Segel-Bundesliga Relegation: Schümann überzeugend – Berliner steigen auf

Dramatisches Finale

Starker Wind am Starnberger machte die Relegation für die erste Liga zu einem Spektakel. Nerven und Kraft entschieden über die drei Liga-Plätze. Es gab eine große Überraschung.

Segel-Bundesliga Relegation

Jochen Schümann gibt Gas. © Sven Jürgensen

Die Entscheidung fällt im letzten von zwölf Rennen. Es geht um Rang drei bei der Relegationsregatta und die Qualifikation für das Oberhaus der Segel-Bundesliga. Jochen Schümann ist mit seinem Yacht Club Berlin-Grünau wie erwartet schon durch.

Bei starkem Wind segelt der Übermeister kontrolliert, wenn auch nicht völlig dominant den Gesamtsieg nach Hause. Er ist mit seiner Crew erstmalig bei solchem Hack unterwegs und kam bei ähnlichen besonders beim Liga Event 2015 in Kiel unter Druck, als er auf Rang elf der fehlenden Trainingszeit Tribut zollen musste. Aber nun war seine Crew auf dem Müggelsee offenbar sehr fleißig. Und in dieser Form dürfte der YCBG auch für den Freitag beginnenden Liga Auftakt ganz vorne erwartet werden.

Die Männer vom Rupenhorn

Auf Platz zwei gelingt dem Klub am Rupenhorn vom Stößensee in Charlottenburg die größte Überraschung. Erst qualifizierten sich die Berliner als Sechste der zweiten Liga 2015 auf letzter Rille für die Relegation, dann waren sie bei dem abgebrochenen Versuch in Hamburg als Letzte so gut wie draußen, und nun hat das junge Team seine Chance nach fleißiger Arbeit im Winter genutzt. Eine tolle Liga-Geschichte.

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Der Klub am Rupenhorn kurz in Nöten, aber am Ende souverän. © Sven Jürgensen

Den Streamline-Seglern vom Rupenhorn geht zwar zum Ende der Serie nach dem Schneesturm bei leichter werdendem Wind etwas die Luft aus mit zwei fünften Plätzen, aber ihr Vorsprung reicht aus, um das finale Rennen relativ entspannt verfolgen zu können.

„Wir freuen uns mega über den Erfolg. Der Tag heute war nass, kalt und echt anstrengend aber er hat gezeigt, dass wir mit dem Speed der anderen Clubs mithalten können. So gehen wir am Freitag sehr entspannt ins erste Event als Erstligist. Wir freuen uns drauf“, sagt ein entspannter Simon Merz vom Klub am Rupenhorn.

Drama im Finalrennen

Das Drama läuft dahinter ab im Rennen um den letzten Erstliga-Platz. Der Hamburger Segel-Club liegt einen halben Punkt vor den Düsseldorfern und 1,5 Punkte vor Blankenese. Das 12. Rennen wird zu einem echten Finale.

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Starker Wind am Starnberger See. © Sven Jürgensen

Silke Basedow hat sich bei dem starken Wind bestens geschlagen. Als eine der leichtesten Crews mit 50 Prozent Frauen-Anteil finden die Hamburger nicht gerade ihre Schokoladen-Bedingungen vor und starten in die Serie mit einem letzten Platz. Aber dann liegt mit insgesamt drei Rennsiegen der Erstliga-Kurs an. Bis zum letzten Rennen.

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Die leichtgewichtige HSC-Crew segelt stark in Starnberg, aber am Ende reicht es nicht. © Sven Jürgensen

Der Start geht daneben. Die Gegner aus Düsseldorf rutschen in Luv drüber und Claas Lehmann in Lee quetscht in Lee hoch. Der HSC muss wegwenden. Selten ist an diesem Tag der Start entscheidend, aber in diesem Fall werden die Hamburger auf die falsche Seite gezwungen und liegen schon an der Luvtonne gut sieben Längen am Tampen. Game over!

Düsseldorf knapp vorne

Während Jochen Schümann einsam an der Spitze seine Kreise zieht, läuft das spannende Duell zwischen Düsseldorf und Blankenese. Die Hamburger müssen vorne liegen und noch ein Boot zwischen sich und den Gegnern platzieren. Aber der DYC liegt an der Luvtonne ganz knapp voraus.

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Schümann ziet an der Spitze seine Kreise. © Sven Jürgensen

Dann gelingt dem BSC ein vielversprechender Angriff über die linke Seite. Die Düsseldorfer haben die Kontrolle über den Gegner verloren. Nun heißt es, rechts oder links, was ist die bessere Seite? Doch die Vorentscheidung bleibt aus. An der Luvtonne liegen beide Teams wieder gleichauf.

505er-Weltmeister Lehmann kann noch einen letzten Angriff starten. Er versucht es mit einem Jib-Set nach der Luvtonne. Aber der Vorwindkurs verläuft wenig erfolgreich. Platz fünf reicht nicht aus, die Düsseldorfer sichern sich mit dem dritten Rang den Verbleib in der ersten Liga.

Das ist besonders tragisch für den HSC. Wie schon so oft in seiner Liga-Geschichte muss er bei knappen Entscheidungen, im letzten Moment die Segel streichen. Aber auch für die Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ mit Björn Beilken am Lenker ist das Ergebnis ernüchternd. Der Endspurt mit den Plätzen 1/3/2 reicht nicht aus, um insgesamt vier letzte Plätze zu kompensieren. Die Bremer müssen als einziger Erstliga-Verein nach der Relegation absteigen.

Ergebnisse der Relegation 2016 in Starnberg

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Mächtig Druck auf dem Vorwind. © Sven Jürgensen

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Der BSC mit Claas Lehmann verpasst knapp die erste Liga. © Sven Jürgensen

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So aufgewühlt sieht man den Starnberger See selten. © Sven Jürgensen

 

Erstligisten 2016

– Yachtclub Berlin-Grünau (Klassenerhalt)
– Klub am Rupenhorn (Aufsteiger)
– Düsseldorfer Yacht-Club (Klassenerhalt)

Zweitligisten 2016

– Hamburger Segel-Club (Verbleib in 2. Liga)
– Blankeneser Segel-Club (Verbleib in 2. Liga)
– Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ (Absteiger)

Am Freitag geht es für alle Teams weiter. Dann findet der Auftakt der vierten Saison der Segel-Bundesliga statt, ebenfalls in Starnberg. Die Wettfahrten beginnen am 29. April ab 11:00 im Münchner Yacht-Club. Am Samstag und Sonntag werden die Rennen ab 13.00 Uhr live übertragen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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