America’s Cup Kurzfilm: Basis der Artemis-Leistung erklärt – Deutscher Techniker involviert

"Das schnellste Boot gewinnt"

Das Artemis Racing Team setzt zurzeit Maßstäbe bei den ersten America’s Cup-Trainings. Dahinter steckt unter anderem die Firma Altair. Sie dokumentiert die Partnerschaft in einem viel beachteten Kurzfilm.

Die US-Firma Altair arbeitet seit 2015 mit dem schwedischen Artemis Team, und die funktionierende Kooperation scheint einer der Gründe für die starke Form des Herausforderers zu sein. Die Spezialisten für Verbundbauweise und Technologie-Optimierung setzen mit den Artemis-Designern ihre Konstruktion- und Simulations-Programme ein, und helfen insbesondere bei der Entwicklung von Struktur und Form der hochkomplizierten Tragflächen.

Artemis Racing

Artemis Racing auf dem Cup-Gewässer in Bermuda. © Sander van der Borch / Artemis Racing

Das Design der Foils, die das Boot aus dem Wasser heben, um den Strömungswiderstand zu überwinden, wird den entscheidenden Unterschied ausmachen. Die Technikteams haben der Perfektionierung der Verbundmaterialstrukturen große Aufmerksamkeit gewidmet.

Iain Percy, Team Manager und Taktiker bei Artemis Racing, sagt: “In den vergangenen 160 Jahren hat immer das schnellste Boot den America’s Cup gewonnen, und ich denke nicht, dass sich das ändern wird. Das Foil ist die Komponente, die das Boot zum Fliegen bringt und gleichzeitig Seitenkräfte in Antriebskräfte umwandelt. Wenige Millimeter entscheiden beim Design über Geschwindigkeitsunterschiede in Knoten. Daher sind eine optimale Fertigung und das Design des Schwertes absolut entscheidend.“

Design durch Simulation

Die Teams haben bei ihrer Arbeit einen simulationsgetriebenen Designansatz verwendet und sich dabei darauf konzentriert, Festigkeit, Form und Dicke zu optimieren und zu untersuchen, wie Wasser und Wind mit den Schwertern interagieren. Um dies zu erreichen, nutzt Artemis Racing mehrere Altair Technologien der HyperWorks Suite, einer Zusammenstellung von zusammengehörenden Dateien und Anwendungsprogrammen. Dabei geht es insbesondere um die Entwicklung des komplexen Finite Elemente Modells beim Verbundmaterial, Strukturanalysen und Optimierung sowie Analysen starker Verformungen.

Zwei Tragflächen-Sets sind nur erlaubt. Ein Paar mit kleinerer Spannweite ist für den  Einsatz bei stärkerem Wind und höherem Seegang ausgelegt, ein weiteres Paar weist eine größere Fläche auf und wird bei leichtem Wind und ruhigerer See eingesetzt.

Die Erfahrungen der Ingenieure auf dem relativ unerforschten Gebiet der Foils zeigen, dass minimale Formunterschiede schon zu relativ großen Vor- oder Nachteilen auf dem Wasser führen können.

Deutscher Techniker

Der deutsche Chef-Techniker (CTO) bei Altair Uwe Schramm ist maßgeblich an den Konstruktionen beteiligt. Er sagt:  „Es ist eine große Ehre für uns, mit dem Designteam von Artemis Racing zusammenzuarbeiten und unsere Design- und Simulationstechnologie anzuwenden.“

Altair war schon 1995 mit dem PACT95 Team und der Yacht “Young America” im America’s Cup engagiert. Dennis Conner nutzte das Schiff des gegnerischen Teams nach seinem Sieg bei der internen Qualifikation, weil er es für schneller als seine “Stars&Stripes” hielt. Er verlor allerdings schließlich gegen Neuseeland 0:5. Altair arbeitet seit 2011 mit Artemis zusammen und erneuerte 2005 die Partnerschaft.

Die Firma mit über 20.000 Mitarbeitern in 22 Ländern hat unter anderem auch den Bugspriet entwickelt, der in der neuen Einheitsklasse Swan 50 eingesetzt wird. Es gelang, das Gewicht des extrem belasteten Ausrüstungsteils von ursprünglich 54 auf 19 Kilogramm zu drücken, eine Ersparnis von 65 Prozent.

SWAN-50, bowsprit

Der von Altair optimierte Bugspriet der Swan 50 Klasse. © Swan

Der Dokumentarfilm ‘Surface to Air’ soll die harte Arbeit und die Innovationen demonstrieren, die Artemis Racing auf dem Weg zum Erfolg beim 35. America’s Cup weiter bringen. Der Film veranschaulicht den weitreichenden Einfluss von simulationsgetriebenem Design auf die Entwicklung des Artemis Bootes.

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Carsten Kemmling

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