Macron Meme in der Segslzene: Franzosen feiern „coolen“ Präsidenten

„Sometimes it’s too slow, for sure…“

Emmanuel Macron mag in jüngster Zeit bei seinen französischen Landsleuten nicht hoch im Kurs stehen. Aber sein „Tom-Cruise-Auftritt“ in Davos brachte dem Präsidenten Pluspunkte. Immer öfter taucht er nun auch im Segelumfeld auf.

Emmanuel Macron mit seiner Top-Gun-Sonnenbrille im Segel-Video.

Als sich Emmanuel Macron vor fünf Jahren bei Jean Le Cam an Bord schaltete, nachdem dieser Kevin Escoffier gerettet hatte (Video), und sich vermeintlich als langjähriger Fan von „Le Roi“ outete, bewies er Gespür für einen großen, historischen Moment. Wie authentisch seine Nähe zu diesem Sport tatsächlich ist, war aus dieser Szene jedoch schwer abzuleiten. Schließlich gehört es zum Politikerhandwerk, sich neben einflussreichen Sportgrößen zu positionieren, um ein wenig Glanz abzubekommen.

Ein Friedrich Merz inszeniert sich schon mal mit Bierflasche in der Handball-Umkleide, ein Präsident der Franzosen sucht analog dazu dann eben die Nähe zu Offshore-Helden – in einem Umfeld, das hierzulande vielleicht nicht der Mühe wert wäre. Obwohl: Robert Habeck ging ja auch schon an Bord von Boris Herrmanns IMOCA – wenn auch nur visuell. Aber geholfen hat es nicht.

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Der aktuelle Segelbezug von Macron unterscheidet sich allerdings vom natürlichen Politiker-Rampenlicht-Reflex. Denn er war wohl alles andere als beabsichtigt. Vielmehr wurde der Präsident zum Internetphänomen, nachdem er sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Rednerpult mit lässiger Sonnenbrille zeigte und sich Passagen seiner Rede für ein Meme nutzen ließen.

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Dieses ist nun auch in der französischen Segelszene präsent. Schließlich kam sein selbstironischer Umgang mit dem daraus folgenden „For Sure“-Trend vor allem bei jungen Wählern gut an. In Frankreich wurde zwar diskutiert, ob Macron mit Brille cool oder verrückt aussieht, aber unter dem Strich hat es ihm einige Sympathien gebracht – wohl auch, weil er sich den Spott von US-Präsident Donald Trump eingehandelt hat.

Viele Zeitungen stellten danach ein Foto von Macron mit Pilotenbrille – die er wegen einer Augenentzündung trug – auf die Titelseite. Schließlich ließ er es sich an gleicher Stelle auch nicht nehmen, den Jules-Verne-Rekord der Sodebo-Crew zu feiern: „Von Jules Verne zu Thomas Coville. Von der Weltumsegelung in 80 Tagen zur Weltumsegelung in 40 Tagen. Die französische Seefahrerkunst auf höchstem Niveau. Herzlichen Glückwunsch an Thomas Coville und seine Crew.“

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Auch die ILCA-Klasse hängt sich an den Trend:

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Ob für Macron der Positiveffekt aus dieser Episode dauerhaft funktioniert, bleibt fraglich. Zumal schnell bekannt wurde, dass die Sonnenbrille 659 Euro kostet, also eher als Luxus-Utensil gilt. Der kleine französische Hersteller der Marke Henry Jullien konnte sich danach vor Anfragen inzwischen kaum noch retten.

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