am Steuer ablösen, wenn die Yacht die Capverden Inseln erreicht. „Hugo Boss“ liegt allerdings immer noch auf dem letzten Platz. Der Rückstand zu Platz eins ist auf 573 Meilen angewachsen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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