Die deutschen Eissegler sitzen in diesen Tagen wieder auf heißen Kohlen. Klingt paradox, aber die Jungs sind nun mal heiß auf Eis. Doch Gefrorenes ist nicht in Sicht, jedenfalls nichts worauf sich segeln ließe.
Gut denkbar also, dass die Deutschen Meisterschaften 2012 mal wieder nach Polen ausweichen müssen. Quasi back to the roots, denn dort begann vor fast einem Jahrhundert eine (oder die?) Geschichte des europäischen Eissegelsports. Ein Filmtipp mit sagenhaften historischen Aufnahmen.
Irgendwo tief im baltischen Osten stand die Wiege der “XVer Eintypklasse” (oder einfach “15er”). In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde hier bereits heftigst um die Wette eisgesegelt. Sagenhaft nicht nur die Aufnahmen selbst, sondern auch unter welchen Bedingungen sie entstanden sind. Heutzutage klebt man sich die GoPro auf die Nase und düst los. Alles fix gemacht, der Akku hält ewig und wiegen tut’s auch nichts.
Aber damals? Kälte, Gewicht, Bedienbarkeit – was für ein Aufwand! Trotzdem oder gerade deshalb wuchert dieser Streifen mit flotten und flott gemachten Szenen von regattierenden Eisyachten. Inklusive Kenterungen und Korkenzieher – einfach Klasse, dieses Material…
Der Film “Tanzende Kufen” entstand 1938 im Rahmen der 12. Deutschen Eissegelwoche. Gesegelt wurde auf dem Schwenzaitsee bei Angerburg im damaligen Ostpreussen. Heute heißt der Flecken Swiecajty bei Wegorzewound und gehört zur polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Nach wie vor ein ideales Eissegel-Revier.
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