Tragischer Unfall von Florian Schneeberger: Olympionike und Top-Manager stirbt bei Bus-Unglück

Trauer um Tornado-Segler

Die österreichische Segelwelt ist geschockt über den Tod von Florian Schneeberger. Der ehemalige Weltklasse-Segler und erfolgreiche Industriemanager kam am vergangenen Montag im Alter von 55 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall in Salzburg ums Leben.

Florian Schneeberger
Florian Schneeberger © Linkedin/Florian Schneeberger

Das Unglück ereignete sich gegen Mittag im Salzburger Stadtteil Itzling. Ein 59-jähriger Busfahrer erlitt am Steuer einen medizinischen Notfall – österreichische Medien spekulieren über einen Herzinfarkt oder Schlaganfall –, woraufhin das Fahrzeug unkontrolliert von der Straße abkam und in die Glasfront eines Supermarkts krachte.

Florian Schneeberger, der zu diesem Zeitpunkt als Passant unterwegs war, soll von dem Bus erfasst worden sein. Die Salzburger Nachrichten berichten, dass auch herabfallendes Glas zu den schweren Verletzungen geführt haben könnte. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der Unfall ereignete sich nur wenige Meter von einem Standort seines Unternehmens entfernt. Sechs weitere Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Der Busfahrer musste notoperiert werden und liegt weiterhin auf der Intensivstation.

Spitzensegler bei Olympia

Der im deutschen Erlangen geborene und in Österreich aufgewachsene Schneeberger war in den 1990er-Jahren einer der Mitbegründer der jahrelangen österreichischen Vormachtstellung in der Tornado-Klasse, die letztlich zu zwei olympischen Goldmedaillen führte.

Er selbst scheiterte 1996 denkbar knapp. Mit Steuermann Andreas Hagara (Teamfoto) lag er mit einem Sieg im letzten Rennen auf Bronze- oder sogar Silberkurs (Segel-Foto). Aber der Brasilianer Lars Grael rettete in der Gesamtwertung einen Punkt Vorsprung ins Ziel – und das Duo Booth/Landenberger (AUS) zwei Punkte.

Schneeberger war auch wegen seiner Stärke und Größe zu Andreas Hagara an Bord gekommen. Denn die Hagara-Brüder hatten zwar – mit Steuermann Andreas – 1987 bei der Leichtwind-WM in Kiel Gold im Tornado gewonnen und waren 1990 Europameister geworden, doch 1992 folgte in Barcelona mit Olympia-Platz 7 eine Enttäuschung. Sie waren sich bewusst, eigentlich zu leicht für starken Wind zu sein. Sie trennten sich und traten fortan gegeneinander an.

Andreas Hagara holte sich Florian Schneeberger vom UYC Mondsee ins Boot. Auf Anhieb gewannen sie zweimal EM-Silber (1993, 1995) und ließen dann beim Heimspiel am Attersee 1996 EM-Gold folgen. Sie besiegten den zwei Jahre jüngeren Hagara-Bruder Roman in der Olympia-Qualifikation und traten in Savannah 1996 als Mitfavoriten an.

Karriere in der Industrie

Nach der sportlichen Enttäuschung wandte sich Schneeberger im Alter von 25 Jahren vom Spitzensport ab und konzentrierte sich auf seine berufliche Karriere. Ohne ihn an der Vorschot fiel Andreas Hagara in der Folge im Leistungsniveau knapp hinter seinen Bruder zurück. 2000 wurde er zwar noch Vizeweltmeister und 2004 erneut Europameister, aber beide Male unterlag er in der Olympia-Ausscheidung knapp. Roman bildete mit Hans-Peter Steinacher ein kongeniales Duo, das schließlich zweimal Olympia-Gold holte. Andreas blieb den Triumphen auch als Coach verbunden.

Schneeberger dagegen gelang parallel der Sprung vom Spitzensport zum Top-Manager. Seine Laufbahn verlief beeindruckend. Er war insgesamt 16 Jahre für den Philips-Konzern tätig. Anschließend verbrachte er sieben Jahre in Führungspositionen bei Skidata, einem Spezialisten für Zutritts- und Bezahlsysteme. Zuletzt bekleidete er die Position des CEO von B&R Industrial Automation, einem der weltweit führenden Anbieter in der Industrieautomation.

Florian Schneeberger hinterlässt nicht nur als Familienvater eine große Lücke, sondern auch bei den Kollegen in der Industrie und in der Segelgemeinschaft, in der auch sein Bruder Markus Schneeberger – 1992 Olympiateilnehmer als FD-Vorschoter von Stefan Schurich – aktiv war.

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