Olympia-Gewicht für Frauen: Warum das Gewicht eine (zu) große Rolle spielt

Schwerwiegende Problematik

Frauen, die in einer olympischen Klasse erfolgreich sein wollen, brauchen zum überwiegenden Teil ein sehr hohes Körpergewicht. Das schadet dem Segelsport an sich, aber auch vielen Athletinnen.

Alina Kornelli hat ihre olympische Kite-Karriere beendet. © IKA Media/Robert Hajduk

Ob auf sozialen Medien, in Magazinen oder TV-Sendungen – im Januar sind Diät-Tipps und Abnehm-Challenges allgegenwärtig. Adressiert werden primär Frauen, denn der weibliche Körper soll nach dem gegenwärtig vorherrschenden Schönheitsideal möglichst schlank sein. Was das über unsere Gesellschaft aussagt und welche fatalen Folgen das haben kann, soll hier nicht erörtert werden, dennoch hat das Thema Gewicht auch auf einer Plattform wie dieser seinen Platz.

Denn es spielt im olympischen Segelsport eine wesentliche Rolle – und macht ganz speziell den Frauen zu schaffen. Sie brauchen nämlich im weitaus überwiegenden Teil jener Klassen, in denen sie bei Olympia antreten können, ein Körpergewicht von 70 bis 80 Kilogramm, um vorne mithalten zu können. Und das verlangt nach einer Statur weit weg von der Normalität.

Bontus mit über 100 Kilo bei Olympia zum Kite-Gold.© World Sailing / Lloyd Images

In Deutschland sind Frauen im Durchschnitt gerade mal 1,66 Meter groß, das dazu passende gesunde Normalgewicht ist zwischen 50 und 60 Kilo angesiedelt; weltweit sind Frauen mit 1,60 Meter im Mittel sogar noch kleiner und damit leichter. Anders gesagt: Ein großer Anteil der Frauen ist von vornherein vom olympischen Segelsport ausgeschlossen.

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Eine Antwort zu „Olympia-Gewicht für Frauen: Warum das Gewicht eine (zu) große Rolle spielt“

  1. Hans W.

    sagt:

    Word Sailing hat ja vor nicht langer Zeit McKinsey beauftragt, um zu lernen, was WS machen muss, um weiter vom IOC geliebt zu werden.
    Die 4 Kernerkenntnisse hieraus sind: Marketability, Accessibility, Sustainability sowie Diversity. Also die üblichen Buzzwords für die Berater Rechnungen schreiben. Unter „Diversity“ bucht McKinsey die Idee, dass doch möglichst viele Frauen bei den Spielen mitmachen sollen (völlig zu Recht!). Und was macht WS? Sucht Material aus, bei dem nur Frauen über Normalgewicht Erfolg haben, s.g. Über-Frauen. Damit konterkariert WS genau das, was das IOC fordert. Dann kann das Finn ja auch wieder olympisch werden.

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