Deutscher Skipper stirbt auf Segelyacht vor den Azoren: Ermittler prüfen Todesursache

Mysteriöser Tod auf dem Atlantik

Der Tod eines 40-jährigen deutschen Skippers auf einer Segelyacht vor den Azoren beschäftigt die portugiesischen Ermittlungsbehörden. Die Kriminalpolizei untersucht die Umstände des Todes, nachdem die Yacht manövrierunfähig vor der Insel Flores aufgefunden worden war.

Die Yacht wird von der Polícia Marítima in den Hafen von Lajes das Flores auf der Azoreninsel Flores geschleppt. © Autoridade Marítima Nacional

Nach Angaben der portugiesischen Seebehörde Autoridade Marítima Nacional (AMN) war ein Notruf über das Seenotrettungszentrum MRCC Ponta Delgada eingegangen. Demnach trieb eine Segelyacht mit Motorschaden westlich der Azoren. Sie musste von Einsatzkräften in den Hafen von Lajes das Flores geschleppt werden.

Spielten Drogen eine Rolle?

An Bord befanden sich neben dem verstorbenen Deutschen ein weiterer Mann, ein US-amerikanischer Mitsegler. Nach Angaben portugiesischer Medien fanden die Behörden auf der Yacht rund 340 Gramm Kokain sowie mehrere Spritzen. Der Amerikaner wurde daraufhin von der Polícia Marítima festgenommen und einem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Wie die Regionalzeitung „Açoriano Oriental“ berichtet, erklärte der Mitsegler gegenüber den Ermittlern, der deutsche Skipper sei an den Folgen einer Überdosis gestorben. Die Ermittler betrachten diese Darstellung jedoch bislang nicht als bestätigt. Die Polícia Judiciária schließt andere Ursachen ausdrücklich nicht aus und hat die Ermittlungen übernommen.

Nach Informationen des englischsprachigen Nachrichtenportals „Portugal Resident“ soll der Amerikaner mindestens drei Tage lang mit der Leiche des Skippers auf See gewesen sein, bevor Alarm geschlagen wurde. Die Ehefrau des Deutschen soll er allerdings bereits mehrere Tage vor der Alarmierung der Behörden über dessen Tod informiert haben. Die Ermittler prüfen daher auch den genauen zeitlichen Ablauf der Ereignisse.

Leidenschaftlicher Speerfischer

Die Obduktion des Deutschen gilt als entscheidender Schritt für die weitere Untersuchung. Von ihr erhoffen sich die Behörden Klarheit über die tatsächliche Todesursache sowie darüber, ob die Darstellung des Mitseglers mit den medizinischen Befunden übereinstimmt.

Bislang haben die portugiesischen Behörden weder die Identität des Verstorbenen offiziell bekannt gegeben noch Angaben zur geplanten Route oder zum Herkunftshafen der Yacht veröffentlicht. Auch mögliche Zusammenhänge zwischen dem Drogenfund und dem Tod des Skippers sind derzeit ungeklärt.

Der Fall sorgt auf den Azoren für erhebliche Aufmerksamkeit, da neben den ungeklärten Todesumständen insbesondere die mehrtägige Verzögerung zwischen dem mutmaßlichen Todeszeitpunkt und der Alarmierung der Rettungskräfte Fragen aufwirft. Die Ermittlungen der Polícia Judiciária dauern an.

Marius S. galt als leidenschaftlicher Speerfischer und soll auf der Kanareninsel La Palma entsprechende Kurse angeboten haben. Seine Frau veröffentlichte einen kurzen Nachruf: „Mit schwerem Herzen trauern wir um Marius, meinen geliebten Ehemann, den Vater unserer Kinder, meinen Bruder, Neffen und besten Freund … Marius war ein gutherziger und einzigartiger Mann – ein Mensch mit einem großen Herzen. Ein wunderbarer Vater für unsere Kinder, die er durch seine tiefe Liebe, seine Herzlichkeit und das Gefühl der Geborgenheit, das er ihnen gab, für immer geprägt hat.“

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