World Cup Genua: Fischer/Graf starten mit zwei 49er-Siegen – “Wir spüren keinen Druck”

"Wir sind die Jungen"

Die deutsche 49er-Flotte sorgt für immer mehr Aufsehen in der Segelwelt. Nach den Erfolgen von Heil/Plößel und Schmidt/Böhme sind nun beim Weltcup in Genua Fischer/Graf mit zwei Siegen gestartet.

Bei leichtem Wind zwischen 5 und 12 Knoten sind Tim Fischer und Fabian Graf perfekt in den ersten Tag des dritten Teils der Hempel World Cup Series vor Genua gestartet. Sie gewannen beide Rennen und liegen an der Spitze.

Fischer/Graf

Tim Fischer und Fabian Graf schieben sich im 49er-Feld vor Genua nach vorne. © Renedo/Sailing Energy

Dabei bestätige das Duo aus Kiel und Hamburg einmal mehr, dass der sensationelle Bronze-Platz bei der WM in Aarhus kein One-Hit-Wonder gewesen ist. Auch im vorolympischen Jahr, in dem sich alle Teams immer mehr der Bestform nähert, spielen die Newcomer ganz vorne mit.

Die Trofeo Princesa Sofia verlief zwar mit Rang 20 am Ende nicht nach Wunsch, aber bei den beiden Weltcups zuvor auf dem Olympia-Revier in Enoshima und in Miami ersegelten sie die Plätze 5 und 7.

Dabei ist es weniger diese Einzelleistung, die von der Konkurrenz bewundert wird, als die gesamte Macht der deutschen Männer-49er-Flotte. In Miami waren beim Sieg von Erik Heil und Thomas Plößel gleich vier deutsche Crews ins Medalrace eingezogen. Und in Palma segelten die wieder erstarkten ex Europameister Justus Schmidt und Max Böhme auf Rang fünf.

Alle wollen sich gegenseitig schlagen

Die Nachrücker Fischer/Graf profitieren dabei besonders von dem besonderen Team-Ethik, die in der deutschen 49er-Gruppe herrscht. Die beiden etablierten Top-Teams stehen zu ihrem Grundsatz der ehrlichen Offenheit auch gegenüber den jungen Nachrückern und haben dadurch die Qualität des Trainings im Team weiter erhöht.

Fabian Graf hebt ab im Trapez. © German Sailing Team/Lars Wehrmann

Fabian Graf betont diese Situation: “Wir puschen uns einfach immer im Team. Wir versuchen, besser zu sein als unsere Teamkollegen. Wir trainieren viel und das Coaching ist gut. Es gibt viele starke Crews in unserer Truppe und alle wollen sich gegenseitig schlagen.”

Am Ende wird nur ein deutsches 49er-Team nach Tokio fahren. Die nationale Qualifikation besteht aus drei Wettbewerben,  der WM 2019, WM 2020 und der Princesa Sofia 2020 in Palma. Zumindest drei Crews befinden sich auf Augenhöhe, aber auch Meggendorfer/Spranger wurden schon 4. beim Weltcup in Miami und auch Carstensen/Frigge werden immer besser und liegen nach dem ersten Tag in Genua auf Rang acht.

“Wir spüren keinen Druck”

Wie stehen die Chancen für das Olympia-Ticket, wird Fabian Graf in Genua gefragt: “Klar haben wir eine Chance. Wir sind die Jungen. Wir spüren überhaupt keinen Druck. Wir versuchen einfach, gut zu sein, so wie heute, machen unser Ding, und am Ende werden wir sehen, ob es für Tokio ausreicht, oder ob wir es 2024 noch einmal versuchen müssen.”

Wie weit sie schon gekommen sind, und wie sehr sich die Klasse entwickelt hat, mag sich am Ergebnis der Olympiasieger von Rio 2016 und America’s Cup-Sieger Peter Burling und Blair Tuke ablesen lassen. Nach fast dreijähriger Pause mussten sie sich erst bei der nationalen Meisterschaft von den starken Teamkollegen schlagen lassen, blieben dann mit Rang 7 im Palma auch hinter den Erwartungen und liegen nun in Genua nach zwei Rennen auf Platz 31. Aber das kann sich auch ganz schnell ändern.

Gut in die Regatta gekommen sind auch die deutschen 49er FX Frauen. Victoria Jurczok mussten sich in Palma noch von den Team-Kolleginnen Lutz/Beucke schlagen lassen. Diesmal haben sie mit zwei vierten Plätzen aber ganz stark begonnen und sind Dritte. Die Traingspartner dagegen sind mit einem Frühstart und Rang 15 gestartet und rangieren vorerst auf Platz 45.

Ergebnisse World Cup Genua

 

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Carsten Kemmling

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