Drama: Steganlage am Bieler See unter Strom – zwei Frauen und ein Hund sterben

Tödliches Kabel

Eine Frau und ein Hund fallen von einer Steganlage ins Wasser. Eine andere Spaziergängerin will helfen. Da wird auch sie vom tödlichen Stromschlag getroffen.

Drama am Schweizer Bieler See. Im Hafen von La Neuveville sind am Montagvormittag zwei Frauen durch einen Stromschlag gestorben. Nach ersten Ermittlungen der Kantonspolizei in Bern wollte zunächst die 24-jährige Schweizerin Claire S. ihrem Schäferhund zu Hilfe eilen, der ins Wasser gefallen war. 

Stromschlag, Bieler See, Hafen

In solch einer Anlage war das defekte Kabel © Kantonspolizei Bern

Die junge Frau und ihr Hund waren ein „Redog“-Team, das Hundeführer und ihre Katastrophenhunde ausbildet bzw. im Notfall selbst zum Einsatz kommt.

Als Claire S. den Steg eines Wassersportvereins betrat um nach ihrem Hund zu sehen, erlitt sie einen schweren Stromschlag und fiel leblos ins Wasser.

Eine 53-jährige Niederländerin, die bereits seit Jahren im Kanton Bern lebte, muss den Sturz beobachtet haben. Sie wollte der jungen Frau zu Hilfe eilen und erlitt ebenfalls einen Stromschlag, den sie zunächst schwer verletzt überlebte. 

Wurde das Kabel manipuliert?

Weitere Personen in der Nähe eilten herbei und alarmierten die Rettungskräfte, von denen zwei einen leichteren Schlag erhielten, als sie den Steg betraten. 

Die schwer verletzte Niederländerin wurde in ein benachbartes Krankenhaus geflogen, wo sie kurz darauf verstarb. Claire S. und ihr Hund konnten von den Rettungskräften nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Als Unfallursache wurde von der Polizei ein Stromkabel ausfindig gemacht. Wer für das defekte Kabel und den tragischen Unfall verantwortlich ist, wird sich erst im Zuge der polizeilichen Ermittlungen zeigen. Die Hafenmeister aller Schweizer Wassersportvereine sind durch den Unfall jedenfalls alarmiert. 

Offenbar glaubt man nicht an einen simplen Defekt, sondern vermutet eine Manipulation am Kabel bzw. an der Elektrik. In den lokalen Medien werden verschiedene Hafenwarte zitiert, die einen derartigen Defekt von vornherein ausschließen.

Es gebe keine Stromkabel im und am Wasser ohne spezielle Schutzmaßnahmen. In Schweizer Hafenanlagen müssen alle Steckdosen und Stromanschlüsse mit einem FI-Schalter versehen sein. Der unterbricht die Stromversorgung von Elektrogeräten in Sekundenbruchteilen, sobald lebensgefährliche Fehlerströme auftreten. 

Tipp: André Mayer

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