Youth Worlds: Hannah Anderssohn und die Last des gelben Trikots – Titel verpasst

"Mir haben die Nerven gefehlt"

Die DSV-Flotte ist bei den Youth Sailing Worlds in Neuseeland auf Rang 12 gelandet. Mitfavoritin Hannah Anderssohn hat im letzten Lauf die einzige mögliche Medaille verpasst.

Es war ein starker Moment für Hannah Anderssohn, als sie sich vor dem letzten Lauf der Youth Worlds das Gelbe Trikot der Führenden überstreifen durfte. Vor einem Jahr hatte sie bei der wichtigsten Jugend-Regatta der Welt noch Silber geholt. Diesmal lag sie vor dem Finale sogar mit einem Punkt in Führung.

Hannah Anderssohn

Hannah Anderssohn in gelb beim finalen Rennen. © Pedro Martinez /World Sailing

Aber die Last des bunten Leibchens war dann doch zu schwer. Das 17-jährige Top-Talent des deutschen Segelsports segelte im 9. Rennen mit Rang 19 seinen schlechtesten Lauf und stürzte in der Gesamtliste von Platz eins auf fünf. Es ist für sie eine große Enttäuschung.

“Niederschmetternd”

“Ein niederschmetternder Tag” schreibt sie offen und schonungslos mit sich selbst auf Facebook: “Ein Ergebnis welches auf jeden Fall nicht meiner Zielstellung entsprach. Ich war nah dran Gold für Deutschland zu holen, doch am Ende haben mir einfach die Nerven gefehlt und die Bedingungen haben es nicht gerade einfacher gemacht.”

Aber die junge Rostockerin, die sich im Kieler Segelinternat auf eine vielversprechende Karriere vorbereitet, wäre nicht dort, wo sie jetzt schon ist, wenn sie nicht schon wieder positiv zurück und nach vorne sehen könnte.

Hannah Anderssohn zeigt stolz das Gelbe Trikot vor dem letzten Lauf. © Anderssohn

Hannah Anderssohn zeigt stolz das Gelbe Trikot vor dem letzten Lauf. © Anderssohn

“Seglerisch habe ich auf jeden Fall gezeigt, dass ich da vorne hin gehöre. Aus den Fehlern, die ich gemacht habe, werde ich meine Lehren ziehen und nächstes Jahr umso stärker zurück kommen.”

Nationenwertung Rang 12

Das die Laser-Seglerin trotz Platz fünf die beste Platzierung der DSV-Flotte ablieferte entspricht dem Trend der vergangenen Jahre im deutschen Jugendsegeln. Auf internationalem Niveau kann sich der Nachwuchs schwer durchsetzen.

In der Nationenwertung belegt Deutschland Rang 12. Nur die Schweriner 420er Frauen-Crew Sofie Schöne und Line Thielemann schaffte es mit Rang sieben noch unter die Top Ten. Die beiden Surfer-Klassen wurden gar nicht erst besetzt.

Die europäischen Nachbarn sind da deutlich weiter. Italien hat einen großen Sprung gemacht und überraschend die Gesamtwertung des Nations Cup vor den sonst seit vielen Jahren dominierenden Briten und Franzosen gewonnen.

Den Medaillenspiegel dominierten allerdings die Australier mit zweimal Gold und einmal Bronze vor den Briten (zweimal Gold) und Israel (Gold und zweimal Silber). Auch die USA, Frankreich und Italien haben drei Medaillen gewonnen. Polen holte Gold und Silber. In Neuseeland segelten 380 sailors aus 65 Nationen auf insgesamt 260 bereitgestellten Booten in neun Disziplinen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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