Ian Williams hat seine Ausnahmestellung im Duell-Segelsport untermauert. Mit seinem dreiköpfigen Team sicherte sich der Brite in Shenzhen-Bao’an seinen insgesamt neunten Weltmeistertitel und 50.000 Dollar Preisgeld. Aber besonders seinen jungen Finalgegnern stehen die Türen offen.
Ian Williams hatte beim Start seiner Match-Race-Karriere ein schlechtes Timing. Der 48-jährige Brite erreichte die Spitze des Duell-Segelsports, als während der America’s-Cup-Krise von 2007 bis 2010 die Disziplin von den Besten verlassen wurde. Während fortan die großen Cup-Börsen an Multihull-Spezialisten ausgeschüttet wurden und in jüngster Zeit eher 49er-Champs die Ruder der schnellen Foiler führen, ging es für Williams kaum weiter.
Er blieb dem Match Race zwar treu und reihte Titel an Titel, aber in der ersten Liga des Profi-Segelsports halfen seine Fähigkeiten im perfekten Vorstart-Duell nicht weiter – auch weil im America’s Cup zwischenzeitlich Raumschots-Starts praktiziert wurden. Der ausgebildete Jurist, der zu Beginn seiner Segelkarriere noch in einer Kanzlei arbeitete, konnte 2024 aber noch einmal mit seinem Spezialwissen das Einkommen verbessern, nachdem die Cup-Organisatoren zum traditionellen Gegenwind-Vorstart zurückgekehrt waren – wenn auch nur mit einer zwei- statt vierminütigen Vorstartphase.

Williams wurde von Ben Ainslie als Start-Coach für den America’s Cup in Barcelona eingestellt. Er half dabei, insbesondere die Prestarts der Briten zu optimieren und die Neuseeländer im Finale schwer unter Druck zu setzen. In dieser Rolle des analytischen Coaches hat er nun auch beim SailGP seinen Platz gefunden. 2025 arbeitete er in dieser Position für das dänische Team. Für die neue Saison ist er nun vom kanadischen NorthStar SailGP Team, bei dem die Briten Giles Scott und Paul Campbell-James die wichtigsten Akteure sind, als sogenannter „Starters Coach“ engagiert.
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